#Corona Lifeupdate: Was die letzten Monate so (reisetechnisch) los war…

Donnerstag, April 30, 2020 Chamy 1 Comments

Statt diese Zeilen in meinem alten Kinderzimmer bei meinen Eltern „auf dem Land“ zu tippen, sollte ich eigentlich gerade mit dem Schiff auf der Rhone quer durch Frankreich schippern. Aber ich brauche euch ja nicht zu sagen, dass in den letzten Wochen so vieles anders kam als ursprünglich geplant.

April 2020: Ausflug vor die Haustüre

2019 - Viele Reisen, große Schreibflaute

Aber beginnen wir von vorne, denn wenn ich auf das Veröffentlichungsdatum meines letzten Reiseberichts schaue, bekomme ich fast ein schlechtes Gewissen. Der letzte Text von mir stammt von Ende Juli und handelte von meinem Kurzurlaub im Almwellness Hotel Pierer. Wenn man bedenket, dass nun schon fast Mai des darauffolgenden Jahres ist, habe ich mich hier also mehr als ein halbes Jahr nicht gemeldet. Ich bin ehrlich, an Themen würde es mir absolut nicht fehlen. Ich bin letztes Jahr doch ganz schön herumgekommen und hätte auch noch gut 25-30 Beiträge aus dem Vorjahr in petto.

2019 machte ich drei entspannende Kurztrips in Wellnesshotels (Rogner Bad Blumau, Almewellness Pierer und in den Antoniushof in Bayern), flog zum ersten Mal nach Bulgarien, wo ich die Hauptstadt Sofia, aber auch Plowdiw – Kulturhauptstadt 2019 – unsicher machte, ehe es für ein paar Tage auf die deutsche Insel Usedom ging. Im Sommer verbrachte ich eine entspannte Woche in Hamburg, wo ich hauptsächlich Freunde traf, aber auch endlich die blühende Lüneburger Heide bestaunen konnte. Und dann kam im Herbst der große Nordamerika-Trip, wo ich mit dem Kreuzfahrtschiff von Montreal nach New York schipperte und fast 3 Wochen Nationalparks, die Niagarafälle und großartige Städte wie etwa Toronto kennenlernen durfte.

Lüneburger Heide und meine Video-Traumreise in die blühende Natur

Zwischen all den Reisen kamen noch unzählige Ausflüge hinzu. Ein Tagestrip zum Nationalpark Gesäuse, ein Ausflug quasi vor die eigene Haustüre auf die Perchtoldsdorfer Heide (die ich in fast 30 Jahren tatsächlich noch nie zuvor besucht hatte!), rauf auf den Harzberg, wo es seit Neuestem eine kleine Kängurufarm gibt, ein Besuch im Chocolate Museum im Wiener Prater, ein eher bescheidener Ausflug in den Naturpark Purkersdorf, ein lustiger Bloggertag im Prater, seit Ewigkeiten mal wieder rauf auf den Donauturm und die Aussicht über ganz Wien genießen und und und…

Eigentlich wollte ich hierzu meinen obligatorischen Reise-Jahresrückblick – den ich immer brav über die Weihnachtsfeiertage tippe – machen, aber auch hierzu hat meine Motivation gefehlt. Beziehungsweise habe ich die Zeit in meinem ASMR YouTube Channel gesteckt und schwups waren die paar Tage auch schon wieder um und der normale Arbeitswahnsinn hatte mich wieder.
Und wie es auch schon die letzten Jahre so war – ich sag nur: "Täglich grüßt das Murmeltier" – begann der Jahresanfang mit gesundheitlichen Problemen. Zuerst meine rheumatischen Gelenkschmerzen, die sich bei Kälte und Nässe immer sehr gerne melden und dann kamen noch Luftprobleme obendrauf... Die Wochen vor Corona standen bei mir also im Zeichen von unzähligen Arztbesuchen.

2020 - Das Jahr der vielen Kurzreisen


Eine Reise habe ich 2020 aber trotzdem geschafft: Paris! Einen Tag nach Silvester ging es mit meiner liebsten Vicky in "die Stadt der Liebe". Aber auch schon diese Reise startete eher unglücklich, denn wir waren genau zum Zeitpunkt der großen Pensionsstreiks vor Ort. Bedeutete im Klartext: Die meisten Transportunternehmen fuhren nicht und wir mussten uns 90% der Zeit zu Fuß von A nach B bewegen. Unseren geplanten Ausflug ins Disneyland konnten wir somit auch knicken, da es trotz langer Recherchen nicht wirklich möglich war,  hin – und vor allem abends wieder zurück – zu kommen. Nichtsdestotrotz waren es schöne und vor allem lustige Tage in Paris. Wir liefen täglich zig Kilometer, futterten am Straßenrand unser Take-Away-Essen, machten auf Kultur im Louvre und kletterten nachts auf den toll beleuchteten Eiffelturm.

erste und einzige Reise 2020

Diese Reise sollte eigentlich der Start in ein spannendes Reisejahr werden. Kurz nach meiner Rückkehr aus Frankreich buchte ich 2 Trips nach Deutschland. Einerseits wollte ich endlich langjährige Arbeitskollegen in und rund um Stuttgart besuchen und dann stand auch mein jährlicher Hamburgbesuch an. Letzteres wollte ich mit einer entspannenden Woche an der Mecklenburgische Seenplatte verbinden. Auch wurde Vickys Junggesellenabschied auf Mallorca – Ballermann olé – gebucht und mit Kerstin sollte es für etwas mehr als eine Woche ins schöne Italien für einen Reiturlaub mit kurzem und knackigen Sightseeing Programm rund um Bologna gehen. Mama und ich wollten unseren diesjährigen Mutter-Tochter-Urlaub im lettischen Riga verbringen und dann kamen Kerstin und ich noch auf die glorreiche Idee eine Flusskreuzfahrt durch Frankreich zu buchen.

Und dann kam Corona – oder auch „Freitag der 13.“

Im Nachhinein gesehen die „dümmste Idee“ die man haben konnte, denn all die oben aufgezählten Reisen waren – schon bevor Corona im Munde aller war! – fixiert, gebucht und bezahlt worden. Aber die Flusskreuzfahrt haben wir tatsächlich erst am 5. März mit den Worten „no risk, no fun“ gebucht. In Österreich gab es zu diesem Zeitpunkt noch keinen offiziellen Corona-Fall, aber in unserem Nachbarland Italien waren ein paar Tage zuvor schon etliche Covid-19-Fälle bestätigt worden. In irgendeinem Interview habe ich gelesen, dass es unter anderem der „europäischen Überheblichkeit geschuldet sei, dass das Virus hier so schnell zur Ausbreitung geführt hat“. Also quasi das europäische Denken, dass es uns nicht treffen kann / wird. Und scheinbar war es auch dieses „europäische Denken", was uns zur Buchung veranlasst hat. Ich weiß noch, als wir beratschlagt haben, ob es denn möglich wäre, dass sich Corona auch in Österreich ausbreiten könne. Wir dann aber gelassen zu dem Entschluss kamen, dass die Italiener die Krise sicher bald in den Griff bekommen werden und das Thema in den nächsten Tagen vom Tisch sei und uns wohl nicht weiter betreffen werde. Also haben wir Anfang März noch eine Frankreichreise für Mitte April gebucht.

Und dann ging eigentlich alles ganz schnell... Nur wenige Tage danach gab es von unserer Bundesregierung die erste Pressekonferenz zum Thema „Corona“. Und obwohl alles noch recht locker klang und Ausgangsbeschränkungen noch in weiter Ferne lagen, habe ich ab diesem Zeitpunkt schon geahnt, was auf uns zukommen wird. Ein guter Freund von mir – Italiener, aus der Nähe von Bergamo – saß zu diesem Zeitpunkt immerhin schon seit 2 Wochen im Home Office und die Ereignisse bei ihm in der Lombardei überschlugen sich. Noch vor der offiziellen Pressekonferenz am 13.03. hatte ich also im Kopf schon alle Vorkehrungen für eine mögliche Ausgangsbeschränkung getroffen und meinen Eltern Bescheid gesagt, dass ich Wien erstmals den Rücken kehren und zu ihnen kommen würde. Ich kann mich noch an die Verwunderung meiner Mama am Telefon erinnern. Als ich dann zu ihr meinte: „Du wirst auch in wenigen Tagen im Home Office sitzen, lass uns wetten!“, musste sie nur lachen. Ein paar Tage später, waren wir quasi schon Arbeitskollegen bzw. saßen in derselben Wohnung an unseren Schreibtischen und arbeiteten fröhlich vor uns hin.

Der „Lockdown“, mein 30er und wie es nun weiter geht

Das Ganze ist nun 6,5 Wochen her und seitdem sitze ich nun also in Guntramsdorf. Irgendwie hat sich alles, aber doch auch nichts verändert. Wer mich kennt (oder mir auf Instagram @chamy.at folgt), weiß, dass ich ein „unruhiger Geist“ bin. Zuhause rumsitzen ist nicht wirklich meines und bekanntlich bin ich auch immer auf Achse. Freunde treffen, Eventeinladungen, Verabredungen zum Essen oder einen After-Work-Drink, Reisen, Ausflüge & Co. standen normalerweise auf meinem Tagesprogramm. Ein Tag daheim in den eigenen vier Wänden? Ein verlorener Tag. Nun ja, Corona hat mich gelehrt, dass es auch anders geht – denn eigentlich vermisse ich nichts. Ganz im Gegenteil, ich finde es entspannend, mal „nichts“ tun zu müssen, und auch mal einen kompletten Tag in Schlafklamotten rumzugammeln. Untätig war ich allerdings nicht, denn Arbeit gab und gibt es genug, auch wenn leider nicht alles davon bezahlt ist. Ja, auch mich hat Corona finanziell erwischt und etliche Aufträge sind weggebrochen oder erstmal auf Stand-by. Ist zwar blöd, aber so konnte ich die Zeit nutzen und mich in anderen Bereichen kreativ entfalten. Gerade die Videosparte macht mir zur Zeit unglaublich viel Spaß und ich sprudle nur über vor Ideen.

Wie es nun weiter geht? Steht alles irgendwie in den Sternen. Mit Ende dieser Woche laufen die Ausgangsbeschränkungen bei uns in Österreich aus. Wir dürften also wieder offiziell Freunde treffen, die Läden öffnen ihr Pforten und nach und nach wird wohl auch wieder die Normalität einkehren. Am Montag den 4. Mai habe ich meinen 30er und irgendwie hatte ich die ganzen letzten Monate das Gefühl, dass sich DANN etwas ändern wird / muss. Ein neuer Lebensabschnitt? Was Neues ausprobieren? Corona kam mir da definitiv zuvor und ich weiß jetzt, dass ich mit jeglicher Situation ganz gut zurechtkomme und es absolut nichts bringt, alles zu zerdenken, wie ich es gerne mal tue. Es kommt sowieso meist anders als man denkt…

Insofern überlege ich auch nicht, wie es in ein paar Tagen, Wochen oder Monate weitergehen wird… Reisen würden aktuell noch einige anstehen. Ob, wie und wann ich diese antreten kann? Keine Ahnung. Wie es beruflich genau weiter geht? Auch keinen wirklich konkreten Plan. Aber wisst ihr was? Ich mach erstmal das,was ich für richtig halte, was mir Spaß macht und dann wird man schon sehen wie sich alles entwickelt und es weiter geht. Ich denke mir, man muss einfach das beste aus der derzeitigen Sitaution machen. Auf Chamy.at gibt es dazu auch einen Beitrag: Danke, Corona – Warum die Situation auch zur Selbstoptimierung beiträgt.

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