Travel Moments – Baker, Nevada

Sonntag, Juni 02, 2019 Svenja 1 Comments

Eine Reise besteht immer aus unglaublich vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen, aus einer Aneinanderreihung von „Wow-Situationen“. Aber es gibt auch diese kleinen Momente, diese unaufgeregten Orte die auch nach langer Zeit noch nachhallen und beeindrucken. Bilder die man – obwohl gar nicht DIE Top-Attraktion zu sehen ist – zu den heimlichen Favoriten zählt, die sofort Erinnerungen und vor allem das Fernweh wecken. Von diesen besonderen Orten gibt es in meiner Foto-Sammlung einige und nach und nach würde ich euch gerne meine liebsten vorstellen – meine besonderen Travel Moments. Starten wir heute mit einem der wohl kleinsten Orte, in denen ich je war – Baker, Nevada.




Die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel, ein leichter Wind weht über das ausgedörrte Land und es ist recht kühl an diesem Morgen auf der Lehman Caves Road, der Hauptverbindung zwischen dem kleinen Nest Baker mitten im Nirgendwo von Nevada und dem Great Basin Nationalpark. Wer Ruhe sucht ist hier richtig in dieser Ansammlung von Häusern, die nicht mal 70 Einwohner ihr Zuhause nennen. Meilenweit zieht sich hier die Ebene zum Sevier Lake und bis auf vereinzelte Autos, die alle halbe Stunde mal die einsamen Straßen kreuzen stört nichts den Blick in diese Weite.

Auf der anderen Seite erheben sich die Berge des Great Basin Nationalparks, die dem flüchtigen Blick die wunderschönen, im Herbst bunt gefärbten Wälder zunächst verschließen. Still ist es auch hier, denn trotz seiner unbändigen Schönheit und den gut ausgebauten Wanderwegen, der unberührten Natur und dem breiten Angebot an Campingplätzen nehmen nur wenige Touristen den Umweg in diese Einöde auf sich. Ein Fehler, wie alle feststellen die ein mal hier waren.




Aber wie so oft im Leben ist es hier tatsächlich der Weg und nicht das Ziel, welcher in mir dieses ursprüngliche Gefühl von „Wildem Westen“ hervorruft, mich innehalten und durchatmen lässt. Auf dem Weg zum Nationalpark, unbeschildert am Wegesrand liegt eine kleine Hütte mit einigen Informationen zu den ersten Siedlern der Gegen, mitten im Nichts gelegen und doch mit dem schönsten Blick überhaupt. Gesäumt von einer Verzierung, die auf die landwirtschaftliche Nutzung dieses kargen Landes verweist wird der Blick in die Ferne gelenkt, auf das von kargen Büschen bewachsene Land und sanfte Bergläufe. Ein rostiger Oldtimer steht mitten in dieser Szene und man mag es kaum glauben, aber er schmiegt sich harmonisch in die Aussicht. Kein Haus, kein Shop, kein Mensch ist weit und breit zu sehen, alles scheint wie in einem Dornröschenschlaf versunken.




Weites Land, Bilder von klassischen Farmen, ein Oldtimerl – was könnte amerikanischer sein?! Unwirklich wirkt das Bild und doch stimmig, ruhig und dennoch voller Kraft. Hier herrscht die absolute Stille der Natur, man hört Insekten die sich tummeln, den Wind wie er die trockenen Sträucher schüttelt und das quietschende Holz der Infotafeln. Die Hintergrundgeräusche die wir aus der Stadt kennen sind hier fern und im ersten Moment traue ich mich kaum zu atmen, um die perfekte Naturkulisse nicht zu stören. Wie wunderschön die Einsamkeit sein kann an diesem Ort der - wenn überhaupt - nur wegen des Great Basin Nationalparks bekannt ist, kurz vor der Grenze nach Utah.




Die schillernde Metropole Las Vegas liegt mehr als 5 Stunden entfernt und das ist auch gut so, nichts soll das beschauliche Leben hier stören. Vermutlich hat sich in den letzten 50 Jahren nichts verändert, nicht Baker, das kaum aus mehr als einer Tankstelle und einer Kaffeebude besteht und nicht im Park, der mit seinen bunten Bäumen, den vielen Tieren und den kaum vorhandenen Touris zum Verweilen einlädt. Und sicher nicht an diesem atemberaubenden Blick über das Land - was für ein besonderer Moment!

1 Kommentar:

  1. Wunderschön! Ich möchte dort zwar nicht leben, aber die leere Weite in Nevada und den benachbarten Staaten finde ich auch einfach wundervoll!

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