Kameraausrüstung für Einsteiger & wieso ich mich von der DSLR verabschiede!

Samstag, Mai 25, 2019 Chamy 3 Comments

Kurz nachdem ich Anfang 2009 meinen Blog Chamy.at eröffnet hatte, durfte auch schon meine erste DSLR bei mir einziehen, denn die Fotos mit der handelsüblichen Kompaktkamera entsprachen bald nicht mehr meinem Qualitätsstandard. Die letzten 10 Jahre testete ich mich also durch diverse Kameramodelle und Objektive und hatte die letzten Jahre mit der Canon 70D inklusive meiner sorgfältig ausgewählten Objektive meine Traumkamera gefunden.


Tschüss DSRL - Hallo Systemkamera!

Aber warum muss sie dann gehen? Vorneweg, es liegt definitiv nicht an der Kamera, sondern an meinen Bedürfnissen, die sich in den letzten Jahren verändert haben. Als ich mich vor mehr als 10 Jahren für eine Spiegelreflexkamera entschied, habe ich Hauptsächlich Indoor-Fotos für meinen Beauty- & Lifestyleblog gemacht. Ich brauchte eine gute Kamera mit lichtstarken Objektiven für Detailaufnahmen und drehte hin und wieder auch YouTube-Videos, weswegen mir auch eine gute Bildqualität und ein toller Autofokus im Videomodus wichtig waren. Mein YouTube-Kanal schlief irgendwann ein und auch Beauty- und Produktaufnahmen mache ich heute so gut wie keine mehr. Stattdessen bin ich mittlerweile viel draußen, fotografiere mich unterwegs auf Reisen und Ausflugszielen und habe die letzten Jahre mehr und mehr gemerkt, dass mich eine Spiegelreflex nur noch bedingt glücklich macht. Die Fotos sind nach wie vor gut und ich liebe jedes einzelne meiner Objektive, ABER ich hatte zuletzt bei Städtereisen keine Lust mehr 14 Stunden am Tag eine mehrere Kilo schwere Kamera mit Objektiven durch die Straßen zu karren. Schon vor 2-3 Jahren haben mir befreundete Fotografen immer wieder Systemkameras ans Herz gelegt, da diese doch viel mehr meinen momentanen Bedürfnissen entsprechen würden. Kompakte Bauart, leicht im Gewicht, aber trotzdem ist die Verwendung verschiedener Objektive möglich. Dummerweise habe ich diese Empfehlungen jahrelang ignoriert und habe selbst bei meiner dreiwöchigen Backpack-Tour quer durch Asien meine DSRL mitgeschleppt. Erst nach heftigen Rückenschmerzen nach einem Städtetrip im letzten Jahr konnte ich mich dazu aufraffen mich näher mit Systemkameras auseinanderzusetzen. Seitdem ist die Olympus PEN E-PL8 Kompakte Systemkamera inkl. 14-42mm Pancake Objektiv und das Olympus M.Zuiko Digital 45 mm 1:1.8 Objektiv mein treuer Begleiter. Nicht nur, dass die Systemkamera um einiges handlicher ist, nein auch die Handhabung bei Selbstauslöser-Fotos (und das sind 90% meiner Bilder nunmal) ist um ein vielfaches besser. Das letzte Jahr habe ich nun also gehadert, was ich mit meiner DSRL machen möchte, da sie doch einiges an sentimentalen Wert hat. Da das gute Stück im Schrank aber nunmal nicht besser wird und ich sie in den letzten 12 Monaten maximal 5-6x benutzt habe, darf sie nun also gehen und ich werde das Geld vom Verkauf in neue Olympus-Objektive investieren...

Meine DSLR & Objektive

Wie oben schon erwähnt, habe ich in den letzten Jahren die ein oder andere Kamera in den Händen gehalten und auch diverse Objektive besessen. Die vier unten genannten Objektive haben sich allerdings zu meinem Favoriten heraus kristallisiert und ich würde sie auch jedem empfehlen, der mich nach einer guten und relativ günstigen Hobby-Fotografen-Objektivauswahl fragt.

Canon 70D

Die Kamera besitzt einen 20,2-Megapixel-CMOS-Bildsensor im APS-C-Format und hat im Weiteren folgende technische Merkmale:

- Dual Pixel CMOS AF (Schnelle Fokussierung während des Filmens über geteilte CMOS-Pixel)
- Integriertes WLAN ermöglicht die kabellose Steuerung mittels mobiler Endgeräte oder eines PCs
- Aufnahme von Videos mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde in Full-HD-Auflösung bzw. bis zu 60 Bildern/Sekunde in 720p-Auflösung
- 19 Autofokus-Kreuzsensoren
- Serienaufnahmen mit 7 Bildern pro Sekunde
- Lichtempfindlichkeit ISO 100 bis 12.800, erweiterbar auf 25.600
- HDR-Programm
- Mehrfachbelichtungs-Programm
- 7,62-cm-LCD-Touchscreen
- DIGIC-5+-Prozessor

Nach dem Verkauf meiner Canon 550D durfte die 70D bei mir einziehen, da sie nicht nur für Laien, sondern auch für ambitionierten Hobby-Fotografen perfekt ist. Mich als Bloggerin hat natürlich die WLAN-Funktion und das schwenkbare Display sofort angelächelt, welches zum Zeitpunkt des Kamerakaufes noch eher selten vorhanden war. Auch sind der Videomodus, die Autofokussierung und der Touchscreen-LCD Display richtig gut.

Beispielsfoto Canon 18-55 mm
Beispielsfoto Canon 18-55 mm

Objektiv: Canon EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 IS II

Das Standardzoom-Onjektiv ist perfekt als „Immerdrauf“-Objektiv. Es ist mit seinen etwas mehr als 200 Gramm recht leicht und handlich und bei meiner ersten Spiegelreflexkamera habe ich fast ausschließlich mit diesem (bzw. seinem Vorgänger) Modell fotografiert. Landschaften, Porträts oder auf Reisen, ich hab das Objektiv früher echt geliebt, denn gerade für Einsteiger ist es optimal und völlig ausreichend.
Weitere Beispiele, die ich mit dem Canon 18-55 mm fotografiert habe: KLICKKLICK

Beispielsfoto Sigma (schlechtes Licht, Indoor)
Beispielsfoto Sigma
Beispielsfoto Sigma

Objektiv: Sigma 17-70mm 2,8-4 Macro OS HSM

Ein echtes Allround-Objektiv, welches damals mein Canon Standardzoom-Onjektiv im Nu abgelöst hat. Ob in Innenräumen oder draußen, das lichtstarke Objektiv ist und bleibt mein absoluter Favorit und der beste Objektivkauf in all den Jahren. Solltet ihr ein gutes und kostengünstiges Allround-Objektiv suchen, dann schaut euch bitte das Sigma 17-70mm 2,8-4 Macro an! Durch die hohen Lichtstärke werden die Fotos selbst bei schlechteren Lichtverhältnissen gut. Der ziemlich hohe Brennweitenbereich deckt außerdem die meisten Standardmotive ab, somit ist ein Objektivwechsel auch bei Reisen so gut wie nie notwenig. Der Autofokus ist richtig gut und mein persönliches Highlight ist, dass man mit dem Objektiv auch in die Welt der Makrofotografie schnuppern kann.
Weitere Beispiele, die ich mit dem Sigma fotografiert habe: KLICKKLICK, KLICK

Beispielsfoto Canon 50 mm Festbrennweite
Beispielsfoto Canon 50 mm Festbrennweite
Beispielsfoto Canon 50 mm Festbrennweite
Beispielsfoto Canon 50 mm Festbrennweite

Objektiv: Canon EF 50mm f/1.8 

Ein weiteres Objektiv, welches ich jedem ans Herz legen würde: Das handliche Festbrennweiten-Objektiv von Canon. Denn: Durch die hohe Lichtstärke von 1:1,8 wird das Hauptmotiv mit hoher Schärfe eingefangen, aber gleichzeitig der Hintergrund mit einer tollen Unschärfe dargestellt. Ich finde das Objektiv gerade für Porträt-Fotos, aber auch für Landschaftsdetails super.
Weitere Beispiele, die ich mit dem Canon 50mm fotografiert habe: KLICK, KLICK

Beispielsfoto Tamron Megazoom
Beispielsfoto Tamron Megazoom
Beispielsfoto Tamron Megazoom
Beispielsfoto Tamron Megazoom

Objektiv: Tamron 18-270mm F/3.5-6.3 Di II

Dieses Objektiv ist erst vor gut einem Jahr bei mir eingezogen und war leider kaum in Gebrauch, weil ich zu diesem Zeitpunkt schon meinen Kamerawechsel vollzogen habe. Nichtsdestotrotz hat es sich nach vielen, vielen Recherchen als das perfekte Reise-Tele-Objektiv für meine Bedürfnisse herausgestellt. Das Objektiv ist mit der großen Brennweite nämlich wahnsinnig flexibel und von Weitwinkel bis Tele ist hier alles möglich. So kann man von Landschaftsaufnahmen über Porträts, Streetphotography bis hin zu Tier- und Distanzaufnahmen einfach alles machen. Ich habe es Hauptsächlich gekauft, um in Zoos entfernte Tiere besser ranzoomen zu können, aber auch für Bergpanorama-Fotografien. Das Beste: Das Megazoom ist auch noch verhältnismäßig leicht und kompakt!
Weitere Beispiele, die ich mit dem Tamron fotografiert habe: KLICK

Zubehör zum Verkauf im Überblick

Schweren Herzens trenne ich mich nun also von meiner kompletten Kameraausrüstung und möchte sie gerne auch hier anbieten. Die Kamera selbst habe ich Ende 2013 gekauft und sie hat „normale“ Abnutzungserscheinungen. Hauptsächlich wurde die Kamera Indoor oder „vor der Haustür“ für Bloggerfotos genutzt. Auf meinen Städtetrips war sie 10-12x mit von der Partie, meist aber gut geschützt in ihrem Täschchen. Nur von der Asienreise hat sie leider 2-3 kleinere Schrammen am Gehäuse mit nach Hause gebracht, da ich sie leider einen Tag ungeschützt im Rucksack hatte. :-( Sie ist allerdings nie runtergefallen und funktioniert einwandfrei. Das am meisten benutzte Objektiv war definitiv das Sigma, welches demnach die meisten „Abnutzungserscheinungen“ hat. Das Canon Kit Objektiv und die 50 mm Festbrennweite wurden in den 4-5 Jahren selten und nur sehr gezielt benutzt, daher wie neu. Das Tamron-Teleobjektiv ist das Jüngste im Rudel (etwas mehr als 1 Jahr) und wurde leider nur 2x benutzt. Zu den Objektiven gibt es auch noch Gegenlichtblenden, die allesamt unbenutzt sind. Außerdem ist im Set auch noch ein Polfilter enthalten, der unerwünschte Reflexionen von glatten, nichtmetallischen Oberflächen (z. B. Wasser, Glas) unterdrückt. Gerade wenn man Wasserflächen oder in Tierparks die Aquarien fotografiert möchte, ist er einfach ein MUSS. Außerdem wird die Grünwiedergabe von Laub und Gräsern auf Fotos verbessert. Ebenfalls lege ich auch noch 2 Akkus (einmal original Canon, einmal ein Nachbau), das Ladegerät, 2 neuwertige Kameragurte, ein Reinigungsset, einen unbenutzen Kamerarucksack, eine gern genutzte kleine Kameratasche und ein altes (nicht besonders gutes) Stativ inklusive Fernauslöser bei. Zum Stativ sei gesagt, dass es echt schon einige Jahre auf den Buckel hat und ich es nicht für unterwegs empfehlen kann, da es deutlich bessere und leichtere gibt. Als Anfängerausrüstung und für Indoor-Fotografie ist es aber noch in Ordnung.


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- Canon 70D
- Tamron 18-270 mm (Teleobjektiv) + Gegenlichtblende
- Sigma 17-70 mm (Makro) + Gegenlichtblende
- Canon 50 mm (Festbrennweite für schönen unscharfen Hintergrund)
- Canon 18-55 mm (Kit Objektiv) + Gegenlichtblende
- Polfilter (58 mm)
- 2x Akku + Ladegerät
- Reinigungsset
- Kamerarucksack + kleine Kameratasche
- 2 Kameragurte
- Stativ + Fernauslöser (Kamera lässt sich aber auch übers Smartphone / WLAN steuern)
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Alles in allem hat mich diese Ausrüstung rund 2.250 Euro gekostet. Meine Preisvorstellung wären 1.099 Euro VHB. Bitte habt Verständnis, dass ich nur alles im Set abgeben möchte und mir am liebsten eine persönliche Übergabe in Wien / Raum Mödling wäre. Sollte Interesse bestehen bitte eine Mail an mail@chamy.at Ich sende auch gerne mehr Fotos auf Anfrage bzw. kann die Kamera auch gerne getestet werden.

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Wien: Hidden Treasure - Flakturm im Augarten

Samstag, Mai 25, 2019 Chamy 1 Comments

Acht Flakturmpaare wurden im Rahmen des Luftkriegs zwischen 1942 und 1945 in Wien, Hamburg und Berlin errichtet. Drei dieser Flakturmpaare stehen verteilt in Wien.



Hidden Treasures - Mit offenen Augen durch die eigene Stadt
Die Idee zu dieser neuen Serie hier auf dem Blog kam mir recht spontan. Ich wohne und arbeite seit rund 10 Jahren in Wien und doch entdecke ich fast täglich Neues. Mal ist es eine interessante Skulptur in einem Innenhof, dann staune ich über tolle Altbau-Fassaden, die mit Figuren oder Ornamenten besetzt sind, entdecke zufällig kleine urige Seitengassen und hübsche Plätze oder erfreue mich an originellen Streetarts. Leider fallen einem diese Sachen in der eigenen Stadt oft nicht auf und man weiß sie deshalb auch nicht wertzuschätzen. In fremden Ländern und Städten laufen wir alle mit offenen Augen und mit Kameras durch die Straßen – in der eigenen Umgebung eher selten. Eigentlich schade, denn wer mit offenen Augen durch die eigene Stadt flaniert, entdeckt auch daheim viele spannende Dinge. Deswegen habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, für mich neue Fleckchen zu entdecken und auch mehr über sie zu erfahren. Ihr glaubt gar nicht, wie viel Neues man entdeckt, wenn man mal einen anderen Weg zur Arbeit nimmt, oder auch einfach mal ziel- und planlos in den nächstbesten Bus / Zug steigt und schaut wo man landet. Zukünftig gibt’s hier also kleine Schmankerl aus Wien, die ich zufällig bei meinen täglichen Wegen entdecke. Gleichzeitig möchte ich euch aber auch dazu animieren, mit offenen Augen durch eure Heimatstadt zu laufen!


Flaktürme im Augarten

Kaum zu glauben aber wahr, ich war vor Kurzem das erste Mal im Wiener Augarten. Der Augarten im 2. Bezirk ist ein über 50 Hektar großer öffentlicher Park, sowie eine der ältesten und kulturhistorisch bedeutendsten barocken Gartenanlagen der Stadt. Bekannt ist er den meisten wohl wegen der Porzellanmanufaktur Augarten, die bis heute in Handarbeit hochwertiges Porzellan anfertigt. Ich fand bei meinem Besuch aber besonders den hässlichen Betonklotz beim Eingang spannend. Bei dem „Betonklotz“ handelt es sich um einen der drei Flakturmpaare in Wien. Die anderen zwei stehen im Arenbergpark (3. Bezirk) und im Esterhazypark (beheimatet das „Haus des Meeres“). Der 1945 fertiggestellte Gefechtsturm im Augarten ist mit seinen 55 Metern der höchste Flakturm in Wien. Er beherbergt 12 Stockwerke, wobei das 12. Stockwerk ein niedriges Zwischengeschoß darstellt. Im Erdgeschoß befinden sich vier Zugänge. Ab 2007 wurden erste Sanierungsarbeiten an diesem Turm durchgeführt, da geplant war ihn als Datenschutzzentrum umzufunktionieren. Dieser Plan wurde allerdings bis heute nicht verwirklicht. Und auch der nie fertiggestellte Leitturm im Augarten hat sein Aussehen in den mehr als 70 Jahren kaum verändert und steht bis dato leer.

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Travel Moments – Baker, Nevada

Mittwoch, Mai 22, 2019 Svenja 1 Comments

Eine Reise besteht immer aus unglaublich vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen, aus einer Aneinanderreihung von „Wow-Situationen“. Aber es gibt auch diese kleinen Momente, diese unaufgeregten Orte die auch nach langer Zeit noch nachhallen und beeindrucken. Bilder die man – obwohl gar nicht DIE Top-Attraktion zu sehen ist – zu den heimlichen Favoriten zählt, die sofort Erinnerungen und vor allem das Fernweh wecken. Von diesen besonderen Orten gibt es in meiner Foto-Sammlung einige und nach und nach würde ich euch gerne meine liebsten vorstellen – meine besonderen Travel Moments. Starten wir heute mit einem der wohl kleinsten Orte, in denen ich je war – Baker, Nevada.





Die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel, ein leichter Wind weht über das ausgedörrte Land und es ist recht kühl an diesem Morgen auf der Lehman Caves Road, der Hauptverbindung zwischen dem kleinen Nest Baker mitten im Nirgendwo von Nevada und dem Great Basin Nationalpark. Wer Ruhe sucht ist hier richtig in dieser Ansammlung von Häusern, die nicht mal 70 Einwohner ihr Zuhause nennen. Meilenweit zieht sich hier die Ebene zum Sevier Lake und bis auf vereinzelte Autos, die alle halbe Stunde mal die einsamen Straßen kreuzen stört nichts den Blick in diese Weite.



Auf der anderen Seite erheben sich die Berge des Great Basin Nationalparks, die dem flüchtigen Blick die wunderschönen, im Herbst bunt gefärbten Wälder zunächst verschließen. Still ist es auch hier, denn trotz seiner unbändigen Schönheit und den gut ausgebauten Wanderwegen, der unberührten Natur und dem breiten Angebot an Campingplätzen nehmen nur wenige Touristen den Umweg in diese Einöde auf sich. Ein Fehler, wie alle feststellen die ein mal hier waren.




Aber wie so oft im Leben ist es hier tatsächlich der Weg und nicht das Ziel, welcher in mir dieses ursprüngliche Gefühl von „Wildem Westen“ hervorruft, mich innehalten und durchatmen lässt. Auf dem Weg zum Nationalpark, unbeschildert am Wegesrand liegt eine kleine Hütte mit einigen Informationen zu den ersten Siedlern der Gegen, mitten im Nichts gelegen und doch mit dem schönsten Blick überhaupt. Gesäumt von einer Verzierung, die auf die landwirtschaftliche Nutzung dieses kargen Landes verweist wird der Blick in die Ferne gelenkt, auf das von kargen Büschen bewachsene Land und sanfte Bergläufe. Ein rostiger Oldtimer steht mitten in dieser Szene und man mag es kaum glauben, aber er schmiegt sich harmonisch in die Aussicht. Kein Haus, kein Shop, kein Mensch ist weit und breit zu sehen, alles scheint wie in einem Dornröschenschlaf versunken.




Weites Land, Bilder von klassischen Farmen, ein Oldtimerl – was könnte amerikanischer sein?! Unwirklich wirkt das Bild und doch stimmig, ruhig und dennoch voller Kraft. Hier herrscht die absolute Stille der Natur, man hört Insekten die sich tummeln, den Wind wie er die trockenen Sträucher schüttelt und das quietschende Holz der Infotafeln. Die Hintergrundgeräusche die wir aus der Stadt kennen sind hier fern und im ersten Moment traue ich mich kaum zu atmen, um die perfekte Naturkulisse nicht zu stören. Wie wunderschön die Einsamkeit sein kann an diesem Ort der - wenn überhaupt - nur wegen des Great Basin Nationalparks bekannt ist, kurz vor der Grenze nach Utah.




Die schillernde Metropole Las Vegas liegt mehr als 5 Stunden entfernt und das ist auch gut so, nichts soll das beschauliche Leben hier stören. Vermutlich hat sich in den letzten 50 Jahren nichts verändert, nicht Baker, das kaum aus mehr als einer Tankstelle und einer Kaffeebude besteht und nicht im Park, der mit seinen bunten Bäumen, den vielen Tieren und den kaum vorhandenen Touris zum Verweilen einlädt. Und sicher nicht an diesem atemberaubenden Blick über das Land - was für ein besonderer Moment!

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Usedom: Abseits der Touristenpfade & Geheimtipps

Mittwoch, Mai 15, 2019 Chamy 1 Comments

Leises Meeresrauschen, grüner Strandhafer, alte Seebrücken und gemütliche Strandkörbe lassen selbst mein Großstadtherz höher schlagen. Und auch wenn ich nur 3 Tage auf der Sonneninsel Usedom verbringen konnte und somit alles im Schnelldurchlauf erleben musste, habe ich doch wundervolle Eindrücke mit nach Hause nehmen können. Obwohl es bei meinem Besuch Anfang Mai noch recht ruhig und entspannt auf der deutsch-polnischen Insel war, kann es während der Hauptsaison im Sommer schon mal ganz schön voll und quirlig an den Stränden und Hotspots werden. Deswegen möchte ich euch ein wenig abseits der Touripfade mitnehmen und das ein oder andere schöne und weniger bekannte Fleckchen auf Usedom vorstellen. 

Zeesenbootsegeln im Naturhafen Krummin

Naturhafen Krummin inkl. Zeesenbootsegeln

Etwas versteckt im Krumminer Naturhafen liegt die „Romantik“, ein gut erhaltenes und gepflegtes Zeesenboot. Noch vor rund 200 Jahren wurden diese Boote für den Fischfang genutzt und Fischer warfen ihre flachen Netze – die sogenannten Zeesen – aus. Heute dient die „Romantik“ – übrigens eines der letzten gebauten Zeesenboote – nur noch für Ausflugsfahrten. Skipperin Rika Harder entführte uns für knapp anderthalb Stunden in ihre Welt aus Wasser, Wind und Wellen und erklärte uns die Grundbegriffe des Segelns. Nach dem kurzen Segeltörn gab's noch eine leckere Stärkung in Form von "Omas Streuselkuchen" auf der Hafenterrasse. Dort wirft der Hafenmeister an Wochenenden auch gerne mal den Grill an und legt die Original „Krumminer Bratwurst“  oder anderen Grillspezialitäten auf den Rost.

Zeesenbootsegeln im Naturhafen Krummin
Zeesenbootsegeln im Naturhafen Krummin
Zeesenbootsegeln im Naturhafen Krummin
Zeesenbootsegeln im Naturhafen Krummin
Zeesenbootsegeln im Naturhafen Krummin
 

Lindenallee in Krummin

Wer ins ehemalige Fischerdorf Krummin möchte, kommt zum Glück nicht an einer Fahrt durch die prachtvolle Lindenallee vorbei. Die alte Lindenallee ist wohl die schönste Allee auf der Insel Usedom und auch ich musste natürlich einen kurzen Fotostopp einlegen. Am Ende der Allee erwartet einem das kleine Dörflein Krummin, welches nicht nur wegen seines Naturhafens sehenswert ist. Auch die Michaeliskirche, in der im Sommer einige Veranstaltungen stattfinden, sollte man einen kurzen Besuch abstatten. Fürs leibliche Wohl in Krummin sorgen entweder die Hafenterrasse, der Hofladen zur Pferdetränke oder das Gartencafe Naschkatze.

Lindenallee in Krummin
Lindenallee in Krummin

Fischhus Domke in Ahlbeck

Wenn wir schon bei Gaumenfreuden sind, wie wäre es mit einem Abstecher ins Ahlbecker Fischhus? Leider habe ich es nicht ins Fischhus Domke in Ahlbeck geschafft, obwohl es mir von verschiedenen Seiten wärmstens empfohlen wurde. Das Restaurant serviert täglich fangfrischen Fisch und regionale Kleinigkeiten wie Senf und Marmelade oder Hochprozentiges nach alten Familienrezept. Also seid bitte so lieb und esst ein Fischbrötchen für mich mit, solltet ihr dem Fischhus Domke einen Besuch abstatten.


Cafè Asgard in Bansin

Eintauchen in die Kaiserzeit kann man hingegen im urigen Cafè Asgard an der Promenade in Bansin. Für mich als Wienerin ist der Einrichtungsstil dieses 20er bis 50er Jahre Kaffeehauses zwar keine Seltenheit – kenne ich ihn doch nur zu gut aus Wien –, trotzdem hat mich die gemütliche Atmosphäre sofort angesprochen. Die Auswahl an Kaffeespezialitäten ist reichlich und das Ambiente unübertroffen.

Sonnenuntergang beim Cafè Knatter

Wer einen wirklich tollen und romantischen Sonnenuntergang erleben möchte, dem empfehle ich den Blick auf das Achterwasser und den Sonnenuntergang beim Café Knatter. Ebenfalls toll für Sonnenuntergänge soll aber auch die Anhöhe beim Friedhof Ückeritz sein.

Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter
Sonnenuntergang beim Cafè Knatter

Uferpromenade Ückeritz

Aber auch die relativ kleine Strandpromenade von Ückeritz eignet sich perfekt um einen romantischen Sonnenuntergang am Meer zu erleben oder etwas dem Trubel zu entfliehen. Denn das einstige Fischer- und Bauerndorf ist weitaus weniger touristisch als die Kaiserbäder Heringsdorf,  Ahlbeck und Bansin. So lädt der Strand und die Steilküste zu erholsamen Spaziergängen ein und auf der gemütlichen Flaniermeile findet sich sicher ein Plätzchen für leckeren Kuchen und Kaffee. Besonders abends soll es im Dünencafé Sonnendeck extrem romantisch sein.

Uferpromenade Ückeritz
Uferpromenade Ückeritz
Uferpromenade Ückeritz
Uferpromenade Ückeritz
Uferpromenade Ückeritz

Blockwindmühle in Pudagla

Wusstest ihr, dass die Bockwindmühle der älteste Windmühlentyp in Europa ist? In der Ortschronik von Pudagla ist die Geschichte der Bockwindmühle sogar bis ins Jahr 1752 zurückverfolgbar. Und ob ihr es glaubt oder nicht, die Mühle von Pudagla ist nach ihrer Sanierung tatsächlich noch funktionstüchtig. Ein Abstecher zu dieser hübschen Blockwindmühle zahlt sich aber auch wegen des traumhaftes Ausblicks aus.

Blockwindmühle in Pudagla
Blockwindmühle in Pudagla
Blockwindmühle in Pudagla

Holländerwindmühle in Benz

Eine weitere sehenswerte Mühle ist die Holländermühle in Benz, zu der ein kurzer aber idyllischer Weg hinauf führt. Vom Mühlenberg hat man eine herrliche Aussicht auf Benz und den Schmollensee. Die Windmühle wurde 1830 erbaut und war bis 1972 in Betrieb. Heute ist die als Museum umfunktionierte Mühle ein toller Ausgangspunkt für Spaziergänger. In den Sommermonaten wird man hier außerdem mit kühlen Getränken, Kaffee und leckeren Kuchen versorgt. Und hinter der Mühle hat mein Tierliebhaberherz auch ein paar Pferdchen entdeckt.

Holländerwindmühle in Benz
Holländerwindmühle in Benz
Holländerwindmühle in Benz
Holländerwindmühle in Benz

Kirche Benz mit Sternenhimmel

Von der Holländerwindmühle in Benz hat man auch einen großartigen Blick auf die Benzer Kirche, die vor allem für ihre einzigartige und denkmalgeschütze Sternendecke bekannt ist. Schon 1836 wurde die ehemalige Balkendecke durch ein hölzernes Tonnengewölbe ersetzt, auf das ein Sternenhimmel gemalt wurde. Und wer lieber die älteste Kirche der Insel Usedom besuchen möchte, der sollte einen Abstecher in die aus Feld- und Backsteinen gebaute Dorfkirche in Liepe machen.

Kirche Benz mit Sternenhimmel

Strand in Pudagla

Strandkorb an Strandkorb ist ja nicht jedermanns Sache – ich weiß!  Deswegen eignet sich für Ruhesuchende der kleine Strand in Pudagla für einen kurzen Spaziergang oder auch für ein erfrischendes Badevergnügen wohl besser. Psst: Wer es etwas ausgefallener mag, findet im Wohnschiff vielleicht sogar seine Bleibe. Beim entlang Schlendern fiel mir nämlich sofort das kleine Grundstück mit dem Schiff auf. Der alter Fischkutter wurde scheinbar zu einem rustikalen Feriendomizil umgebaut und kann von bis zu 4 Personen bewohnt werden.

Strand in Pudagla
Strand in Pudagla
Strand in Pudagla
Strand in Pudagla

Gesteinsgarten und Waldkabinett in Neu Pudagla

An diesem idyllischen Platz lohnt sich ein Besuch für Groß und Klein. Hier kann man die Natur hautnah erleben und entdecken! Im kleinen aber feinen Waldkabinett entdeckt man viele unbekannte Schätze. So dokumentieren versteinerte Hölzer etwa die Entwicklung des Waldes, man erfährt Wissenswertes über die auf Usedom gefundene Mooreiche und kann jede Menge Anschauungsmaterialien aus nächster Nähe begutachten. In unmittelbarer Umgebung beginnt auch der Gesteinsgarten mit seiner großen Vielfalt von wissen­schaftlich dokumentierten Gesteins­arten. Knapp dahinter beginnt auch schon der Wald­lehrpfad, der an unterschiedlichen Nistkasten­typen und Bruthöhlen für Insekten in den alten Obstgarten des Forstamtes führt. Was nur wenige Wissen: Etwas versteckt befindet sich hier auch die Waldbühne, auf der jedes Jahr zwei kostenlose Waldkonzerte stattfinden.

Gesteinsgarten und Waldkabinett in Neu Pudagla
Gesteinsgarten und Waldkabinett in Neu Pudagla
Gesteinsgarten und Waldkabinett in Neu Pudagla
Gesteinsgarten und Waldkabinett in Neu Pudagla
Gesteinsgarten und Waldkabinett in Neu Pudagla

Radtour rund um den Schloonsee

Wer es sportlicher mag, sollte sich ein Fahrrad schnappen und rund um den etwa 14 Hektar großen Anglerteich radeln. Als Belohnung unbedingt im Schloon Idyll in Bansin einkehren, den dort gibt es – selbst laut Einheimischen – eine der besten selbstgemachten Torten auf der Insel.


Radtour


Werbung: Vielen Dank an Usedom Tourismus, die mich im Rahmes des Bloggercamps zu dieser unbezahlten Recherchereise eingeladen haben. Auch ein Danke an Salzwasser_herz für die Insider-Tipps und das Sonnenuntergang-Strandfoto

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