#Corona Lifeupdate: Was die letzten Monate so (reisetechnisch) los war…

Donnerstag, April 30, 2020 Chamy 1 Comments

Statt diese Zeilen in meinem alten Kinderzimmer bei meinen Eltern „auf dem Land“ zu tippen, sollte ich eigentlich gerade mit dem Schiff auf der Rhone quer durch Frankreich schippern. Aber ich brauche euch ja nicht zu sagen, dass in den letzten Wochen so vieles anders kam als ursprünglich geplant.

April 2020: Ausflug vor die Haustüre

2019 - Viele Reisen, große Schreibflaute

Aber beginnen wir von vorne, denn wenn ich auf das Veröffentlichungsdatum meines letzten Reiseberichts schaue, bekomme ich fast ein schlechtes Gewissen. Der letzte Text von mir stammt von Ende Juli und handelte von meinem Kurzurlaub im Almwellness Hotel Pierer. Wenn man bedenket, dass nun schon fast Mai des darauffolgenden Jahres ist, habe ich mich hier also mehr als ein halbes Jahr nicht gemeldet. Ich bin ehrlich, an Themen würde es mir absolut nicht fehlen. Ich bin letztes Jahr doch ganz schön herumgekommen und hätte auch noch gut 25-30 Beiträge aus dem Vorjahr in petto.

2019 machte ich drei entspannende Kurztrips in Wellnesshotels (Rogner Bad Blumau, Almewellness Pierer und in den Antoniushof in Bayern), flog zum ersten Mal nach Bulgarien, wo ich die Hauptstadt Sofia, aber auch Plowdiw – Kulturhauptstadt 2019 – unsicher machte, ehe es für ein paar Tage auf die deutsche Insel Usedom ging. Im Sommer verbrachte ich eine entspannte Woche in Hamburg, wo ich hauptsächlich Freunde traf, aber auch endlich die blühende Lüneburger Heide bestaunen konnte. Und dann kam im Herbst der große Nordamerika-Trip, wo ich mit dem Kreuzfahrtschiff von Montreal nach New York schipperte und fast 3 Wochen Nationalparks, die Niagarafälle und großartige Städte wie etwa Toronto kennenlernen durfte.

Lüneburger Heide und meine Video-Traumreise in die blühende Natur

Zwischen all den Reisen kamen noch unzählige Ausflüge hinzu. Ein Tagestrip zum Nationalpark Gesäuse, ein Ausflug quasi vor die eigene Haustüre auf die Perchtoldsdorfer Heide (die ich in fast 30 Jahren tatsächlich noch nie zuvor besucht hatte!), rauf auf den Harzberg, wo es seit Neuestem eine kleine Kängurufarm gibt, ein Besuch im Chocolate Museum im Wiener Prater, ein eher bescheidener Ausflug in den Naturpark Purkersdorf, ein lustiger Bloggertag im Prater, seit Ewigkeiten mal wieder rauf auf den Donauturm und die Aussicht über ganz Wien genießen und und und…

Eigentlich wollte ich hierzu meinen obligatorischen Reise-Jahresrückblick – den ich immer brav über die Weihnachtsfeiertage tippe – machen, aber auch hierzu hat meine Motivation gefehlt. Beziehungsweise habe ich die Zeit in meinem ASMR YouTube Channel gesteckt und schwups waren die paar Tage auch schon wieder um und der normale Arbeitswahnsinn hatte mich wieder.
Und wie es auch schon die letzten Jahre so war – ich sag nur: "Täglich grüßt das Murmeltier" – begann der Jahresanfang mit gesundheitlichen Problemen. Zuerst meine rheumatischen Gelenkschmerzen, die sich bei Kälte und Nässe immer sehr gerne melden und dann kamen noch Luftprobleme obendrauf... Die Wochen vor Corona standen bei mir also im Zeichen von unzähligen Arztbesuchen.

2020 - Das Jahr der vielen Kurzreisen


Eine Reise habe ich 2020 aber trotzdem geschafft: Paris! Einen Tag nach Silvester ging es mit meiner liebsten Vicky in "die Stadt der Liebe". Aber auch schon diese Reise startete eher unglücklich, denn wir waren genau zum Zeitpunkt der großen Pensionsstreiks vor Ort. Bedeutete im Klartext: Die meisten Transportunternehmen fuhren nicht und wir mussten uns 90% der Zeit zu Fuß von A nach B bewegen. Unseren geplanten Ausflug ins Disneyland konnten wir somit auch knicken, da es trotz langer Recherchen nicht wirklich möglich war,  hin – und vor allem abends wieder zurück – zu kommen. Nichtsdestotrotz waren es schöne und vor allem lustige Tage in Paris. Wir liefen täglich zig Kilometer, futterten am Straßenrand unser Take-Away-Essen, machten auf Kultur im Louvre und kletterten nachts auf den toll beleuchteten Eiffelturm.

erste und einzige Reise 2020

Diese Reise sollte eigentlich der Start in ein spannendes Reisejahr werden. Kurz nach meiner Rückkehr aus Frankreich buchte ich 2 Trips nach Deutschland. Einerseits wollte ich endlich langjährige Arbeitskollegen in und rund um Stuttgart besuchen und dann stand auch mein jährlicher Hamburgbesuch an. Letzteres wollte ich mit einer entspannenden Woche an der Mecklenburgische Seenplatte verbinden. Auch wurde Vickys Junggesellenabschied auf Mallorca – Ballermann olé – gebucht und mit Kerstin sollte es für etwas mehr als eine Woche ins schöne Italien für einen Reiturlaub mit kurzem und knackigen Sightseeing Programm rund um Bologna gehen. Mama und ich wollten unseren diesjährigen Mutter-Tochter-Urlaub im lettischen Riga verbringen und dann kamen Kerstin und ich noch auf die glorreiche Idee eine Flusskreuzfahrt durch Frankreich zu buchen.

Und dann kam Corona – oder auch „Freitag der 13.“

Im Nachhinein gesehen die „dümmste Idee“ die man haben konnte, denn all die oben aufgezählten Reisen waren – schon bevor Corona im Munde aller war! – fixiert, gebucht und bezahlt worden. Aber die Flusskreuzfahrt haben wir tatsächlich erst am 5. März mit den Worten „no risk, no fun“ gebucht. In Österreich gab es zu diesem Zeitpunkt noch keinen offiziellen Corona-Fall, aber in unserem Nachbarland Italien waren ein paar Tage zuvor schon etliche Covid-19-Fälle bestätigt worden. In irgendeinem Interview habe ich gelesen, dass es unter anderem der „europäischen Überheblichkeit geschuldet sei, dass das Virus hier so schnell zur Ausbreitung geführt hat“. Also quasi das europäische Denken, dass es uns nicht treffen kann / wird. Und scheinbar war es auch dieses „europäische Denken", was uns zur Buchung veranlasst hat. Ich weiß noch, als wir beratschlagt haben, ob es denn möglich wäre, dass sich Corona auch in Österreich ausbreiten könne. Wir dann aber gelassen zu dem Entschluss kamen, dass die Italiener die Krise sicher bald in den Griff bekommen werden und das Thema in den nächsten Tagen vom Tisch sei und uns wohl nicht weiter betreffen werde. Also haben wir Anfang März noch eine Frankreichreise für Mitte April gebucht.

Und dann ging eigentlich alles ganz schnell... Nur wenige Tage danach gab es von unserer Bundesregierung die erste Pressekonferenz zum Thema „Corona“. Und obwohl alles noch recht locker klang und Ausgangsbeschränkungen noch in weiter Ferne lagen, habe ich ab diesem Zeitpunkt schon geahnt, was auf uns zukommen wird. Ein guter Freund von mir – Italiener, aus der Nähe von Bergamo – saß zu diesem Zeitpunkt immerhin schon seit 2 Wochen im Home Office und die Ereignisse bei ihm in der Lombardei überschlugen sich. Noch vor der offiziellen Pressekonferenz am 13.03. hatte ich also im Kopf schon alle Vorkehrungen für eine mögliche Ausgangsbeschränkung getroffen und meinen Eltern Bescheid gesagt, dass ich Wien erstmals den Rücken kehren und zu ihnen kommen würde. Ich kann mich noch an die Verwunderung meiner Mama am Telefon erinnern. Als ich dann zu ihr meinte: „Du wirst auch in wenigen Tagen im Home Office sitzen, lass uns wetten!“, musste sie nur lachen. Ein paar Tage später, waren wir quasi schon Arbeitskollegen bzw. saßen in derselben Wohnung an unseren Schreibtischen und arbeiteten fröhlich vor uns hin.

Der „Lockdown“, mein 30er und wie es nun weiter geht

Das Ganze ist nun 6,5 Wochen her und seitdem sitze ich nun also in Guntramsdorf. Irgendwie hat sich alles, aber doch auch nichts verändert. Wer mich kennt (oder mir auf Instagram @chamy.at folgt), weiß, dass ich ein „unruhiger Geist“ bin. Zuhause rumsitzen ist nicht wirklich meines und bekanntlich bin ich auch immer auf Achse. Freunde treffen, Eventeinladungen, Verabredungen zum Essen oder einen After-Work-Drink, Reisen, Ausflüge & Co. standen normalerweise auf meinem Tagesprogramm. Ein Tag daheim in den eigenen vier Wänden? Ein verlorener Tag. Nun ja, Corona hat mich gelehrt, dass es auch anders geht – denn eigentlich vermisse ich nichts. Ganz im Gegenteil, ich finde es entspannend, mal „nichts“ tun zu müssen, und auch mal einen kompletten Tag in Schlafklamotten rumzugammeln. Untätig war ich allerdings nicht, denn Arbeit gab und gibt es genug, auch wenn leider nicht alles davon bezahlt ist. Ja, auch mich hat Corona finanziell erwischt und etliche Aufträge sind weggebrochen oder erstmal auf Stand-by. Ist zwar blöd, aber so konnte ich die Zeit nutzen und mich in anderen Bereichen kreativ entfalten. Gerade die Videosparte macht mir zur Zeit unglaublich viel Spaß und ich sprudle nur über vor Ideen.

Wie es nun weiter geht? Steht alles irgendwie in den Sternen. Mit Ende dieser Woche laufen die Ausgangsbeschränkungen bei uns in Österreich aus. Wir dürften also wieder offiziell Freunde treffen, die Läden öffnen ihr Pforten und nach und nach wird wohl auch wieder die Normalität einkehren. Am Montag den 4. Mai habe ich meinen 30er und irgendwie hatte ich die ganzen letzten Monate das Gefühl, dass sich DANN etwas ändern wird / muss. Ein neuer Lebensabschnitt? Was Neues ausprobieren? Corona kam mir da definitiv zuvor und ich weiß jetzt, dass ich mit jeglicher Situation ganz gut zurechtkomme und es absolut nichts bringt, alles zu zerdenken, wie ich es gerne mal tue. Es kommt sowieso meist anders als man denkt…

Insofern überlege ich auch nicht, wie es in ein paar Tagen, Wochen oder Monate weitergehen wird… Reisen würden aktuell noch einige anstehen. Ob, wie und wann ich diese antreten kann? Keine Ahnung. Wie es beruflich genau weiter geht? Auch keinen wirklich konkreten Plan. Aber wisst ihr was? Ich mach erstmal das,was ich für richtig halte, was mir Spaß macht und dann wird man schon sehen wie sich alles entwickelt und es weiter geht. Ich denke mir, man muss einfach das beste aus der derzeitigen Sitaution machen. Auf Chamy.at gibt es dazu auch einen Beitrag: Danke, Corona – Warum die Situation auch zur Selbstoptimierung beiträgt.

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Warum lohnt sich der Besuch einer Reisemesse?

Sonntag, März 15, 2020 Svenja 0 Comments

Heutzutage sind wir gefühlt alle immer und überall vernetzt, Informationen beziehen wir egal wo wir sind binnen Sekunden aus dem Internet und egal, ob vom heimischen PC oder unterwegs am Smartphone – wir finden, was wir suchen. Grade wenn es um die Urlaubsplanung geht verlasse ich mich eigentlich ausschließlich auf das Internet, ich hole mir Angebote ein, lese Berichte und schaue mir Bilder an. Es gibt aber auch „analoge“ Angebote wie verschiedene Reisemessen, die jährlich um Besucher werben und neben interessanten Zielen und Reiseutensilien noch viel mehr bieten. Doch lohnt sich der Besuch einer solchen Messe wirklich? Ich durfte kürzlich die Reise + Camping Messe* in Essen besuchen und will diese Frage nun heute für euch klären.


Fakt ist, eine Messe bedarf einer gewissen Organisation, damit ihr nicht völlig unorientiert durch die Hallen lauft und am Ende noch die für euch besten Stände verpasst. Ihr tut also gut daran euch vorher zu informieren, wo ihr was findet, welche Themenbereiche für euch besonders interessant sind und welche Fragen ihr klären, was ihr vielleicht sogar kaufen möchtet. Denn bei einer Messe geht es letztendlich um die folgenden vier Punkte – Inspirieren, Informieren, Ausprobieren, Profitieren.



Inspirieren
Wohin soll die nächste Reise gehen? Welches Land bzw welche Region bietet genau das, was ich suche? Welche Hotels gibt es vor Ort? Wie läuft eine Kreuzfahrt ab? Bin ich ein Typ für Camping? Kann ich alleine reisen? Ihr kennt das vielleicht selbst, wer ganz am Anfang der Reiseplanung steht braucht viel Inspiration um zunächst den groben Rahmen der nächsten Reise zu bestimmen. Es geht darum abzustecken, was man von einer Reise erwartet, wie individuell man reisen möchte und was einen wirklich interessiert.


Reisemessen wie die Reise + Camping können dabei helfen euch zu inspirieren, euch neue Ideen zu liefern über das Wo und Wie, euch über Orte nachdenken zu lassen die ihr von alleine gar nicht bedacht hattet. Wer mit einem offenen Blick über die Messe schlendert entdeckt vielleicht Regionen, die genau DAS bieten was ihr sucht, Hotels mit Angeboten passgenau für euch. Im Internet müsst ihr spezifisch suchen, um Informationen zu erhalten. Aber auf einer Reisemesse könnt ihr euch ungefiltert von den verschiedenen Eindrücken bereichern lassen und all diese Inspiration für die nächste Reise nutzen


Informieren
Wer genug Inspiration gesammelt hat kann auf einer Reisemesse zielgenau nach Informationen suchen, mit Reiseanbietern ins Gespräch kommen und Fragen stellen, die man online vielleicht nicht beantwortet bekommt. Fachsimpelt mit den Anbietern über die beste Ausstattung von Campingmobilen, fragt nach welche Ausrüstung für einen Hike auf La Gomera geeignet ist, oder wie familienfreundliche Kreuzfahrten sind. Fühlt den Campingplatzanbietern auf den Zahn und findet heraus, welcher Platz die besten Angebote hat, wo Hunde erlaubt sind und wie die Preise sind. All das ganz persönlich, mit zusätzlich viel Infomaterial das ihr mitnehmen und hinterher dann (vielleicht auch online) noch studieren könnt.


Eine Reisemesse bringt einfach die Menschen zusammen, sie fördert den Austausch von Urlaubern und Anbietern und ermöglicht es so sämtliche Fragen in kürzester Zeit zu klären. Ihr müsst nicht lange online suchen, nicht auf eine Antwort-Mail warten sondern bekommt alle Informationen direkt vor Ort. Ein großes Plus in meinen Augen.


Ausprobieren
Wohl einer der größten Vorteile so einer Reisemesse ist wohl die Tatsache, dass ihr vor Ort alles ausprobieren könnt. Egal ob das neue Mountainbike, das Campingmobil, den Grill fürs Ferienhaus oder Outdoorbekleidung – ihr könnt testen was das Herz begehrt. Ich finde es großartig auf der Reise + Camping ein so großes Angebot an Waren direkt vor Ort zu haben, die Sachen anfassen und testen zu können bevor ich mein Portemonnaie zücke und Geld ausgebe. Egal ob ich im Campingbus Probe liegen möchte, den neuen Trekkingrucksack aufsetzten oder mal in einer Kreuzfahrtkabine sitzen möchte, das alles ist auf einer Messe möglich. Ich kann direkt vor Ort sehen, wie die Produkte wirken, ob sie mir gefallen und passen.


Auch hier spielt natürlich der Zeitfaktor wieder eine Rolle, ich brauche nicht auf den Versand warten um dann womöglich festzustellen, dass meine Erwartungen nicht getroffen wurden. Ich sehe direkt vor Ort, was mich erwartet und kann es mit meinen Bedürfnissen abstimmen. Meine Kaufentscheidung wird somit sicherer und ich ärgere mich hinterher nicht über Fehlkäufe!


Profitieren
Seit eh und je werben die Aussteller mit sogenannten Messerabatten, also mit besonders günstigen Preisen wenn ihr direkt vor Ort kauft. Auch diese Tatsache kann euch in die Karten spielen und eure Reisekasse erheblich verbessern, wenn ihr ein wenig aufpasst und auch mal die Preise vergleicht. Preisschilder mit roten Zahlen verführen leider all zu leicht, das kenne ich persönlich auch und nicht immer profitiert man am Ende des Tages tatsächlich von den Preisen. Aber warum nicht einfach mal die Preise an den verschiedenen Ständen oder sogar online vergleichen und so das beste Angebot rausholen?!



Auf der Reise + Camping hatte ich jedenfalls das Gefühl, dass sehr viele Urlauber hier glücklich mit ihren Einkäufen waren, gehandelt und verglichen haben. Besonders Trekkingkleidung, E-Bikes und Zubehör fürs Camping ging gut und wurde viel gekauft, oft mit profitablem Messerabatt. Wer also weiß was er braucht und welche Ansprüche er an die einzelnen Produkte hat, zudem ein gewisses Gefühl für Preise, der kann auf so einer Messe echte Schnäppchen machen!


Ihr seht, es gibt verschiedene Gründe warum eine Reisemesse für euch genau richtig sein kann und natürlich gibt es auch verschiedenen Messen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Und auch wenn diese im Moment aufgrund der aktuellen Lage vielleicht nicht „the place to be“ sind, geht es doch eher darum, welche grundsätzlichen Vorteile der Besuch einer Reisemesse mit sich bringt – Inspirieren, Informieren, Ausprobieren und Profitieren! Denn grade wenn die derzeitige Krise vorbei ist brauchen wir etwas Abwechslung, einen Tapetenwechsel und neue Inspiration, um dem Alltag wieder mit frischer Kraft zu begegnen.



*Herzlichen Dank an das Team der Messe Essen für die Einladung zur Reise + Camping Messe / Beitrag unentgeltlich!

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USA Roadtrip: Was ihr zum Thema Mietwagen wissen solltet

Montag, Februar 10, 2020 Svenja 0 Comments

Für viele sind die USA ein begehrtes Reiseziel und ein Roadtrip vor allem durch den Westen steht bei Reisebegeisterten oft ganz oben auf der Wunschliste. Wer zum ersten Mal im Land der unbegrenzten Möglichkeiten unterwegs ist kann sich bei der Planung aber zunächst etwas überfordert fühlen, denn neben dem besten Flug, den Unterkünften, Shopping, Ausflügen etc. gibt es doch so Einiges zu beachten. Ich möchte euch daher in nächster Zeit einige Tipps zu den einzelnen Reisebereichen geben, denn nach mittlerweile gut 13 Reisen in dieses unglaublich schöne Land würde ich mich doch als „fortgeschrittene“ Reisende betrachten. Legen wir also heute los mit meinen Tipps zum perfekten Mietwagen:


Warum sich eine Buchung ab Deutschland anbietet
Egal, ob ihr euren Mietwagen bereits am Flughafen entgegen nehmt, oder euch erst ein paar Tage Entspannung vor Ort gönnt, eine Buchung ab Deutschland macht vor allem aus Versicherungsgründen Sinn. Bucht ihr nämlich über einen deutschen Anbieter, so sind in der Regel sehr viel umfänglichere Versicherungen inklusive als bei einer Buchung in den USA. Besonders wichtig ist hier eine erhöhte Haftpflicht, ein zusätzlicher Fahrer sowie eine Absicherung von Unterboden, Glas und Reifen die eigentlich bei deutschen Portalen standardmäßig inklusive sind. So seid ihr im Fall der Fälle bestens abgesichert und habt von Anfang an auch eine gute Preisübersicht, denn ihr müsst vor Ort keine teuren Zusatzoptionen dazu buchen. Passt aber bei der Fahrzeugübernahme auf, dass man euch nicht doch noch etwas andreht, denn das ist Herrn A. und mir schon des Öfteren aufgefallen – obwohl das All-Inklusive-Versicherungspaket auf dem Mietvertrag ausgewiesen ist, wurde uns dennoch dies und das angeboten. Einfach freundlich ablehnen und gut!
Ein zusätzlicher Tipp: Viele deutsche Portale bieten die Option an, den Mietwagen mit leerem Tank abzugeben, was sich für uns mittlerweile bewährt hat. Ihr braucht so nicht noch im Rückreisestress eine Tankstelle suchen, sondern könnt einfach den Wagen leer abgeben. Der Aufpreis dafür entspricht lediglich einer Tankfüllung und ist ein kleiner Luxus, den wir uns gerne gönnen.



Die richtige Mietwagengröße
Von klein und übersichtlich bis „beinahe LKW“ bekommt ihr in den USA so ziemlich jede Wagenklasse, die euer Herz begehrt. Dabei ist es aber wie im wahren Leben und ihr solltet nicht nur aufs Äußere achten, denn was auch immer ihr auswählt wird euch den ganzen Urlaub lang begleiten und euch und euer Gepäck transportieren. Mit einem Cabrio den Hwy 1 in Kalifornien entlang zu fahren mag in der Vorstellung echt cool sein, der Kofferraum bei diesen Dingern ist aber zumeist recht klein und ihr solltet gut überlegen, ob euer Gepäck dort hinein passt. Die Alternative etwas auf der Rücksitzbank zu verstauen bedeutet nämlich, dass ihr das Convertible bei jeden Stopp zufahren müsst um Langfinger von der all zu leichten Beute abzuhalten. Mehr Stauraum, eine erhöhte Sitzposition und somit perfekte Sicht bieten da SUVs, mit denen Herr A und ich im wahrsten Sinne immer gut gefahren sind. An der Ostküste wünschte sich der Mann dann sogar ein riesiges Schiff, einen Ford Expedition der fast schon einen LKW glich und ein Trittbrett ausfuhr, damit kleine Menschen wie ich überhaupt einsteigen konnten *lach. Ein geräumiger, super bequemer aber auch durstiger Begleiter der zudem im überfüllten Stadtverkehr von Boston schon einiges an Konzentration verlangte! Im Osten der USA war der Sprit mit durchschnittlich 2,50$ pro Gallone recht günstig, an der Westküste mit 4$ reißt aber ein so spritfressendes Monster ein enormes Loch in die Reisekasse – auch das solltet ihr also bedenken.


Alles fit?
Seid ihr bei eurem Vermieter angekommen und habt euch am Tresen angemeldet, bekommt ihr eure Papiere in die Hand gedrückt und könnt euch zumeist aus der sogenannten „Choiceline“ etwas aussuchen. Grob nach Wagenklassen sortiert findet ihr hier dann die verschiedensten Fabrikate und die Auswahl des perfekten Gefährts ist nicht immer leicht. Lasst euch hier Zeit, prüft den Wagen auf Schäden, den Zustand der Reifen, die Kilometerzahl und auch die verbleibende Motoröl-Lebensdauer, damit ihr unterwegs keine bösen Überraschungen erlebt. Wir mussten bereits zwei mal einige Zeit in der Werkstatt verbringen, um das Motoröl wechseln zu lassen, einen Wagen wegen eines platten Reifens tauschen, einen anderen wegen abgefahrener Reifen und so weiter. Mit unserem Standard-Vermieter National alles kostenlos und kein Problem, es kostet aber wertvolle Urlaubszeit und kann verhindert werden, wenn ihr euch das Auto vorher genau anschaut! In unserem letzten USA Urlaub hatten wir uns zB in Boston einen wundervollen Suburban ausgesucht, der bei näherem Blick aber nur noch gut 500 Meilen bis zum nächsten Ölwechsel hatte – unser Roadtrip war aber deutlich länger und so hätten wir den Wagen unterwegs tauschen, oder zum Ölwechsel geben müssen. Wir stiegen also lieber gleich auf einen Expedition um, der uns den Urlaub hindurch sicher begleitete


Tetris – oder auch: richtig einpacken
Ein Roadtrip bedeutet das größtmögliche Maß an Freiheit, heute hier und morgen dort. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass ihr keinen festen Ausgangspunkt habt und eure Koffer in jeder neuen Unterkunft aus- und wieder einladen müsst. Ein Roadtrip ist tatsächlich ein Leben aus dem Koffer und daher kann ich euch nur wärmstens ans Herz leben vorausschauend zu packen, sowohl im Koffer selbst, als auch im Auto. Es bringt euch nichts, wenn ihr jeden Morgen erst mal ewig lange nach einem frischen Slip wühlen müsst, oder euer Koffer im Kofferraum hinter Tüten und Kram so weit nach hinten rutscht, dass ihr erst den halben Wagen ausladen müsst um sie zu erreichen. Ich habe daher mein eigenes System entwickelt, weiß ganz genau was wo im Koffer liegt und kann so auch auf die schnelle frische Kleidung heraus angeln. Herr A. ist zudem Meister darin die Koffer so zu verstauen, dass sie auch im Falle einer starken Bremsung gut liegen und wir doch schnell an sie heran kommen. Und ganz ehrlich, manchmal lohnt es sich auch den Kulturbeutel und frische Wäsche für eine Nacht in einen kleinen Rucksack zu schmeißen, so dass ihr die Koffer in sicheren Gegenden im Auto lassen könnt und nur mit leichtem Gepäck übernachtet.
Zugegeben, mit zu viel Ordnung im Kofferraum „outet“ ihr euch zwar als Touristen, denn den Amis liegt nichts ferner als ein sortierter Kofferraum, aber wen störts?!


Was unterwegs nützlich ist
Die Frage, welche Gimmicks unterwegs nützlich sein können wird wohl jeder anders beantworten, denn jeder hat andere Bedürfnisse. Für uns ist eine Kühlbox unabdingbar, denn darin können wir egal bei welchem Wetter nicht nur Getränke und Lebensmittel, sondern auch Medikamente und sogar meine Kosmetik vor Hitze schützen. Solche Boxen gibt es um 16$ in jedem größeren Walmart (oder anderen Supermarkt), Kühlpacks bekommt ihr ab 1$ ebenfalls dazu und Hotels bieten Eiswürfel sogar oft kostenlos an. Selbst wenn ihr also eine Pause in der Mojave Wüste macht habt ihr kühle Getränke und Snacks dabei. Achtet aber darauf die Kühlbox auf der Rücksitzbank anzuschnallen – so kommt ihr schnell an sie heran und sie steht trotzdem absolut sicher. Wir haben unsere Box übrigens nach dem letzten Urlaub in einem Thriftstore gespendet :)
Ebenfalls nützlich kann ein USB Stick mit eurer Lieblingsmusik sein, denn in den einsamen Gegenden von Utah ist der Radioempfang oft recht mau und nicht jeder Wagen hat ein CD Fach, Satelliten-Radio muss zudem oft extra gezahlt werden. Zudem empfehle ich euch einen Navi Halter und eine USB-Steckdosenleiste, die einen einfachen USB-Anschluß in viele verwandelt und so Platz für eure Handys, Navi etc bietet. Als super nützlich hat sich auch eine Packung Küchenrolle und einfacher Glasreiniger erwiesen, denn in Wischwassertank des Mietwagens ist oftmals nur klares Wasser und nach einer Fahrt durch die Nationalparks erschweren Insekten, Staub und Dreck gerne mal die klare Sicht. Da Tankstellen nicht immer in der Nähe sind könnt ihr mit Glasreiniger und Küchenrolle die Scheibe in Windeseile wieder säubern – zudem die perfekte Ausstattung um die „Plumpsklos“ in den Nationalparks etwas erträglicher zu machen!


Ihr seht, wer auf Kleinigkeiten achtet ist auch „on the road“ bestens vorbereitet und wird viel Freunde mit seinem Mietwagen haben. Und sollte doch mal etwas sein, so haben wir die Erfahrung gemacht das die Vermieter super hilfsbereit sind und auch ein Wagentausch kein Problem ist – in einem Urlaub hatten wir sogar mal 4 (!) verschiedene Auto, natürlich ohne Aufpreis. Eure Euphorie für den anstehenden Urlaub in Ehren, aber wer bei der Buchung und Übernahme des Mietwagens einen kühlen Kopf behält, der fährt deutlich besser!


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USA: Nevadas Highway 50 – the loneliest road in America

Sonntag, Januar 12, 2020 Svenja 2 Comments

Bei unserer Reisen durch den Westen der USA haben wir schon oft einsame Gegenden erlebt, sei es in der Mojave Wüste zwischen Kalifornien und Nevada, entlang des Moki Dugway in Utah oder in den Wäldern von Oregon. Aber nie zuvor sind wir tatsächlich „the loneliest Road in America“ gefahren, den Highway 50 der sich einmal quer durch das Land zieht und dabei so abwechslungsreiche Gegenden durchstreift wie kaum ein anderer. Aber in Nevada, genauer gesagt zwischen Baker im Osten und Carson City an der Grenze zu Kalifornien kann man den Staat auf so einsame Art erleben, wie sonst nirgendwo.





1986 kührte das „Life“ Magazin diesen Streckenabschnitt zu „America´s Loneliest Road“ und riet jedem Tourist von der Strecke ab – zu wenige bis gar keine Sehenswürdigkeiten, zu wenig Infrastruktur, zu gefährlich im Falle einer Panne. Nicht gerade das, was man sich als Tourismusverband aufs Aushängeschild schreibt, zumindest bis der Staat Nevada erkannte das man aus der negativen auch eine sehr interessante Touristenattraktion machen konnte. Denn wo sonst ist es so einsam, wo sonst kann der von den blinkenden Lichtern Las Vegas´verwöhnte Tourist mal seine Survival-Kenntnisse auspacken und das vermeintlich raue, wahre Nevada kennenlernen?





So viel sei gesagt – weder ist der Hwy 50 gefährlich, noch langweilig, sondern auf jeden Fall eine Reise wert! Der endlose Blick über das weite Land, die verträumten kleinen Städte entlang der Strecke und die absolute Ruhe hier sind einzigartig und öffnen nicht nur den Blick, sondern auch den Geist auf eine ganz besondere Art und weise. Still ist es draußen, im Auto und auch im Kopf als Herr A und ich hier entlang fahren, beeindruckt von der Landschaft, die sich so wenig verändert und den Blick kilometerweit auf gelegentliche Ansammlungen der hier weit verbreiteten Sagebrush-Sträuchen frei gibt. Wie heißt es so schön „Hier kannst du heute schon sehen, wer dich morgen besuchen kommt und auf dem Weg zu dir ist!“. Kleine Punkte am Horizont brauchen gefühlt ewig um sich in Autos zu verwandeln, die erst nach einer guten halben Stunde den eigenen Wagen passieren und im Rückspiegel verschwinden. Das Gefühl für Entfernung verschwimmt so wie die Straße in der heißen Sommersonne.





Von Baker , einem verträumten Nest am Fuße des Great Basin Nationalparks führt uns der Weg 320 Meilen, also gut 515 km immer Richtung Westen, vorbei an Ely, Eureka und Austin bis nach Fallon. Eine Strecke, die Einheimische wohl nur mit festem Ziel befahren, um die bekannteren Orte wie Reno, oder Carson City am Lake Tahoe zu erreichen. Für uns ist aber der Weg das Ziel, ein Weg, auf dem Kurven so selten sind wie Gegenverkehr, Radioempfang ein Fremdwort ist, auf dem der Horizont so unendlich weit entfernt scheint und nur vereinzelte Kühe auf eine – zumindest rudimentäre – landwirtschaftliche Nutzung des Landes hinweisen. Eine innere Ruhe macht sich breit, eine Faszination für das Eintönige! Ich kann mich an keine Ecke in Deutschland oder Europa erinnern, wo einem bei einer mehrstündigen Fahrt kein einziges Auto oder Haus begegnet....





Selbst die kleinen Ortschaften wie Ely, Eureka oder Austin bieten kaum mehr als die nötigste Infrastruktur – Tankstellen, kleine Shops und Restaurants, die bekannten Motels. Manchmal findet sich ein altes Opernhaus, Kirchen, kleine Museen zur Geschichte der Strecke, die einst auch Bestandteil des berühmten Pony Express war. Nichts aber, was international bekannt ist oder einen längeren Aufenthalt wirklich lohnt – abgesehen von der Gemütlichkeit und dem Nichts drumherum, dieser Stimmung so weit weg vom Trubel. Wer hier anhält, der lernt eine neue Art von Gemütlichkeit kennen, fernab aller städtischen Hektik. Da erscheint einer der gelegentlichen Testflüge der Air Force schon als echte Abwechslung, zumal die Flieger auch teilweise recht tief über die mit trockenem Gras bedeckten Ebenen düsen.





Wer America´s Loneliest Road hinter sich bringt und auf der Reise fleißig Stempel in seinem kleinen Infoheftchen zur Strecke sammelt, der erhält später per Post sogar noch ein Zertifikat und Glückwunsch des Gouverneurs! Eine schöne Idee, die den Touristen quasi dazu zwingt in den ehemaligen Bergbaustädtchen anzuhalten und nach einem Stempel, einem Getränk und vielleicht einem Souvenir Ausschau zu halten. Dafür bekommt er dann aber mehr als nur Erinnerungen, denn so ein Glückwunsch des Gouverneurs zum Überleben des Highway 50 macht sich doch ganz wunderbar an der heimischen Pinnwand! 

Ihr merkt es schon, ich als großer Fan des bunten Treibens in Las Vegas habe mich in den absoluten Gegensatz verliebt, die Einsamkeit entlang der Route 50 in Nevada!

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