Roadtrip USA – was ihr zum Thema Mietwagen wissen solltet

Montag, Februar 10, 2020 Svenja 0 Comments

Für viele sind die USA ein begehrtes Reiseziel und ein Roadtrip vor allem durch den Westen steht bei Reisebegeisterten oft ganz oben auf der Wunschliste. Wer zum ersten Mal im Land der unbegrenzten Möglichkeiten unterwegs ist kann sich bei der Planung aber zunächst etwas überfordert fühlen, denn neben dem besten Flug, den Unterkünften, Shopping, Ausflügen etc. gibt es doch so Einiges zu beachten. Ich möchte euch daher in nächster Zeit einige Tipps zu den einzelnen Reisebereichen geben, denn nach mittlerweile gut 13 Reisen in dieses unglaublich schöne Land würde ich mich doch als „fortgeschrittene“ Reisende betrachten. Legen wir also heute los mit meinen Tipps zum perfekten Mietwagen:


Warum sich eine Buchung ab Deutschland anbietet
Egal, ob ihr euren Mietwagen bereits am Flughafen entgegen nehmt, oder euch erst ein paar Tage Entspannung vor Ort gönnt, eine Buchung ab Deutschland macht vor allem aus Versicherungsgründen Sinn. Bucht ihr nämlich über einen deutschen Anbieter, so sind in der Regel sehr viel umfänglichere Versicherungen inklusive als bei einer Buchung in den USA. Besonders wichtig ist hier eine erhöhte Haftpflicht, ein zusätzlicher Fahrer sowie eine Absicherung von Unterboden, Glas und Reifen die eigentlich bei deutschen Portalen standardmäßig inklusive sind. So seid ihr im Fall der Fälle bestens abgesichert und habt von Anfang an auch eine gute Preisübersicht, denn ihr müsst vor Ort keine teuren Zusatzoptionen dazu buchen. Passt aber bei der Fahrzeugübernahme auf, dass man euch nicht doch noch etwas andreht, denn das ist Herrn A. und mir schon des Öfteren aufgefallen – obwohl das All-Inklusive-Versicherungspaket auf dem Mietvertrag ausgewiesen ist, wurde uns dennoch dies und das angeboten. Einfach freundlich ablehnen und gut!
Ein zusätzlicher Tipp: Viele deutsche Portale bieten die Option an, den Mietwagen mit leerem Tank abzugeben, was sich für uns mittlerweile bewährt hat. Ihr braucht so nicht noch im Rückreisestress eine Tankstelle suchen, sondern könnt einfach den Wagen leer abgeben. Der Aufpreis dafür entspricht lediglich einer Tankfüllung und ist ein kleiner Luxus, den wir uns gerne gönnen.



Die richtige Mietwagengröße
Von klein und übersichtlich bis „beinahe LKW“ bekommt ihr in den USA so ziemlich jede Wagenklasse, die euer Herz begehrt. Dabei ist es aber wie im wahren Leben und ihr solltet nicht nur aufs Äußere achten, denn was auch immer ihr auswählt wird euch den ganzen Urlaub lang begleiten und euch und euer Gepäck transportieren. Mit einem Cabrio den Hwy 1 in Kalifornien entlang zu fahren mag in der Vorstellung echt cool sein, der Kofferraum bei diesen Dingern ist aber zumeist recht klein und ihr solltet gut überlegen, ob euer Gepäck dort hinein passt. Die Alternative etwas auf der Rücksitzbank zu verstauen bedeutet nämlich, dass ihr das Convertible bei jeden Stopp zufahren müsst um Langfinger von der all zu leichten Beute abzuhalten. Mehr Stauraum, eine erhöhte Sitzposition und somit perfekte Sicht bieten da SUVs, mit denen Herr A und ich im wahrsten Sinne immer gut gefahren sind. An der Ostküste wünschte sich der Mann dann sogar ein riesiges Schiff, einen Ford Expedition der fast schon einen LKW glich und ein Trittbrett ausfuhr, damit kleine Menschen wie ich überhaupt einsteigen konnten *lach. Ein geräumiger, super bequemer aber auch durstiger Begleiter der zudem im überfüllten Stadtverkehr von Boston schon einiges an Konzentration verlangte! Im Osten der USA war der Sprit mit durchschnittlich 2,50$ pro Gallone recht günstig, an der Westküste mit 4$ reißt aber ein so spritfressendes Monster ein enormes Loch in die Reisekasse – auch das solltet ihr also bedenken.


Alles fit?
Seid ihr bei eurem Vermieter angekommen und habt euch am Tresen angemeldet, bekommt ihr eure Papiere in die Hand gedrückt und könnt euch zumeist aus der sogenannten „Choiceline“ etwas aussuchen. Grob nach Wagenklassen sortiert findet ihr hier dann die verschiedensten Fabrikate und die Auswahl des perfekten Gefährts ist nicht immer leicht. Lasst euch hier Zeit, prüft den Wagen auf Schäden, den Zustand der Reifen, die Kilometerzahl und auch die verbleibende Motoröl-Lebensdauer, damit ihr unterwegs keine bösen Überraschungen erlebt. Wir mussten bereits zwei mal einige Zeit in der Werkstatt verbringen, um das Motoröl wechseln zu lassen, einen Wagen wegen eines platten Reifens tauschen, einen anderen wegen abgefahrener Reifen und so weiter. Mit unserem Standard-Vermieter National alles kostenlos und kein Problem, es kostet aber wertvolle Urlaubszeit und kann verhindert werden, wenn ihr euch das Auto vorher genau anschaut! In unserem letzten USA Urlaub hatten wir uns zB in Boston einen wundervollen Suburban ausgesucht, der bei näherem Blick aber nur noch gut 500 Meilen bis zum nächsten Ölwechsel hatte – unser Roadtrip war aber deutlich länger und so hätten wir den Wagen unterwegs tauschen, oder zum Ölwechsel geben müssen. Wir stiegen also lieber gleich auf einen Expedition um, der uns den Urlaub hindurch sicher begleitete


Tetris – oder auch: richtig einpacken
Ein Roadtrip bedeutet das größtmögliche Maß an Freiheit, heute hier und morgen dort. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass ihr keinen festen Ausgangspunkt habt und eure Koffer in jeder neuen Unterkunft aus- und wieder einladen müsst. Ein Roadtrip ist tatsächlich ein Leben aus dem Koffer und daher kann ich euch nur wärmstens ans Herz leben vorausschauend zu packen, sowohl im Koffer selbst, als auch im Auto. Es bringt euch nichts, wenn ihr jeden Morgen erst mal ewig lange nach einem frischen Slip wühlen müsst, oder euer Koffer im Kofferraum hinter Tüten und Kram so weit nach hinten rutscht, dass ihr erst den halben Wagen ausladen müsst um sie zu erreichen. Ich habe daher mein eigenes System entwickelt, weiß ganz genau was wo im Koffer liegt und kann so auch auf die schnelle frische Kleidung heraus angeln. Herr A. ist zudem Meister darin die Koffer so zu verstauen, dass sie auch im Falle einer starken Bremsung gut liegen und wir doch schnell an sie heran kommen. Und ganz ehrlich, manchmal lohnt es sich auch den Kulturbeutel und frische Wäsche für eine Nacht in einen kleinen Rucksack zu schmeißen, so dass ihr die Koffer in sicheren Gegenden im Auto lassen könnt und nur mit leichtem Gepäck übernachtet.
Zugegeben, mit zu viel Ordnung im Kofferraum „outet“ ihr euch zwar als Touristen, denn den Amis liegt nichts ferner als ein sortierter Kofferraum, aber wen störts?!


Was unterwegs nützlich ist
Die Frage, welche Gimmicks unterwegs nützlich sein können wird wohl jeder anders beantworten, denn jeder hat andere Bedürfnisse. Für uns ist eine Kühlbox unabdingbar, denn darin können wir egal bei welchem Wetter nicht nur Getränke und Lebensmittel, sondern auch Medikamente und sogar meine Kosmetik vor Hitze schützen. Solche Boxen gibt es um 16$ in jedem größeren Walmart (oder anderen Supermarkt), Kühlpacks bekommt ihr ab 1$ ebenfalls dazu und Hotels bieten Eiswürfel sogar oft kostenlos an. Selbst wenn ihr also eine Pause in der Mojave Wüste macht habt ihr kühle Getränke und Snacks dabei. Achtet aber darauf die Kühlbox auf der Rücksitzbank anzuschnallen – so kommt ihr schnell an sie heran und sie steht trotzdem absolut sicher. Wir haben unsere Box übrigens nach dem letzten Urlaub in einem Thriftstore gespendet :)
Ebenfalls nützlich kann ein USB Stick mit eurer Lieblingsmusik sein, denn in den einsamen Gegenden von Utah ist der Radioempfang oft recht mau und nicht jeder Wagen hat ein CD Fach, Satelliten-Radio muss zudem oft extra gezahlt werden. Zudem empfehle ich euch einen Navi Halter und eine USB-Steckdosenleiste, die einen einfachen USB-Anschluß in viele verwandelt und so Platz für eure Handys, Navi etc bietet. Als super nützlich hat sich auch eine Packung Küchenrolle und einfacher Glasreiniger erwiesen, denn in Wischwassertank des Mietwagens ist oftmals nur klares Wasser und nach einer Fahrt durch die Nationalparks erschweren Insekten, Staub und Dreck gerne mal die klare Sicht. Da Tankstellen nicht immer in der Nähe sind könnt ihr mit Glasreiniger und Küchenrolle die Scheibe in Windeseile wieder säubern – zudem die perfekte Ausstattung um die „Plumpsklos“ in den Nationalparks etwas erträglicher zu machen!


Ihr seht, wer auf Kleinigkeiten achtet ist auch „on the road“ bestens vorbereitet und wird viel Freunde mit seinem Mietwagen haben. Und sollte doch mal etwas sein, so haben wir die Erfahrung gemacht das die Vermieter super hilfsbereit sind und auch ein Wagentausch kein Problem ist – in einem Urlaub hatten wir sogar mal 4 (!) verschiedene Auto, natürlich ohne Aufpreis. Eure Euphorie für den anstehenden Urlaub in Ehren, aber wer bei der Buchung und Übernahme des Mietwagens einen kühlen Kopf behält, der fährt deutlich besser!


0 Kommentare: