Usedom: Abseits der Touristenpfade & Geheimtipps

Mittwoch, Mai 15, 2019 Chamy 1 Comments

Leises Meeresrauschen, grüner Strandhafer, alte Seebrücken und gemütliche Strandkörbe lassen selbst mein Großstadtherz höher schlagen. Und auch wenn ich nur 3 Tage auf der Sonneninsel Usedom verbringen konnte und somit alles im Schnelldurchlauf erleben musste, habe ich doch wundervolle Eindrücke mit nach Hause nehmen können. Obwohl es bei meinem Besuch Anfang Mai noch recht ruhig und entspannt auf der deutsch-polnischen Insel war, kann es während der Hauptsaison im Sommer schon mal ganz schön voll und quirlig an den Stränden und Hotspots werden. Deswegen möchte ich euch ein wenig abseits der Touripfade mitnehmen und das ein oder andere schöne und weniger bekannte Fleckchen auf Usedom vorstellen. 

Zeesenbootsegeln im Naturhafen Krummin

Naturhafen Krummin inkl. Zeesenbootsegeln

Etwas versteckt im Krumminer Naturhafen liegt die „Romantik“, ein gut erhaltenes und gepflegtes Zeesenboot. Noch vor rund 200 Jahren wurden diese Boote für den Fischfang genutzt und Fischer warfen ihre flachen Netze – die sogenannten Zeesen – aus. Heute dient die „Romantik“ – übrigens eines der letzten gebauten Zeesenboote – nur noch für Ausflugsfahrten. Skipperin Rika Harter entführte uns für knapp anderthalb Stunden in ihre Welt aus Wasser, Wind und Wellen und erklärte uns die Grundbegriffe des Segelns. Nach dem kurzen Segeltörn gab's noch eine leckere Stärkung in Form von "Omas Streuselkuchen" auf der Hafenterrasse. Dort wirft der Hafenmeister an Wochenenden auch gerne mal den Grill an und legt die Original „Krumminer Bratwurst“  oder anderen Grillspezialitäten auf den Rost.

Zeesenbootsegeln im Naturhafen Krummin
Zeesenbootsegeln im Naturhafen Krummin
Zeesenbootsegeln im Naturhafen Krummin
Zeesenbootsegeln im Naturhafen Krummin
Zeesenbootsegeln im Naturhafen Krummin
 

Lindenallee in Krummin

Wer ins ehemalige Fischerdorf Krummin möchte, kommt zum Glück nicht an einer Fahrt durch die prachtvolle Lindenallee vorbei. Die alte Lindenallee ist wohl die schönste Allee auf der Insel Usedom und auch ich musste natürlich einen kurzen Fotostopp einlegen. Am Ende der Allee erwartet einem das kleine Dörflein Krummin, welches nicht nur wegen seines Naturhafens sehenswert ist. Auch die Michaeliskirche, in der im Sommer einige Veranstaltungen stattfinden, sollte man einen kurzen Besuch abstatten. Fürs leibliche Wohl in Krummin sorgen entweder die Hafenterrasse, der Hofladen zur Pferdetränke oder das Gartencafe Naschkatze.

Lindenallee in Krummin
Lindenallee in Krummin

Fischhus Domke in Ahlbeck

Wenn wir schon bei Gaumenfreuden sind, wie wäre es mit einem Abstecher ins Ahlbecker Fischhus? Leider habe ich es nicht ins Fischhus Domke in Ahlbeck geschafft, obwohl es mir von verschiedenen Seiten wärmstens empfohlen wurde. Das Restaurant serviert täglich fangfrischen Fisch und regionale Kleinigkeiten wie Senf und Marmelade oder Hochprozentiges nach alten Familienrezept. Also seid bitte so lieb und esst ein Fischbrötchen für mich mit, solltet ihr dem Fischhus Domke einen Besuch abstatten.


Cafè Asgard in Bansin

Eintauchen in die Kaiserzeit kann man hingegen im urigen Cafè Asgard an der Promenade in Bansin. Für mich als Wienerin ist der Einrichtungsstil dieses 20er bis 50er Jahre Kaffeehauses zwar keine Seltenheit – kenne ich ihn doch nur zu gut aus Wien –, trotzdem hat mich die gemütliche Atmosphäre sofort angesprochen. Die Auswahl an Kaffeespezialitäten ist reichlich und das Ambiente unübertroffen.

Sonnenuntergang beim Cafè Knatter

Wer einen wirklich tollen und romantischen Sonnenuntergang erleben möchte, dem empfehle ich den Blick auf das Achterwasser und den Sonnenuntergang beim Café Knatter. Ebenfalls toll für Sonnenuntergänge soll aber auch die Anhöhe beim Friedhof Ückeritz sein.

Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter

Uferpromenade Ückeritz

Aber auch die relativ kleine Strandpromenade von Ückeritz eignet sich perfekt um einen romantischen Sonnenuntergang am Meer zu erleben oder etwas dem Trubel zu entfliehen. Denn das einstige Fischer- und Bauerndorf ist weitaus weniger touristisch als die Kaiserbäder Heringsdorf,  Ahlbeck und Bansin. So lädt der Strand und die Steilküste zu erholsamen Spaziergängen ein und auf der gemütlichen Flaniermeile findet sich sicher ein Plätzchen für leckeren Kuchen und Kaffee. Besonders abends soll es im Dünencafé Sonnendeck extrem romantisch sein.

Uferpromenade Ückeritz
Uferpromenade Ückeritz
Uferpromenade Ückeritz
Uferpromenade Ückeritz
Uferpromenade Ückeritz

Blockwindmühle in Pudagla

Wusstest ihr, dass die Bockwindmühle der älteste Windmühlentyp in Europa ist? In der Ortschronik von Pudagla ist die Geschichte der Bockwindmühle sogar bis ins Jahr 1752 zurückverfolgbar. Und ob ihr es glaubt oder nicht, die Mühle von Pudagla ist nach ihrer Sanierung tatsächlich noch funktionstüchtig. Ein Abstecher zu dieser hübschen Blockwindmühle zahlt sich aber auch wegen des traumhaftes Ausblicks aus.

Blockwindmühle in Pudagla
Blockwindmühle in Pudagla
Blockwindmühle in Pudagla

Holländerwindmühle in Benz

Eine weitere sehenswerte Mühle ist die Holländermühle in Benz, zu der ein kurzer aber idyllischer Weg hinauf führt. Vom Mühlenberg hat man eine herrliche Aussicht auf Benz und den Schmollensee. Die Windmühle wurde 1830 erbaut und war bis 1972 in Betrieb. Heute ist die als Museum umfunktionierte Mühle ein toller Ausgangspunkt für Spaziergänger. In den Sommermonaten wird man hier außerdem mit kühlen Getränken, Kaffee und leckeren Kuchen versorgt. Und hinter der Mühle hat mein Tierliebhaberherz auch ein paar Pferdchen entdeckt.

Holländerwindmühle in Benz
Holländerwindmühle in Benz
Holländerwindmühle in Benz
Holländerwindmühle in Benz

Kirche Benz mit Sternenhimmel

Von der Holländerwindmühle in Benz hat man auch einen großartigen Blick auf die Benzer Kirche, die vor allem für ihre einzigartige und denkmalgeschütze Sternendecke bekannt ist. Schon 1836 wurde die ehemalige Balkendecke durch ein hölzernes Tonnengewölbe ersetzt, auf das ein Sternenhimmel gemalt wurde. Und wer lieber die älteste Kirche der Insel Usedom besuchen möchte, der sollte einen Abstecher in die aus Feld- und Backsteinen gebaute Dorfkirche in Liepe machen.

Kirche Benz mit Sternenhimmel

Strand in Pudagla

Strandkorb an Strandkorb ist ja nicht jedermanns Sache – ich weiß!  Deswegen eignet sich für Ruhesuchende der kleine Strand in Pudagla für einen kurzen Spaziergang oder auch für ein erfrischendes Badevergnügen wohl besser. Psst: Wer es etwas ausgefallener mag, findet im Wohnschiff vielleicht sogar seine Bleibe. Beim entlang Schlendern fiel mir nämlich sofort das kleine Grundstück mit dem Schiff auf. Der alter Fischkutter wurde scheinbar zu einem rustikalen Feriendomizil umgebaut und kann von bis zu 4 Personen bewohnt werden.

Strand in Pudagla
Strand in Pudagla
Strand in Pudagla
Strand in Pudagla

Gesteinsgarten und Waldkabinett in Neu Pudagla

An diesem idyllischen Platz lohnt sich ein Besuch für Groß und Klein. Hier kann man die Natur hautnah erleben und entdecken! Im kleinen aber feinen Waldkabinett entdeckt man viele unbekannte Schätze. So dokumentieren versteinerte Hölzer etwa die Entwicklung des Waldes, man erfährt Wissenswertes über die auf Usedom gefundene Mooreiche und kann jede Menge Anschauungsmaterialien aus nächster Nähe begutachten. In unmittelbarer Umgebung beginnt auch der Gesteinsgarten mit seiner großen Vielfalt von wissen­schaftlich dokumentierten Gesteins­arten. Knapp dahinter beginnt auch schon der Wald­lehrpfad, der an unterschiedlichen Nistkasten­typen und Bruthöhlen für Insekten in den alten Obstgarten des Forstamtes führt. Was nur wenige Wissen: Etwas versteckt befindet sich hier auch die Waldbühne, auf der jedes Jahr zwei kostenlose Waldkonzerte stattfinden.

Gesteinsgarten und Waldkabinett in Neu Pudagla
Gesteinsgarten und Waldkabinett in Neu Pudagla
Gesteinsgarten und Waldkabinett in Neu Pudagla
Gesteinsgarten und Waldkabinett in Neu Pudagla
Gesteinsgarten und Waldkabinett in Neu Pudagla

Radtour rund um den Schloonsee

Wer es sportlicher mag, sollte sich ein Fahrrad schnappen und rund um den etwa 14 Hektar großen Anglerteich radeln. Als Belohnung unbedingt im Schloon Idyll in Bansin einkehren, den dort gibt es – selbst laut Einheimischen – eine der besten selbstgemachten Torten auf der Insel.


Radtour


Werbung: Vielen Dank an Usedom Tourismus, die mich im Rahmes des Bloggercamps zu dieser unbezahlten Recherchereise eingeladen haben. Auch ein Danke an Salzwasser_herz für die Insider-Tipps und das Sonnenuntergang-Strandfoto

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Wien: Hidden Treasure - Flakturm im Augarten

Mittwoch, Mai 08, 2019 Chamy 1 Comments

Acht Flakturmpaare wurden im Rahmen des Luftkriegs zwischen 1942 und 1945 in Wien, Hamburg und Berlin errichtet. Drei dieser Flakturmpaare stehen verteilt in Wien.



Hidden Treasures - Mit offenen Augen durch die eigene Stadt
Die Idee zu dieser neuen Serie hier auf dem Blog kam mir recht spontan. Ich wohne und arbeite seit rund 10 Jahren in Wien und doch entdecke ich fast täglich Neues. Mal ist es eine interessante Skulptur in einem Innenhof, dann staune ich über tolle Altbau-Fassaden, die mit Figuren oder Ornamenten besetzt sind, entdecke zufällig kleine urige Seitengassen und hübsche Plätze oder erfreue mich an originellen Streetarts. Leider fallen einem diese Sachen in der eigenen Stadt oft nicht auf und man weiß sie deshalb auch nicht wertzuschätzen. In fremden Ländern und Städten laufen wir alle mit offenen Augen und mit Kameras durch die Straßen – in der eigenen Umgebung eher selten. Eigentlich schade, denn wer mit offenen Augen durch die eigene Stadt flaniert, entdeckt auch daheim viele spannende Dinge. Deswegen habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, für mich neue Fleckchen zu entdecken und auch mehr über sie zu erfahren. Ihr glaubt gar nicht, wie viel Neues man entdeckt, wenn man mal einen anderen Weg zur Arbeit nimmt, oder auch einfach mal ziel- und planlos in den nächstbesten Bus / Zug steigt und schaut wo man landet. Zukünftig gibt’s hier also kleine Schmankerl aus Wien, die ich zufällig bei meinen täglichen Wegen entdecke. Gleichzeitig möchte ich euch aber auch dazu animieren, mit offenen Augen durch eure Heimatstadt zu laufen!


Flaktürme im Augarten

Kaum zu glauben aber wahr, ich war vor Kurzem das erste Mal im Wiener Augarten. Der Augarten im 2. Bezirk ist ein über 50 Hektar großer öffentlicher Park, sowie eine der ältesten und kulturhistorisch bedeutendsten barocken Gartenanlagen der Stadt. Bekannt ist er den meisten wohl wegen der Porzellanmanufaktur Augarten, die bis heute in Handarbeit hochwertiges Porzellan anfertigt. Ich fand bei meinem Besuch aber besonders den hässlichen Betonklotz beim Eingang spannend. Bei dem „Betonklotz“ handelt es sich um einen der drei Flakturmpaare in Wien. Die anderen zwei stehen im Arenbergpark (3. Bezirk) und im Esterhazypark (beheimatet das „Haus des Meeres“). Der 1945 fertiggestellte Gefechtsturm im Augarten ist mit seinen 55 Metern der höchste Flakturm in Wien. Er beherbergt 12 Stockwerke, wobei das 12. Stockwerk ein niedriges Zwischengeschoß darstellt. Im Erdgeschoß befinden sich vier Zugänge. Ab 2007 wurden erste Sanierungsarbeiten an diesem Turm durchgeführt, da geplant war ihn als Datenschutzzentrum umzufunktionieren. Dieser Plan wurde allerdings bis heute nicht verwirklicht. Und auch der nie fertiggestellte Leitturm im Augarten hat sein Aussehen in den mehr als 70 Jahren kaum verändert und steht bis dato leer.

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Niederlande: Warum du Keukenhof zur Tulpenblüte besuchen solltest!

Freitag, Mai 03, 2019 Chamy 1 Comments


Viele haben sicher schon mal die beeindruckenden Bilder der Tulpenblüte in Holland gesehen. Was für ein Luxus also, wenn man in der Nähe der niederländischen Grenze wohnt und einen Tagesausflug zu den Blumenfeldern machen kann. Hat man eine weitere Anreise, kann man den Besuch bei der Tulpenblüte auch im Zuge eines Städtetrip nach Amsterdam oder Den Haag einplanen.

Keukenhof zur Tulpenblüte

Die Tulpenblüte dauert ungefähr von Ende März bis Mitte Mai. Die genaue Zeit hängt natürlich vom Wetter ab, generell kann man aber sagen, dass zuerst die Narzissen und die stark duftenden Hyazinthen blühen, nach und nach dann die Tulpen. Was die meisten nicht wissen, ist, dass es bei den Tulpenfeldern gar nicht um den Verkauf der Blüten, sondern in erster Linie um die Zwiebeln geht. Deshalb werden die wunderschönen Blumen im Mai einfach abgemäht, damit später die Blumenzwiebeln geerntet werden können.

Keukenhof zur Tulpenblüte
Keukenhof zur Tulpenblüte
Keukenhof zur Tulpenblüte
Keukenhof zur Tulpenblüte
Keukenhof zur Tulpenblüte

Tulpenblüte in Keukenhof

Die traditionelle Anbauregion liegt im Bollenstreek, einer Region zwischen Amsterdam und Den Haag. Dort befindet sich auch der bekannte Keukenhof, der jedes Jahr nur wenige Wochen geöffnet hat. Der Keukenhof ist eine Art Park oder Garten, in dem die verschiedensten Sorten Blumen angelegt werden. Einmal jährlich gibt es außerdem den Blumenkorso von Noordwijk nach Haarlem, der auch am Keukenhof vorbei kommt.

Noordoospolder ist ein jüngeres Anbaugebiet nördlich von Zwolle. Windmühlen wird man vergeblich suchen, aber das Anbaugebiet ist größer und es findet dort auch das jährliche Tulpenfestival statt.

Tulpenblüte in Keukenhof
Tulpenblüte in Keukenhof
Tulpenblüte in Keukenhof
Tulpenblüte in Keukenhof
Tulpenblüte in Keukenhof
Tulpenblüte in Keukenhof
Tulpenblüte in Keukenhof
Tulpenblüte in Keukenhof
Tulpenblüte in Keukenhof

Zum Schluss noch ein paar Tipps rund um die Tulpenblüte:


  1. • Tickets für den Keukenhof kann man online kaufen. Sinnvoll ist es, wenn man das Parkticket (falls man mit dem Auto anreist) gleich dazu bucht. Denn auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, bei der Ausfahrt werden die Parktickets kontrolliert. 
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  3. Auf der Seite http://www.blumenradar.de findet man eine Übersichtskarte, auf der die bereits blühenden Felder markiert sind. 
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  5. Außerdem gibt es hier eine Art Wanderkarte, falls man den Bollenstreek zu Fuß erkunden möchte.
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  7. Nachdem die Saison ziemlich kurz ist und die Tulpenblüte eine beliebte Touristenattraktion ist, kann man sich vorstellen, wie es am Wochenende zugeht. Wer lange Staus vermeiden will, sollte besser unter der Woche kommen. Besonders schön ist es wohl auch, die Region mit dem Fahrrad zu erkunden.
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  9. Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Die Tulpen werden nicht zum Spaß angebaut, sondern mit den Blumenzwiebeln wird Geld verdient. Daher gibt es überall Hinweisschilder, die darum bitten, dass man die Felder nur am Rand betritt und nicht zwischen die Blumen hineingeht oder sich gar hineinlegt. Bitte respektiert das, auch vom Rand aus kann man die blühenden Felder genießen und fotografieren.
 Mehr Reiseinspiration gibt's  auf Instagram >> KaRoland on Tour <<

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