Lost Place: Ehemalige Kammgarnfabrik in Möllersdorf

Mittwoch, Oktober 31, 2018 Chamy 0 Comments

Zugegeben, das Gebäude der ehemaligen Kammgarnfabrik ist eigentlich kein „Lost Place“, da Teile nach wie vor genutzt werden. Trotzdem fand ich es mega spannend im Rahmen einer exklusiven Führung ein wenig über die Geschichte des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes zu erfahren und lang nicht mehr betretene Gebäudeabschnitte zu erkunden. Wenn man die riesigen – mittlerweile fast leeren – Hallen so sieht, kann man sich echt schwer vorstellen, dass hier zu Spitzenzeiten bis zu 1.300 Personen ihren Arbeitsplatz hatten.


Geschichte der Vöslauer Kammgarnfabrik in Möllersdorf

1824 wurde die Baumwollspinnerei von Josef Mohr gegründet und zwei Jahre später wurde die Fabrik im Traiskirchner Stadtteil Möllersdorf errichtet. 1861 erwarb dann Wilhelm Bidtel das Unternehmen und ließ im Jahr 1868 ein Arbeiterwohngebäude auf dem Gelände errichten. Im Folgejahr ging das Unternehmen jedoch in Konkurs und das Werk wurde erstmals stillgelegt. Dank der Creditanstalt und der Union Bank wurde 1971/72 die Möllersdorfer Kammgarnspinnerei und Weberei gegründet, welche 1874 abermals liquidiert wurde. Zwei Jahre später nahm die Vöslauer Kammgarnfabrik AG auf dem Gelände die Produktion von Schafwollgarnen und -zwirnen auf und konnte bei einer Versteigerung 1877 das Unternehmen erwerben. Zwischen den Jahren 1883 und 1890 wurden weitere Wohnhäuser für die Fabriksarbeiter auf dem Areal errichtet. Während der Kriegszeit wurden außerdem in einem Drittel der Produktionshallen Flugzeugersatzteile und Nachrichtengeräte für die Wiener Neustädter Flugzeugwerke erzeugt. Durch die Plünderungen und Zerstörungen während dieser Zeit konnte nach Kriegsende der Betrieb nur eingeschränkt aufgenommen werden. Im Zuge des Wiederaufbaues wurde nicht nur das alte Maschinenhaus umgebaut, sondern auch ein Feuerwehrhaus, neue Sanitätsräume und ein Festsaal erbaut. 1976 wurde die Spinnerei dann endgültig stillgelegt, da die Textilindustrie in den asiatischen Raum verlagert wurde. Tja und seit 1988 ist nun in Teilen dieses Areals das Stadtmuseum von Traiskirchen beheimatet, über das ich euch noch ein anderes Mal berichten werde.


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Prag: 2 außergewöhnliche Museen

Sonntag, Oktober 28, 2018 Sonja Bruckner 2 Comments

Für alle jene, die denken sie kennen Prag schon in- und auswendig, oder einfach nur auf der Suche nach neuer Inspiration sind, habe ich heute zwei ausgefallene Museums-Tipps:

Apple Museum

Ein absolutes Muss, nicht nur für Hardcore Apple-User. Beim Prager Museum handelt es sich um die weltweit größte Privatsammlung von Apple Produkten. Auf 767 Quadratmetern findet ihr fast 500 Exponate, die die Geschichte der Weltmarke erzählen. Beginnend mit dem ersten PC, den Steve Job gemeinsam mit Steve Wozniak in der elterlichen Garage baute, hin zu neusten technischen Lösungen. Ein virtueller Museumsguide, den ihr direkt auf eurem Smartphone abhören könnt, begleitet euch durch die Ausstellung. Also: Kopfhörer nicht vergessen!

Zu finden ist das Apple Museum in der Altstadt zwischen Karlsbücke und Wenzelsplatz (Husova 21, Prague 1). Geöffnet ist es täglich von 10 bis 22 Uhr. Das angeschlossene vegane (raw vegan) Café serviert frischzubereitete Smoothies und Säfte, sowie Kaffee, Tee und kleine Imbisse.
Eintritt: Erwachsene 9 Euro, Studenten 7 Euro, Kinder 4 Euro, Familien (2 Erw. & 2 Kinder) 22 Euro
Ein weiteres erstaunliches Detail: Der Erlös aus den Einnahmen wird ausnahmslos gespendet!

Think Different Apple Museum
Apple Museum Prag Prague
Apple 1 Prag Prague
Apple 1 Prag Prague Museum
Steve Jobs Apple Museum
HP-65 Apple Museum
Kassette Apple Museum
Entwicklung iPod Apple Museum
Entwicklung macbook Apple Museum
Ruhezone Cafe Apple Museum

Museum Argondie: Galerie Reon

Am Berg Petřín findet ihr unweit der Aussichtsplattform das Museum Argondie. Die Magische Höhle, wie die Galerie auch genannt wird, beinhaltet auf 3 Geschossen rund 80 Gemälde und zahlreiche Skulpturen des Künstlers Reon Argondian. Sie wurde 2005 eröffnet und hat täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 70 Tschechische Kronen, Kinder bis 15 sind frei.
Als wir die Galerie betraten war mir schnell klar, warum sie Magische Höhle genannt wird. Raus aus dem Touristen-Trubel am Prager Hausberg kam es mir vor, als hätte ich eine andere Welt betreten.
Die Welt des Reon Argondian, die er uns in seinen Bildern eröffnet, ist eine fantastische und absonderliche zugleich, wodurch eine ganz besondere Atmosphäre entsteht. Als wäre die reale geschäftige Welt außerhalb der Höhle in weite Ferne gerückt...
(Der für Besucher kostenlose Sangria im Lounge-Bereich verstärkt diese Stimmung bestimmt noch zusätzlich ;) Und natürlich stehen auch alkoholfreie Erfrischungen zu Verfügung.)

Museum Argondie Galerie Reon außen
Museum Argondie Galerie Reon Höhle

Museum Argondie Galerie Reon Lounge
Museum Argondie Galerie Reon Sangria
Museum Argondie Galerie Reon Gemälde
Museum Argondie Galerie Reon Bild
Museum Argondie Galerie Reon Prag
Museum Argondie Galerie Reon Ton
Museum Argondie Galerie Reon Prague
Museum Argondie Galerie Reon Skulptur
Liebt ihr Prag auch so wie ich? Welche sind eure Lieblingsorte in der Tschechischen Hauptstadt? 
Auf der Suche nach weiteren Tipps für eure Tschechien-Reise? Hier geht's zu den bisher erschienenen Beiträgen.


https://www.sb-beratung.at/blog/

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Mein Asien-Reisetagebuch: Laos – Leben wie Einheimische in Vang Vieng und Besichtigung des Pha Ngern Aussichtspunkts

Dienstag, Oktober 23, 2018 Chamy 0 Comments

Nach den richtig genialen Tagen in Luang Prabang kam mein absoluter Tiefpunkt dieser Reise: Ein Homestay bei Einheimischen in der Nähe von Vang Vieng, aber dazu später mehr…

Vang Vieng Sonnenuntergang

Mit dem Auto von Luang Prabang nach Vang Vieng

Nach drei wirklich erlebnisreichen Tagen in Luang Prabang musste ich also von meiner Herzensstadt Abschied nehmen. Mit einem kleinen Bus ging’s über holprige Straßen Richtung Vang Vieng. Die Kleinstadt liegt am Fluss Nam Xong zwischen Luang Prabang und der Hauptstadt Vientiane und ist vor allem unter Rucksackreisenden als Szeneort für ausgelassene Feiern mit Drogen, Alkohol und Musik bekannt. Bis wir allerdings an unserem Zielort ankamen, hieß es erstmal stundenlang über holprige Straßen zu rütteln. Hin und wieder machten wir eine kurze Rast, um die Toilette aufzusuchen, oder aber den Ausblick zu genießen, ehe wir in einem Vorort von Vang Vieng ankamen.

Vang Vieng
Vang Vieng

Übernachten bei Einheimischen in einem kleinen laotischen Dorf

Über Schotterstraßen erreichten wir den kleinen Vorort von Vang Vieng, dessen Namen ich nicht mal kannte und lernten unsere Gastfamilien für die kommende Nacht kennen. Ich muss gestehen, vor diesem Programmpunkt hatte ich den meisten Respekt, habe ich doch Probleme mit meinem Wasch- und Sauberkeitszwang. Schon als ich das kleine Zimmerchen sah, musste ich schlucken: Rein objektiv betrachtet war es völlig ausreichend für eine Nacht und an der Sauberkeit war für laotische Verhältnisse ebenfalls nichts auszusetzen…. Aber ich wollte nur noch weg und war den Tränen nahe, fragte mich zum ersten Mal auf dieser Reise, wieso ich mir „Backpacking in Asien“ antat und nicht einfach in ein schickes Wellnesshotel geflogen bin. Viel Zeit zum Nachdenken war allerdings nicht, da uns die Einheimischen ihr Dorf zeigen wollten. Ich hatte auf dieser Reise ja schon einiges gesehen, aber der Kontrast zwischen dem belebten und touristischen Luang Prabang und diesem winzigen und recht armen Dorf setzte mir doch ziemlich zu. Und dann kamen auch immer wieder Kinder auf mich zugelaufen, überreichten mir gepflückte Blumen, wollten mir Süßigkeiten schenken und signalisierten, dass sie gern über meine blonden lockigen Haare streichen wollten. Nach dem traditionellen Abendessen veranstaltete das Dorf noch ein kleines Fest mit Tanz und Gesang für uns. Wir tanzten, sangen, lachten und hatten wirklich Spaß. Bis zu dem Zeitpunkt, wo es hieß ins Bett zu gehen… Ich war unheimlich müde von der langen holprigen Autofahrt, mein Gehirn musste all diese Eindrücke verarbeiten und die tropisch-heiße Luft in Kombination mit den staubigen Straßen führte dazu, dass mein Körper vor Schweiß und Dreck klebte. Ich wollte duschen, sehnte mich nach Ruhe und wollte in ein sauberes und kuscheliges Bett! Zurück in meinem Zimmerchen fing ein hemmungsloser Heulkrampf an. Ich kann gar nicht sagen, was mir so sehr zu schaffen machte, aber ich war psychisch und kräftemäßig so ziemlich am Tiefpunkt dieser Reise. Dass es in meiner kleinen „Nasszelle“ natürlich keine Dusche gab, machte die Situation auch nicht besser. Ich schaffte es mich mit Katzenwäsche einigermaßen frisch zu machen und ließ mich dann auf die harte Matratze plumpsen. An Schlaf war zwar nicht zu denken, aber so konnte ich wenigstens die nächsten Stunden die lautstarke Paarung der Echsen an meiner Zimmerdecke mitverfolgen und die riesigen Spinnen vor meinem Fenster beobachten. Noch bei Dunkelheit verließ ich das Haus und wartete auf einem nahegelegenen Reisfeld auf den Sonnenaufgang. Und obwohl ich nichts geschlafen hatte, war plötzlich wieder alles ok und ich freute mich auf weitere Tage in Laos…

Vang Vieng Dorfleben
Vang Vieng Dorfleben
Vang Vieng Dorfleben
Vang Vieng Dorfleben
Vang Vieng Dorfleben
Vang Vieng Dorfleben
Vang Vieng Dorfleben
Vang Vieng Dorfleben

Ab nach Vang Vieng - ein Ort voller Ruhe und ohne Tubing

Nach dem Frühstück hieß es Abschied nehmen und ich gestehe, dass ich doch ein wenig Wehmütig war. Wie paradox! Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir Vang Vieng, wo wir die kommende Nacht verbringen wollten – diesmal aber in einem Hotel mit „richtiger“ Dusche. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie genügsam und dankbar ich in diesem Moment war. Das Zimmer war definitiv kein Luxus und schon in die Jahre gekommen, aber für mich war es ein Paradies. Nach einer gründlichen Dusche hieß es dann: Erkundungstour durch die Stadt. In Vang Vieng selbst ist tagsüber wenig bis gar nichts los und der Ort hat eigentlich auch nicht sonderlich viele Sehenswürdigkeitenzu bieten. Noch vor einigen Jahren war Vang Vieng als Mekka betrunkener und bekiffter Backpacker bekannt, die eigens für exzessive Massenpartys und "Tubing" nach Laos kamen. Gras, halluzinogene Pilze und Opium-Pfeifen waren hier bis 2013 an jeder Ecke zu bekommen und das Highlight eines jeden Besuches war, sich in einem alten Lkw-Reifen den Fluss hinab treiben zu lassen. Alle paar Meter standen am Uferrand Animateure, die Seile auswarfen, um die Partywütigen in ihren Reifen aus dem Wasser in ihre Bar zu ziehen. Nach einem kostenlosen Begrüßungsschnaps gab es in zehnliter Eimern harte Drinks und Joints, ehe die Fahrt auf dem Fluss weiter ging. Nach zahlreichen Todesfällen bei diesem sogenannten „Tubing“ ist damit aber seit 2013 Schluss. Man kann zwar nach wie vor in einem LKW-Reifen den Nam Song hinunter treiben, allerdings nur noch nüchtern und mit Schwimmweste.

Pha Ngern Aussichtspunkt
Pha Ngern Aussichtspunkt
Pha Ngern Aussichtspunkt
Pha Ngern Aussichtspunkt
Pha Ngern Aussichtspunkt
Pha Ngern Aussichtspunkt
Vang Vieng Sonnenuntergang
Vang Vieng Sonnenuntergang

Pha Ngern Aussichtspunkt und Blaue Lagune

Nachdem „Tubing“ aber ohnehin nicht so meins gewesen wäre, in Vang Vieng selbst aber sonst nichts los war, buchten wir eine Halbtagestour zum Pha Ngern Aussichtspunkt und der Blaue Lagune. Der Aussichtspunkt ist ungefähr 4,5 km außerhalb der Stadt und wir wurden mit einem Tuk-Tuk-ähnlichem Fahrzeug bis zum Fuße des Berges gebracht. Ein 30-minütiger Aufstieg zum Aussichtspunkt wird von diversen Schildern versprochen und wir machen uns frohen Mutes ran an den Aufstieg. Hatte ich noch bis vor wenigen Tagen gedacht, dass der Aufstieg zum Kuang Si Wasserfall anstrengend war, so wurde diese Wanderung von allem getoppt. Drückend schwüle Hitze und selbst nach 45 Minuten kein Ende in Sicht. Nach einer guten Stunde kamen wir dann endlich oben an und wurden mit einer großartigen Aussicht belohnt. Eine kurze Verschnaufpause und ein paar nette Schnappschüsse später, hieß es dann aber auch schon wieder Kehrtwende und wir kraxelten den Berg hinab. Unten angekommen brachte uns unser Tuk Tuk zur Blauen Lagune, die leider ein riesengroßer Flop war. Das türkis glitzernde Wasser verwandelt Tham Poukham, die blaue Lagune, zumindest optisch in eine Oase. Letztendlich war es aber nicht mehr als eine kleine Wasserstelle in der sich Menschenmassen tummelten und da dann auch noch ein heftiger Regenschauer einsetzte fiel der Ausflug – im wahrsten Sinne des Wortes – ohnehin ins Wasser.



Umso glücklicher war ich, kurze Zeit später wieder im Hotel zu sein und mich frisch geduscht aufs Abendessen zu freuen. Das Essen war richtig lecker und der Sonnenuntergang hinter den Bergen am Fluss rundete den Abend ab. Und als es dann langsam dunkel wurde, verwandelte sich das ruhige und beschauliche Vang Vieng doch noch in eine Partystadt. Zahlreiche Bars lockten mit Cocktails und guter Musik und auch wir machten die Nacht noch einige Stunden zum Tag, ehe es hundemüde ins Bett ging...


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