Ein Tag in … Ulm

Sonntag, September 18, 2022 Svenja 0 Comments

Die Welt ist zu schön, um zuhause zu bleiben – aber um zu verreisen brauchen wir auch Urlaub und der ist nun mal begrenzt. Warum also nicht den Urlaub mit Kurz- und Wochenendreisen aufpeppen, die ganz wunderbar den kulturellen Horizont erweitern und für einen schnellen Tapetenwechsel sorgen?! In der Reihe „Ein Tag in…“ habe ich euch kürzlich meine Tipps für Düsseldorf vorgestellt und heute entführe ich euch in dieser Reihe nach Süddeutschland, besser gesagt nach Baden-Württemberg. 

 
 
Mal Hand aufs Herz – wer kennt Ulm und seine Sehenswürdigkeiten? Einige werden sicher schon vom berühmten Ulmer Münster gehört haben oder wissen, dass Albert Einstein von hier stammt, aber was die mittelalterliche Stadt zwischen Stuttgart und München ansonsten zu bieten hat ist vielen wahrscheinlich unbekannt. Dabei ist diese „2nd Row City“ – also ein Touristen-Highlight aus der zweiten Reihe - absolut einen Besuch wert und bietet an einem Tag, oder einem Wochenende Kunst, Kultur und Kulinarik in schönster Art. 
 
 
Kommt also mit mir zu Fuß auf eine Tour durch Ulm, lernt die schönsten Ecken für einen kurzen Ausflug kennen und macht es euch anschließend im me and all hotels* in der Nähe des Hauptbahnhofes gemütlich, an dem wir auch unser Sightseeing direkt starten. 
 
 
Begeben wir uns also vom HBF Richtung Innenstadt durch die Bahnhofsstrasse, so gelangen wir nach nur wenigen Minuten entlang einer hübschen Einkaufsstraße mit vielen bekannten Marken zum Münsterplatz mit DEM Highlight von Ulm überhaupt – dem Ulmer Münster. Diese Kirche im gotischen Stil hat mit über 161 m Höhe nicht nur den höchsten Kirchturm der Welt, ihr Grundstein wurde zudem bereits im Jahr 1377 gelegt, so dass der Prachtbau auf eine lange Geschichte zurückblickt. Ein wirklich beeindruckender Bau, der aus allen Perspektiven bewundert werden möchte. 
 

 
Die Kirche ist nämlich nicht nur von außen spektakulär, auch das Innere (kostenlos zu besichtigen) und der Aufstieg auf den Turm (kostenpflichtig) werden euch begeistern. Hier habt ihr je nach Wetterlage einen fantastischen Blick über die Umgebung und könnt euch den frischen Wind um die Nase wehen lassen. Ich persönlich bin jedes mal wieder von den wunderschönen Kirchenfenstern fasziniert, die bei Sonnenlicht eine wirklich magische Stimmung im Inneren der Kirche verbreiten. 
 
 
Direkt hier am Münsterplatz findet ihr auch die Tourist-Information Ulm/Neu-Ulm, die euch neben hübschen Souvenirs auch viele wichtige Infos für euren Aufenthalt bietet und vorab schon ein wertvolles Informationsportal ist. Vielleicht wollt ihr euch ja die UlmCard* kaufen, die neben kostenloser Nutzung von Bus und Bahn, einer informativen Stadtführung mit ganz viel Charme, kostenlosen Leihfahrrädern, vielen kostenlosen Eintritten und kleinen „Schmankerln“ in Cafes auch sonst Einiges zu bieten hat. Für mich war sie bei meiner Entdeckungstour jedenfalls ein wichtiger Begleiter und ich habe die vielen Goodies gerne genutzt. 
 
 
Aber machen wir doch mit unserer Tour weiter - vom Münsterplatz aus gelangt ihr etwas nördlich durch die Innenstadt zum Seelengraben, einem besonderen Tipp von mir. Denn hier findet ihr die aus dem 17. Jahrhundert stammenden und direkt auf dem Stadtmauerwall gebauten „Grabenhäusle“, welche ursprünglich als Wohnraum für Soldaten gedacht waren. Heute bilden sie ein wunderschönes Szenario und einen Blick auf das „alte Ulm“. Besonders im Frühjahr und Sommer lohnt sich ein Spaziergang hier, denn dann werden die kleinen alten Häuser von liebevoll gepflegten Gärten und einem wahren Blütenmeer verziert, welches eine tolle Fotokulisse für eure Schnappschüsse bietet. 
 
 
Außerdem liegen sie auch auf unserem direkten Weg zum Zeughaus, dem aus dem 14. Jahrhundert stammenden Waffenlager der Reichsstadt Ulm. In den Wirren des zweiten Weltkrieges 1944 in Teilen zerstört wurde es in den 70er Jahren saniert und erstrahlt heute in neuem bzw altem Glanz. 
Direkt hinter dem Zeughaus findet ihr mit dem Einstein-Brunnen eine liebevolle, teils auch witzige Hommage an den wohl bekanntesten Bürger der Stadt, denen der weltberühmte Physiker frech die Zunge heraus streckt. Eine wie ich finde fast etwas vernachlässigte Sehenswürdigkeit, denen ihr grade deswegen die Ehre erweisen solltet. 
 

 
Vorbei am Amtsgericht geht es nun zum Donauufer, welches vor allem bei gutem Wetter zu einem schönen Spaziergang einlädt. Gemächlich zieht hier die Donau entlang, bei guten Wetter glitzert die Sonne auf dem Wasser und lädt zum Verweilen ein. Winkt doch mal vom Berblinger Turm den Menschen auf der anderen Uferseite zu, denn sie befinden sich bereits im Bundesland Bayern, oder erkundet die Teile der alten Stadtmauer, zu der es immer wieder Aufgänge gibt. Streckt die Beine auf der Donauwiese aus und genießt den Blick auf die Stadt. Wer so wie ich die UlmCard nutzt, der kann hinter dem wunderschönen Rosengarten die Brücke über die Donau nehmen und auf der gegenüberliegenden Uferseite beim Cafe Josi eine Tasse Espresso mit wunderbarem Blick auf die Donau genießen. Auf der Brücke findet ihr tatsächlich die Landesgrenze eingelassen, auch ein witziger Fotospot. 
 
 
Zurück auf der baden-württembergischen Seite des Donauufers ist auch der Metzgerturm einen Besuch wert, dessen Dach mit farbig glasierten Ziegeln bestückt ist und der wegen seines unstabilen Bodens und des seitlichen Abkippens mittlerweile auch als „Schiefer Turm von Ulm“ bezeichnet wird. Eine ganz so große Neigung wie das Modell in Pisa hat er wahrlich nicht, aber dennoch ist der Turm ein echtes Highlight auf unserem Stadtrundgang. 
 
 
Biegt hier kurz ab und besucht das wunderschön verzierte Alte Rathaus von Ulm, dass – optisch spektakulär – direkt neben den Glasneubau der Bibliothek platziert ist. Eine außergewöhnliche Kombination von Alt und Neu, von Geschichte und Moderne über das sich bis heute die Ulmer nicht wirklich einig sind. 
 
 
Von hier aus sind es nur wenige Meter bis zum Museum Ulm, welches in seiner archäologischen Ausstellung den weltweit bekannten „Löwenmensch“ zeigt, eines der ältesten figürlichen Schnitzwerke und über 40.000 Jahre alt. Doch damit nicht genug, auch die Sammlung spätgotischer Malerei und Skulpturen, die Ausstellung zum Thema Barock, sowie die moderne Kunst sind einen Besuch wert und erweitert den kulturellen Horizont ungemein. Auch hier kann ich wieder nur auf die UlmCard verweisen, mit der ihr in diesem charmanten Museum freien Eintritt erhaltet. 
 
 
Anschließend spaziert ihr durchs Fischerviertel und erkundet die vielen alten Gassen und die von Wasser umspülten Fachwerkhäuser. Besonders sehenswert ist hier das sogenannte Schiefe Haus aus dem 15. Jahrhundert, welches mit einem Neigungswinkel von 9-10° seinem Namen wahrlich alle Ehre macht. Nach aufwändigen Sanierungsarbeiten wird es heute als Hotel genutzt, eignet sich aber auch so als wunderbarer Foto-Stopp in dem alten Handwerksviertel mit seinen kleinen Brücken, abwechslungsreichen Läden, Galerien und urigen Gaststätten. 
 
Zum Abschluss gönnen wir uns doch zusammen noch ein süßes Apfelküchle im Restaurant Zur Lochmühle, romantisch direkt an der „Große Blau“, einem der Ulmer Kanäle gelegen und bekannt für die regionale schwäbische Küche – das Dessert erhaltet ihr ebenfalls kostenlos durch die UlmCard. Ich kann euch aber auch die anderen Speisen der Karte, wie beispielsweise die Maultaschen sehr ans Herz legen! 
 
 
Insgesamt haben wir nun auf einer Strecke die gemütlich an einem Tag zu schaffen ist und genug Zeit für die ein oder andere kulinarische Pause bietet die wichtigsten und wohl bekanntesten Spots von Ulm erkundet und nun liegt es an euch, wie ihr den restlichen Tag verbringen wollt – entspannt am Donauufer, köstlich in einem der vielen Gasthäuser, kulturell in einem Museum oder mit Shopping in der nahegelegenen Innenstadt. Eins ist sicher, ab Abend wird es gemütlich, denn wir übernachten heute im me an all hotels Ulm. 
 
 
Da mich schon das Haus in Düsseldorf so begeisterte, freue ich mich besonders auch das Ulmer Hotel kennenlernen zu dürfen, welches mit seinen 147 Zimmer auf 7 Etagen ein vergleichbar trendiges urban-chic Design pflegt. Das Konzept des Urban Gardenings mit begrünter Lobby-Wand und vielen Pflanzen in der Rooftop-Bar sorgt für eine lauschige Atmosphäre trotz zentraler Lage und bildet einen schönen Kontrast zu Industrie-Elementen wie Sichtbeton, Graffiti, Industrieglas und Massivholz. Das ganze Design wirkt jung und doch nahbar, auf gewisse Weise hip und dennoch gemütlich. Hier fühle ich mich wohl und werde herzlich begrüßt! 
 
 
Alleine um das Hotel und all seine verschiedenen Stilelemente, die loungige Rooftop-Bar, den Coworking-Space für produktiven Austausch, den umfangreichen Market Place, oder die Fitness-Zone gegen den inneren Schweinehund zu erkunden braucht ihr schon eine ganze Zeit und dennoch verliert ihr dank der vielen Fensterfronten Ulm selbst nie aus den Augen. Der junge Stilmix setzt sich im ganzen Haus durch und wirkt trotz aller dekorativer Elemente stets funktional. 
 
 
Genießt in der Lounge im 8.Stock bei mitreißenden DJ-Beats am Abend leckere Cocktails, tolle Snacks oder morgens früh einen muntermachenden Kaffee, bevor oder nachdem ihr die Stadt erkundet. Die Glasfassade sorgt für viel Licht, tolle Blicke auf die Stadt und das Treiben auf den Straßen. Dazu laden gemütliche Möbel zum Verweilen ein und sorgen auch hier wieder mit einem Farb- und Stilmix für ein besonderes Flair. Je nach Tageszeit könnt ihr hier gemütlich in den Tag starten, oder bei regelmäßigen DJ-Events abfeiern. 
 

 
Wenn der Tag sich schließlich dem Ende neigt kommt ihr endlich in eurem Zimmer zur Ruhe, welches mit allem nötigen Komfort ausgestattet ist. Schließt eure Wertsachen im Safe ein, erfrischt euch in eurem großzügigen Bad mit Regendusche und nutzt entweder das Glasfaser High-Speed WLAN, oder aber den 43" Smart-TV für die Unterhaltung. Unzählige USB-Steckdosen sorgen bei euren Elektrogeräten für die nötige Power und ihr selbst tankt neue Energie durch eine wirklich erholsame Nacht in den super bequemen Boxspringbetten. Was mich besonders begeistert ist die Tatsache, dass ich aus meinem Fenster nicht nur die Ulmer City, sondern auch das Ulmer Münster entdecke, dessen Kirchturmspitze in der untergehenden Abendsonne glüht. Ich gönne mir also ein Getränk aus meiner kostenfreien Mini-Bar und entspanne nach einem erlebnisreichen Tag hier in meiner kleinen Oase, dem me and all hotels. 
 
 
Egal ob euch dann am nächsten Morgen der Wecker, oder die Morgensonne wach kitzelt, es erwartet euch ein erster Kaffee bereits in eurem Zimmer, denn dank Kaffeemaschine werden Koffeinjunkies bestens bedient. Seid ihr dann richtig wach begrüßt euch die Lounge unter der Woche bis 10:00 Uhr, am Wochenende und nach einer echten Partynacht sogar bis 13:00 Uhr mit einem abwechslungsreichen Frühstück. Egal ob Normalo, Vegetarier, Jung oder Alt, hier kommt jeder im wahrsten Sinne auf seine Kosten und hat somit den perfekten Start in den neuen Tag garantiert. Das junge und super liebe Team versorgt euch mit allem, was ihr braucht und sorgt auch beim Frühstück für eine relaxte Atmosphäre, welche die unterschiedlichsten Gäste zusammenbringt. 
 
 
Ihr seht, Ulm ist auf jeden Fall eine Reise wert und steht den deutschen Hauptstädten in nichts nach. Ich mag, dass es hier eben nicht so überlaufen ist und ich trotzdem alles geboten bekomme, was mein Urlauber-Herz begeht: ganz viel Geschichte und Kultur, eine tolle Gastro- und Hotelszene und vor allem Menschen, die stolz auf ihre Stadt sind und Touristen gerne von ihrem Ulm berichten. Also los, ein Tag in Ulm lohnt sich! 
 
 
 
*Pressereise / Beitrag unentgeltlich 
Vielen Dank an das me and all hotels Ulm und die Tourist-Information Ulm/Neu-Ulm für die Unterstützung bei diesem Beitrag. 
 

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Was die Region Hauts-de-France im Norden Frankreichs so besonders macht – Teil III

Sonntag, Juli 24, 2022 Svenja 3 Comments

Man soll gehen, wenn es am schönsten ist und so heißt es für mich heute Abschied nehmen von Boulogne-sur-Mer, diesem französischen Küstenort, der mir in den letzten Tagen so sehr ans Herz gewachsen ist. Ich werde es vermissen, dieses schöne Stückchen Erde und doch werden mich die vielen Eindrücke weiter begleiten – das Geschrei der Möwen, die Sonne, wie sie auf den sanften Wellen des Meeres glitzert, die kühlen Mauern der altehrwürdigen Altstadt und das lebendige Treiben am Hafen. Boulogne hat etwas ehrliches, kein unnötiger Chi-Chi und doch so viel Herz, dass ich sicherlich wiederkommen werde. Aber bevor ich mich auf den Heimweg mache möchte ich mir noch einige Highlights in der Region anschauen und auf eines – das Museum für Spitze und Mode in Calais - freue ich mich besonders.

 
Ich packe also meine Tasche und nehme Abschied von meinem Hotel, dem Evancy La Marina und mache mich mit dem Wagen auf den kurzen Weg gen Süden in das beschaulich ruhige Dörfchen Camiers. Die kleine Gemeinde an der Cote d´Opale beeindruckt vor allem durch ihre beiden Seebäder Saint-Cécile-Plage und Saint-Gabriel-Plage, ihre idyllische Lage, die wunderschöne Natur und den langen feinen Sandstrand. Hier geht alles etwas langsamer zu und nichts erinnert an das pulsierende Treiben, wie ich es kurz zuvor noch in Boulogne-sur-Mer erlebt habe.

 
Auch das ist französische Lebensart, ganz sanft im Takt der Wellen und immer mit einer kühlen Meeresbrise im Haar. Ich kann verstehen, dass sich auch hier viele Urlauber wohl fühlen und die Ruhe genießen, anstatt sich dem Puls in Boulogne hin zu geben. Ich entdecke jetzt im Frühsommer vor allem ältere Paare und Familien mit kleinen Kindern, welche die kurzen Wege im Ort und die sehr gute touristische Infrastruktur schätzen und so führt mich mein Weg heute zunächst in eines der beliebten Hotels hier in Saint-Cécile – das Evancy Trésors d'Opale.

 
Als eines der Schwesterhotels meiner Unterkunft in Boulogne mag es sich zwar dem gleichen hohen Standard an Ausstattung und Service verschrieben haben, es bietet aber einen ganz anderen Stil und entspricht mit seiner entspannten Atmosphäre genau der Ruhe der Umgebung. Umsäumt von Wald und in kurzer Distanz zum Sandstrand finden sich auch hier Appartements für 2 bis 6 Personen, die von ihrer Ausstattung her keine Wünsche offen lassen.

 
In schlichtem, aber gemütlich ansprechendem Design findet der Ruhesuchende hier alles, was man braucht – viel Platz, eine voll ausgestattete Küche, ein modernes Bad, gemütliche Betten und einen traumhaften Blick in die Landschaft. Lichtdurchflutete Räume, schwere, weiche Polster und Elemente im Marmor-Look strahlen ganz viel Eleganz aus und wirken doch gemütlich und verdecken trotz des ansprechenden Designs nicht den Blick für das Wichtige, die wunderschöne Natur direkt vor dem Fenster.

 
Für Familien besonders ansprechend gestaltet bietet der Außenbereich neben einem schönen Spielplatz für die Kleinen auch viele Sitzgelegenheiten und – mein persönliches Highlight – einen beheizten Pool für eine kurze Erfrischung zwischendurch. Hier kann man sich entspannen mit Blick auf ein mediterranes Waldgebiet direkt hinter dem Hotel und dem Zirpen kleiner Grillen, einem kühlen Getränk in der Hand und dem guten Gefühl, dass das Zuhause-auf-Zeit in Blickweite ist. Und auch wenn ich persönlich die Lage des Evancy La Marina mitten in Boulogne bevorzuge, das bunte Leben um mich herum wirklich liebe, kann ich die Vorzüge dieser stillen, entspannten Dependance nachvollziehen.

 
Dennoch muss ich mich lossagen von dem wunderschönen Anblick und mit meinem Aufbruch ziehen langsam auch graue Wolken am Himmel auf. Denn auch wenn das Klima hier an der Cote d´Opale als mild gilt, bringt der Wind vom Meer auch Abwechslung mit sich. Eine kühle Brise umweht mich als ich die D940 Richtung Norden befahre – wohl eine der schönsten Routen hier in der Region. Immer entlang der teils schroffen Küste, durch die beliebten Urlaubsorte Wimereux, Ambleteuse, Wissant und Escalles am Cap Gris Nez und Blanc Nez mit herrlichem Blick auf das Meer, saftige Wiesen und Felder und bei guter Sicht sogar auf die englische Küsten gegenüber.
 
Hinauf und hinab, durch Kurven, alte Dörfer und kleine Wälder führt diese Straße durch ein historisch bedeutsames Gebiet, war diese Region doch wichtig für das Befestigungssystem im Zweiten Weltkrieg – den Atlantikwall. Noch heute lassen sich in den Hügeln und Feldern zahlreiche Überreste von Betonbauwerken in allen Größen entdecken: Beobachtungskasematten, Luftabwehr, Panzerabwehr, Küstenbatterien. Sicher ein dunkles Kapitel in der europäischen Geschichte, heute aber wichtiges Mahnmal gegen den Krieg und für ein friedliches Zusammenleben.

 
Weiter zieht es mich Richtung Calais und ich bin begeistert von der wunderschönen Aussicht, die mir die Küstenstraße bietet - versteckte Buchten laden zum Verweilen ein, Seehunde strecken neugierig ihr Köpfe aus dem Wasser, das vom Wind aufgewühlte Meer trägt weiße Schaumkronen an den Strand und die kleinen und großen Fischerdörfer strahlen eine wunderbare Ruhe aus. Wer will kann hier nicht nur köstlich einkehren, sondern auch Typisches aus der Region kaufen, um das Urlaubsgefühl auch zu Hause noch etwas zu genießen.

 
Mich aber zieht es weiter, vorbei am Cap Blanc Nez Obelisque – einer kleinen Plattform mit einen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg sowie einem Obelisken zu Ehren der britischen Dover Patrol – bis nach Calais. Ich möchte mir das „La Cité Dentelle Mode de Calais“, das Museum für Spitze und Mode anschauen, welches die jahrhundertealte Handwerkskunst der nordfranzösischen Spitze ehrt. Und auch wer vielleicht die Spitze an sich nicht kennt wird sich sicher an das stilvolle Hochzeitskleid von Herzogin Kate von England erinnern, welches mit der berühmten Calais-Caudry®-Spitze verziert war – ein modernes Märchen mit Tradition. 

 
Von der Herstellung der empfindlichen Spitze per Hand, über die industrielle Revolution und die damit verbundene Nutzung tonnenschwerer Webstühle bis hin zu historischer, wie auch moderner Verwendung in der Mode bietet dieses Museum so viel Interessantes, wie ich es kaum erwartet habe. Wunderschöne Exponate, eine Vorführung einer echten historischen Webmaschine und Ausstellungen verschiedener internationaler Mode begeistern mich und ich kann mich kaum sattsehen an so viel Schönheit.

 
Die Liebe zum Detail ist kaum in Worte zu fassen und vor allem die temporäre Ausstellung „Les Orientalistes de la Haute Couture“ raubt mir den Atem. Die Kombination aus klassischer französischer Haute Couture und den kreativen Einflüssen östlicher Kulturen beeindruckt mich nachhaltig spiegeln die ethnische Vielfalt auf ganz besondere Art und Wiese wieder. 


 
Egal ob Jung oder Alt, der durchdachte Aufbau der Ausstellung, die ausreichenden, aber nicht überladenen Informationen zu den einzelnen Exponaten und die verschiedenen eingesetzten Medien sorgen für einen wirklich lohnenswerten Ausflug, nicht nur für Modebegeisterte. Doch auch wenn ich gerne noch viel mehr Zeit hier verbringen würde, ich muss mich lossagen von dieser Schönheit und meine Heimreise antreten. 



Und so komme ich zum Ende meiner Reise nicht umhin festzustellen, dass die Cote d`Opale nicht nur von jeher Künstler inspiriert hat, sondern nun auch mich und mit mir viele andere Urlauber nachhaltig begeistert – ganz so, wie es mein Gesichtsausdruck am Strand verrrät. Die besondere Lebensart, das milde Klima, historische und kulinarische Highlights und die freundlichen Menschen hier machen es mir leicht, mich sofort wohl zu fühlen. Die Augen zu schließen, das salzige Meer zu riechen, die Möwen schreien zu hören und den Sand unter meinen Füßen zu spüren ist genau das „savoir-vivre“, welches ich gesucht habe. Und so viel steht fest, ich komme wieder – au revoir bientòt! 
 
Infos zu meinem Tag an der Cote d´Opale:
 
117 Rue des Nations, 62176 Camiers / Saint-Cécile 
Appartements für 2 bis 6 Personen nur 250m vom Sandstrand 
alle mit Küchenzeile, Wohnzimmer, Schlafzimmer(n), Bad und Balkon / Terrasse 
In der Anlage beheizter Pool und Kinderspielplatz 
 
135 Quai du Commerce, 62100 Calais
Museum zum Thema Spitze und Mode, sowie Industrielle Revolution in Nordfrankreich
Täglich (außer Di) geöffnet 10 Uhr bis 18 Uhr


Hier lest ihr Teil I und Teil II meines Reiseberichtes.

Unentgeltliche Pressereise in Kooperation mit Atout France, sowie den Tourismusbüros der Region Hauts-de-France und Boulogne sur Mer. Vielen Dank für die Einladung in diese wunderschöne Region!

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5 coole Wien-Erlebnisse abseits der Touristenpfade

Dienstag, Juli 19, 2022 Chamy 0 Comments

Heute verrät das Autorenduo Alexandra Gruber und Wolfgang Muhr („Spontan mit Plan – Wien“) fünf Insidertipps für Unternehmenslustige in der österreichischen Hauptstadt Wien.  

Meine Insel - Weltkugel  ©Wolfgang Muhr


Das eigene Eiland steuern

Sommerfrischler steuern ihre Meine-Insel-Boote mittels Joysticks kinderleicht über die Alte Donau und knotzen auf gemütlichen Sofas. Je nach Typ sind die Wasserfahrzeuge mit bequemen Liege- und/oder Sitzgelegenheiten sowie Tischen ausgestattet, auf den etwas größeren Booten sorgen zusätzlich echte Palmen für Südseeflair. Die unkonventionellste Bootsvermietung der Stadt lockt mit innovativen Wassergefährten und kreativen Zusatzangeboten. Denn vom romantischen Candle-Light-Dinner bis zu einer ausgelassenen Party oder den beliebten Floating Concerts (Konzerte auf dem Wasser) ist alles möglich. Ab- und Anlegestelle befindet sich beim Restaurant Schinakl an der Unteren Alten Donau. www.meine-insel.at

Museum der Illusionen ©Wolfgang Muhr

Abtauchen in die Welt der Sinnestäuschungen

In der Wiener Innenstadt gibt es einen magischen Ort, an dem die BesucherInnen bewusst in die Irre geführt werden, und sie empfinden sogar Freude daran. Im Museum der Illusionen verwirren und überraschen vermeintliche Größenunterschiede von identen Objekten, Farbtäuschungen, Blicke in die Unendlichkeit, erstaunliche Perspektiven, faszinierende Hologramme, wachsende oder schrumpfende Menschen, ein amüsanter Gesichtertausch unter FreundInnen und einiges mehr. An jeder Station verblüfft eine andere, fintenreiche Täuschung. Das Museum der Illusionen ist vor allem in der Gruppe ein kurzweiliger Spaß. Speziell bei den Fotostationen sind zumindest drei Personen (zwei modeln, eine fotografiert) von Vorteil. Für alle Social Media-Aficionados ergibt sich ein zusätzlicher Mehrwert: Die hier entstandenen Fotos eignen sich hervorragend zum Like-Sammeln. museumderillusionen.at

Grotte im Schloss Neugebäude @Alexandra Gruber

Im Lustschloss zur Grotte hinabsteigen

Einst feierte Kaiser Maximilian II. (1527-1576) in Schloss Neugebäude rauschende Feste, doch im Laufe der Jahrhunderte verfiel es zu einer Ruine. Heute ist der revitalisierte Simmeringer Bau wieder für BesucherInnen zugänglich. An die einstige Pracht erinnern zwei langgestreckte Säle, getragen von wuchtigen Wandpfeilern. Hinter einer Tür führen Stufen hinab in die älteste künstlich geschaffene und noch erhaltene Grotte des deutschen Sprachraums. Im Schein der Kerzen strahlt der höhlenartige Raum mit den tiefen Mauernischen eine fast mystisch anmutende Kraft und Ruhe aus. Das Renaissanceschloss samt Areal ist bei Führungen zu besichtigen und wird für Veranstaltungen und als Freilichtkino genutzt. www.schlossneugebaeude.at

Heurigenexpress Kahlenberg ©Wolfgang Muhr 

Sich weinselig chauffieren lassen

Der Vienna Heurigen-Express zuckelt jedes Wochenende von April bis Oktober mehrmals täglich vorbei an schmucken Villen, Weinreben und ausladenden Landschaften. Er startet bei der U4-Station Heiligenstadt und fährt über den Nussberg hinauf auf den höchsten Punkt Wiens, den Kahlenberg und über Grinzing wieder retour. Durch das Hop on – Hop off-Prinzip hat man genügend Zeit zum Flanieren und um die Aussicht oder den einen oder anderen G’spritzen zu genießen. Eine weitere Route, die nach dem gleichen Prinzip funktioniert, führt durch die alten Ortszentren und Kellergassen der Wiener Heurigenorte Strebersdorf und Stammersdorf. www.heurigenexpress.at, www.mayeramnussberg.at

Fälschermuseum @Alexandra Gruber
Fälschermuseum @Alexandra Gruber

Gefälschte Kunstwerke enttarnen

Das Fälschermuseum in Wien-Landstraße ist ein Museum ohne Originale, es stellt stattdessen Fälschungen und Kopien aus und präsentiert erstaunliche und skurrile Kriminalfälle rund um dieses Thema. Das Privatmuseum ist ein Unikat in Europa, vermutlich sogar weltweit. Es wurde von Diane Grobe und Christian Rastner, beide malen nebenberuflich, gegründet. Unter anderem werden Arbeiten des Fälschers der Hitler-Tagebücher Konrad Kujau gezeigt. Laut Schätzungen sind zehn Prozent aller Bilder in Museen weltweit Fälschungen. Manche davon sind so gut gemacht, dass selbst Kunstkennerinnen glauben, ein Original in Händen zu halten. So kurios es klingt, es gibt auch falsche Fälschungen. Was es damit auf sich hat, wird im Museum verraten. Auch Führungen sind nach Terminabsprache möglich. www.faelschermuseum.com




Quelle und noch viel mehr innovative Wientipps findest du in: „Spontan mit Plan - Wien“ von Alexandra Gruber & Wolfgang Muhr. Das Buch ist 2022 im Styria Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich. Weitere Regionalreiseführer der AutorInnen unter: https://www.panoramabox.at

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Was die Region Hauts-de-France im Norden Frankreichs so besonders macht – Teil II

Sonntag, Juli 17, 2022 Svenja 0 Comments

Als ich aufwache blinzelt die Sonne mir zwischen den schweren Vorhängen in meinem gemütlichen Schlafzimmer entgegen und will mich nach dem erlebnisreichen Tag gestern auch heute in den Tag locken. Die Nacht war ruhig und ich habe in meinem gemütlichen Bett tief und fest geschlafen, so dass ich mich nun kurz räkele und dann mit Schwung in den neuen Tag starte. Als ich durch meinen Flur schlendere begrüßt mich durch die große Fensterfront im Wohnzimmer schon die Sonne, zwei Spatzen sitzen auf meinem Balkon und die Boote im Hafen schaukeln sanft.

 
„Jetzt nur keine Hektik“ denke ich mir und bereite mir eine Tasse Kaffee zu, decke nebenbei meinen Balkontisch zum Frühstück und atme tief die salzige Meeresbrise ein. Nicht weit entfernt von meiner Unterkunft - dem Evancy Boulogne-sur_Mer La marina -finden sich einige kleine Supermärkte und eine Bäckerei und so habe ich mich schon gestern mit ein paar Köstlichkeiten für mein Frühstück eingedeckt. Ich brauche kein Buffet, keine Menschenschlangen zum Frühstück – nur diesen fantastischen Ausblick, ein frisches Croissant, Butter aus der Region und hausgemachte Marmelade, die ich gestern auf dem Bauernmarkt hier eingekauft habe. Herz, was willst du mehr?!
 

 
Während ich in der Morgensonne sitze blicke ich gen Altstadt, meinem heutigen Ziel. Der Belfried aus dem 12. Jahrhundert ragt weit über die Stadt und auch die Kuppel der Basilika Notre-Dame de l’Immaculée Conception de Boulogne lässt sich erahnen, auch wenn sie sich derzeit für Renovierungsarbeiten leider verhüllt zeigt. Dennoch bekomme ich schon jetzt einen Eindruck von der wunderschönen Architektur der Festungsstadt, die hoch oben auf einer Anhöhe gelegen und mit dicken Mauern umgeben ist. Hier finden sich urige Restaurants, kleine Boutiquen und ganz viel Geschichte, zudem Grünanlagen und Museen und nur wer die kleinen, verwinkelten Gassen wirklich erlebt, bekommt ein Gefühl für die große Geschichte der Stadt.
 

 
Ich mache mich also frisch, packe meine Tasche und mache mich zu Fuß auf den Weg in die Altstadt – bei sommerlichen Temperaturen eine Strecke, die ich bergauf lieber langsam schlendere und dabei das Leben von Boulogne betrachte, wie auch die wunderschöne Kunst an Hauswänden, Stromkästen & Co, die mich bis vor die Tore der Altstadt begleitet. Geschäfte öffnen ihre Pforten, in den Cafés sitzen die ersten Gäste und über allem liegt das Geschrei der Möwen, als ich die Grande Rue Richtung Monument à Mariette laufe. Denn der eigentlichen Festungsstadt vorgelagert ist mit dem „Le square Mariette“ eine kleine Anlage mit Nachbildungen ägyptischer Baukunst, welche zu Ehren des aus Boulogne stammenden Ägyptologen Auguste Mariette erbaut wurde. Schon hier kann ich mich kaum sattsehen an der kleinen Pyramide, dem beeindruckenden Obelisken und der wunderschönen Anlage selbst, die vor der Kulisse einer stattlichen Stadtmauer um so eindrucksvoller wirkt.

 
Durch eines der massiven Stadttore gelange ich nun in die Altstadt von Boulogne und entscheide, diesen Bereich zunächst „von oben“ zu erkunden, weswegen ich die Stufen der Stadtmauer erklimme und schließlich meine Runde auf ihr entlang spaziere. Von hier habe ich nicht nur unvergleichbare Blicke über die Stadt, bis hin zum Hafen und zu meinem Hotel, ich kann zur anderen Seite auch die vielen verwinkelten Gassen der Altstadt überblicken und komme nicht umhin mich zu fragen, wie das Leben vor vielen hundert Jahren hier wohl verlief. Das Kopfsteinpflaster sorgt bei den wenigen Autos hier für einen unverwechselbaren Sound, Spatzen haben zudem die alten Gemäuer für sich erobert und so klingt das alte Boulogne ganz anders,als die moderne Stadt. Die dicken Mauern strahlen selbst in der Sommerhitze eine angenehme Kühle aus und durch die kleinen Straßen weht ein Hauch von Geschichte. Bunte Blüten heben sich von dem Grau der Steine ab und geben dieser fast schon musealen Umgebung Leben, während alt ehrwürdige Gebäude wie die Basilika, oder das Château d’Aumont immer wieder an die Geschichte dieses Ortes erinnern. 

 
Schon von den Römern wegen der guten Lage des Hafens genutzt hat Boulogne nicht nur Könige, Kreuzzüge, Kaiser und Kriege überstanden, sondern dabei auch seinen ursprünglichen Charme behalten, der heute vor allem europäische Touristen tief beeindruckt. Zwischen den dicken Mauern stehend, den blauen Himmel über mir greife ich nach einem Stein der Stadtmauer, die alles hier umfasst – fest, kalt und grau hat sie doch so viel Leben in sich bewahrt und erzählt ganz leise ihre Geschichte. Und während am Hafen von Boulogne-sur-Mer das Leben pulsiert, ist es hier oben fast stehengeblieben.

 
Ich möchte noch weiter abtauchen in die Geschichte der Stadt und so steht als erstes die Basilika Notre-Dame de Boulogne auf meinem Plan, deren riesiges Innere kostenlos besichtigt werden kann. Freundlich werde ich hier auf englisch begrüßt und erhalte von dem engagierten Team vor Ort interessante Informationen zu dem Bau, der derzeit umfassend saniert wird. Vergleichsweise kahl wirkt er auf mich, mit wenig Schmuck oder Gemälden wie ich es es aus anderen Kirchen kenne und so wundert es mich doch, dass das fast schon glanzlose Innere nicht mit der prunkvollen Fassade mithalten kann. Doch ich erfahren, dass auch hier umfangreiche Sanierungen durchgeführt werden und die Basilika noch nicht in ihrem vollen Glanz erstrahlt.

 
Ganz anders sieht es in der unter der Basilika gelegenen Krypta aus, einer der größten Europas übrigens: auf 1.400 Quadratmetern können hier Kunstschätzen aus der 2000-jährigen Geschichte von Boulogne-sur-Mer bewundert werden. Ich steige also die Treppen hinab zur Krypta und mit einem kleinen Plan ausgestattet tauche ich dann ein in eine Welt unter der Welt. Nur sanft ausgeleuchtet ziehen sich hier Gänge durch das Erdreich, ausgestattet mit antiken Wandgemälden, Statuen und Flachreliefs der Vergangenheit. Immer wieder tun sich Hallen auf, Gewölbe, verwobene Wege in denen mich Goldarbeiten, Gemälde und Reliquien erwarten. Ruhig und kühl ist es hier unten, jedes einzelne Exponat, jeder einzelne Gang lassen mich ehrfürchtig werden ob unserer Geschichte.

 
Besonders die filigrane Goldarbeit vergangener Zeiten, die hier – besonders ausgeleuchtet und durch eine Vitrine geschützt – dargestellt wird beeindruckt mich, denn durch ihre Platzierung in einem nur schwach ausgeleuchteten Raum mit gewölbten Decken und schwerem Stein wirkt sie ätherisch schön, wie der strahlende Mond vor einem schwarzen Nachthimmel.

 
Als ich nach einer guten Stunde wieder in die Sonne trete, brauche ich einen Moment, um mich an ihre Wärme und Helligkeit zu gewöhnen und mich überirdisch wieder zurecht zu finden. Ich blinzele in den Himmel und mein Blick fällt auf eine der kleinen Bars, die sich hier in der Altstadt angesiedelt haben. Ein kleiner Raum mit Theke, kaum genug für seine 5 Tische, wirkt auf den ersten Blick zwar unscheinbar, seine unschlagbar gute Lage direkt an der Basilika und die einladende Terrasse laden mich aber doch auf ein kühles Getränk mit wunderbarem Blick auf meine Umgebung ein. Ich habe Zeit, lasse mich treiben, beobachte die Menschen die durch die Straßen ziehen und plane meinen nächsten Punkt für heute – das Château d’Aumont. 

 
Diese ehemalige Wehrburg mit Wassergraben aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts beherbergt heute ein abwechslungsreiches Kunst- und Archäologiemuseum und steht damit ganz oben auf meiner Wunschliste für Boulogne, zumal alleine auch schon die Architektur des Château an sich wirklich atemberaubend anmutet.
Auf drei Etagen werden hier unter anderem wunderschöne ägyptische Exponate gezeigt, wie beispielsweise Wandgemälde, oder Sarkophage und Mumien – wer mich kennt weiß, dass gerade dieses Thema mich schon immer fasziniert hat. Aber auch die einzigartige griechische Keramik die hier ausgestellt wird, die Sammlung von Inuit-Kunst, die zu den größten der Welt gehört oder die Abteilung für Bildende Kunst und Kunstgewerbe mit Gemälden und Skulpturen beeindrucken mich nachhaltig. 

 
Es gibt viel zu erleben und doch habe ich das Gefühl, dass die Ausstellung nicht zu überfluten versucht und viel Raum lässt, das Gesehene zu verarbeiten. Die Aufteilung der Themenbereiche, die Anordnung in diesem historischen Gemäuer und die ausreichende, nicht aber überladene Information an jedem Objekt bringen die Ausstellung Besuchern jeder Art näher, ohne dabei belehrend zu wirken. Sie macht Freude an Geschichte und bietet so viele „Wow“ Momente, dass ich kaum weiß, wohin ich meinen Blick als nächstes wenden soll.
Als mich mein Weg dann noch in die unterirdischen Gänge zu den Überresten der Befestigungsanlage und der Ausstellung römischer Altertümer führt bin ich gänzlich hin und weg, denn so viel Feinsinn für Kunst und Kultur hätte ich hier wahrlich nicht erwartet. Was für eine beeindruckende Sammlung und damit absolut einen Besuch wert!

 
Ich kann mich kaum trennen von diesem beeindruckenden Ort und doch zieht es mich weiter, denn Geschichte lässt sich hier in der Altstadt wirklich an jeder Ecke erleben. Ich besuche noch das Palais Imperial aus dem 18 Jahrhundert, den alles überragenden Belfried aus dem 12 Jahrhundert und mache eine Pause im kleinen, schattigen Garten der Basilika bevor ich mich schließlich wieder auf den Weg Richtung Neustadt mache.


 
Hier gibt es zwar alle Geschäfte, die der Urlauber vielleicht brauchen könnte, mich spricht aber nichts wirklich an. Was ich brauche, dass sind keine Schuhe, keine Haute Couture oder Schmuck, ich will französische Lebensart shoppen, Produkte aus der Region und Alltägliches. Manch einer mag jetzt den Kopf schütteln, aber Lebensmittelmärkte in anderen Ländern sind für mich ein Ausdruck realen Lebens, unverschnörkelt, echt und oftmals auch ganz regional. Und so mache ich mich nach Rückkehr ins Evancy La Marina mit dem Auto auf den kurzen Weg zum riesigen E.Leclerc im Südosten der Stadt. Mein Herz schlägt höher als ich die vielen regionalen Produkte sehe, französische Klassiker und Lieblinge, die ich in Deutschland nur schwer, oder sehr teuer bekomme. Auch das ist für mich Urlaub, hier kann ich ein bisschen mehr eintauchen in das echte Leben der Region und die nordfranzösische Kultur wirklich erfassen. Mit einer vollen Tasche voller neuer und alter Lieblingsprodukte mache ich mich also auf den Heimweg, denn langsam weht eine kühle Brise vom Meer hinein, die Sonne verliert allmählich ihre Kraft und der Abend zieht auf. 
 
 
Ich habe Hunger und möchte heute den Gourmetklassiker der Region überhaupt genießen – frische Muscheln, auch bekannt als Moules Frites. Eine echte Kindheitserinnerung, denn schon mein Vater war bei unseren frühen Familienurlauben absoluter Fan der Meeresfrüchte.
Nachdem ich also meine Einkäufe verstaut habe mache ich mich nochmals entlang des Yachthafens auf dem Weg in das nahegelegene „O Kom Paraz“, welches mich schon am Vorabend so unglaublich gut bewirtet hatte. Ich brauche kein Chi Chi, nur ehrliche, qualitativ hervorragende Küche und einen guten Service, dann bin ich glücklich. 
 
 
Und was wird das für ein Abend - ich werde begrüßt, wie von alten Freunden, genieße den Blick auf den zentralen Place Dalton von meinem Tisch aus und genieße die besten Moules Frites seit langem. Das ist wirklich Lebensfreude, französisches savoir-vivre wie wir Deutschen es uns vorstellen und ich könnte mir in diesem Moment keinen besseren Platz vorstellen, um meinen Tag ausklingen zu lassen!

 
Infos zu meinem Tag in Boulogne-sur-Mer:
Unterkunft: Evancy Boulogne sur Mer - La Marina
Quai Chanzy, 62200 Boulogne-sur-Mer 
Appartements für 2 bis 6 Personen direkt am Yachthaften 
alle mit Küchenzeile, Wohnzimmer, Schlafzimmer(n), Bad und Balkon / Terrasse 
 
Rue de Lille 62200 Boulogne-sur-Mer
Mittelalterliche Kathedrale mit einer der größten Krypten Frankreichs
Öffnungszeiten im Sommer 9:30 Uhr bis 18 Uhr
 
1 Rue de Bernet, 62200 Boulogne-sur-Mer
Die Wasserburg beheimatet das Museum von Boulogne mit Kunst und Archäologie
Öffnungszeiten im Sommer 9:30 Uhr bis 18 Uhr


Unentgeltliche Pressereise in Kooperation mit Atout France, sowie den Tourismusbüros der Region Hauts-de-France und Boulogne-sur-Mer. Vielen Dank für die Einladung in diese wunderschöne Region!

 

 

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