Mein Asien-Reisetagebuch: Laos – Abstecher zur Whisky Village und der Buddha-Höhle Pak Ou

Freitag, September 28, 2018 Chamy 0 Comments

Das Frühstück in Pakbeng war wirklich einmalig: Nicht nur, dass es Unmengen an frischen und exotischen Obst gab, nein, auf der anderen Flussseite konnten wir auch einen Elefanten beim morgendlichen Bad beobachten. Nach der kleiner Stärkung hieß es dann aber auch schon wieder zurück auf unser Boot, denn wir hatten noch eine lange Reise vor uns, ehe wir unseren nächsten großen Stop – Luang Prabang – ansteuern konnten. Da die hölzernen Slow Boats nicht schneller als mit ca. 20km/h vor sich hintuckern und sich die Landschaft auch nicht großartig der des Vortages unterschied, begann sich die Fahrt doch ziemlich zu ziehen…


Zwischenstopp: Whisky Village

Irgendwann stoppte das Boot und wir konnten endlich wieder festen Boden in Form der sogenannten "Whisky Village" unter unseren Füßen spüren. In diesem kleinen Dorf, welches auf dem Hochufer liegt, reiht sich ein Blechhäuschen neben dem nächsten und die Frauen des Dorfes versuchen dort ihre Stoffe, Webtücher, Seidenschals und Co. zu verkaufen. Neben dem Angebot an Stoffen gibt es – wie der Name des Dorfes schon vermuten lässt – auch laotischen Whisky. Die in den Schnaps-Flaschen konservierten Tiere wie etwa Skorpione, Tausendfüßler und Schlangen sollen sich angeblich positiv auf Kraft, Potenz und Gesundheit auswirken. Der Zwischenstopps in diesem kleinen Dörfchen war zwar ganz nett um sich kurzzeitig die Füße etwas zu vertreten, wären wir Whisky Village aber nicht angesteuert, hätten wir wohl auch nichts verpasst. Also zurück ins Boot und weiter ging's,...


Die Höhlen von Pak Ou

Etwa eine halbe Stunde später erschien auch schon unser nächstes Ziel am Horizont: Die sagenhaften Kalksteinhöhlen Pak Ou. Die Pak Ou Höhlen bestehen aus zwei Höhlentempeln: Der Unteren Höhle (Tham Theung) und der Oberen Höhle (Tham Ting) und sind seit tausenden von Jahren eine Pilgerstätte für Gläubige. Viele der Gläubigen ließen im Laufe der Jahre auch Buddha-Statue nach ihrer beschwerlichen Anreise zurück, weswegen die Pak Ou Höhlen auch gerne „Buddha-Höhlen“ genannt werden.  So schätzt man, dass heute etwa 4.000 davon in der Höhle vorzufinden sind. Da die erste der beiden Höhlen nicht sonderlich groß ist und sich die Touristen doch ziemlich drängen, ist man in maximal zwei Minuten mit der Höhle durch. Aber es gibt ja etwas weiter den Berg hoch noch eine zweite Höhle, die man besichtigen kann. Der steile Weg hinauf ist etwas mühsam, wenn man ohnehin schon halb ausgetrocknet, leicht genervt und unsportlich ist. Zudem stehen gefühlt jeden Meter kleine Kinder, die einem alles mögliche an Souvenierkram andrehen wollen. Oben angekommen befindet man sich dann vor der größeren und tieferen Höhle, die zudem teilweise auch noch stockdunkel ist. Ganz ehrlich: Mein einziges Highlight dieses Zwischenstops war die nette Aussicht auf den Mekong und die umliegende Landschaft. Die Höhlen selbst fand umspektakulär und dass einem alle paar Meter alles mögliche verkauft werden sollte, zudem auch noch furchtbar nervig.
Daher war ich froh, dass es mit dem Boot ohne weiteren Zwischenstopp ins 25 Kilometer entfernte Luang Prabang ging...



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Asien, ich komme! - Meine Ängste
Mein Asien-Reisetagebuch: Thailand – One Night in Bangkok! 
Mein Asien-Reisetagebuch: Thailand – Mit dem Nachtzug nach Chiang Mai
Mein Asien-Reisetagebuch: Thailand – Chiang Khong, Chiang Rai und der Weiße Tempel
Mein Asien-Reisetagebuch: Laos – Den Mekong flussabwärts nach Pakbeng
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Mein Asien-Reisetagebuch: Laos – Meine Herzensstadt Luang Prabang!
Mein Asien-Reisetagebuch: Laos – Leben wie Einheimische in Vang Vieng!
Mein Asien-Reisetagebuch: Laos – Besuch in der Hauptstadt Vientiane
Mein Asien-Reisetagebuch: Vietnam – Überforderung in Hanoi
Mein Asien-Reisetagebuch: Vietnam – Tagesausflug nach Ninh Binh und zu den Tam Coc Höhlen
Mein Asien-Reisetagebuch: Vietnam – Auf einer Dschunke in der Halongbucht
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London: Geniale Low Budget Tipps für Sparfüchse

Sonntag, September 23, 2018 Sonja Bruckner 5 Comments

London gilt als eine der teuersten Städte der Welt. Der Flug ist aus Deutschland oder Österreich meist noch recht günstig zu bekommen, aber spätestens bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft wird klar: Günstig ist was anderes. Deshalb habe ich euch heute einige Spartipps zusammengefasst. Manches davon ist sogar gratis und entlastet euer Urlaubsbudget daher ungemein.

Tee London

Radfahren in Parks

Ein Besuch der Londoner Parks ist nicht nur kostenlos sondern auch eine willkommene Abwechslung zum Großstadtrummel. Sehr empfehlen kann ich einen der großen Parks (zB Regents Park, Hyde Park) per Fahrrad zu erkunden.
Die Leihfahrräder heißen Santander Bike bzw. umgangssprachlich Boris Bikes (nach einem ehemaligen Bürgermeister von London). Sie können auch für kurze Strecken ausgeborgt werden, was folgendermaßen funktioniert: Ihr sucht euch einen Ausleihstation. Die Santander Bike App oder Citymapper unterstützen euch dabei. Beide Apps zeigen nicht nur an wie viele Fahrräder noch verfügbar sind, sondern auch wie viele freie Plätze zum Zurückgeben vorhanden wären. Bezahlt wird am Terminal mit Kredit- oder Bankomatkarte. Oyster cards oder Bargeld wird nicht akzeptiert. Folgt einfach den Instruktionen, die auch auf Deutsch verfügbar sind. Mit einer Kreditkarte könnt ihr bis zu 4 Fahrräder gleichzeitig ausborgen. Ihr erhaltet dann pro Rad einen Ausdruck mit Code, den ihr bei jenem Fahrrad eintippt, dass euch sympathisch erscheint (bzw. vielleicht nicht zu sehr verstellt werden muss). Anschließend könnt ihr das Fahrrad aus der Verankerung nehmen und los geht's. Welche Parkwege mit dem Fahrrad befahren werden dürfen, ist eindeutig gekennzeichnet. Wollte ihr das Rad zurückbringen, dann schiebt es fest in eine freie Verankerung. Ein Signal bestätigt die Rückgabe.
Kosten: Die Grundgebühr beträgt pro Tag und Santander Bike 2 Pfund. Diese bezahlt ihr allerdings nur einmal innerhalb von 24 Stunden, egal wie oft ihr Fahrräder ausborgt. Die ersten 30 Minuten sind frei, anschließend werden für jede weitere halbe Stunde 2 Pfund verrechnet. Bringt ihr also das Fahrrad innerhalb der ersten 30 Minuten zurück (auch mehrere Male hintereinander möglich), werdet ihr ein einem Tag nie mehr als 2 Pfund bezahlen. (Achtung: Unbedingt dieselbe Kreditkarte verwenden, damit ihr von System wiedererkannt werdet.) Kinder unter 14 Jahren ist es leider nicht gestattet mit Santander Bikes zu fahren.
Natürlich könntet ihr ganz London per Fahrrad erkunden. Es sind genug Ausleihstellen über die Stadt verteilt. Aber nennt mich feige – Stadtverkehr in Kombination mit dem Linksverkehr... – nein danke. Das wäre mir dann doch zu stressig. Da bevorzuge ich lieber den Bus oder die Tube.

Santander Bikes im Regent Park
Santander Bikes im Regent Park

Museumsbesuche

Kaum zu glauben, aber die meisten Museen und Galerien können kostenlos besuchte werden. Darunter so Eindrucksvolle wie, das British Museum, die National Galery, das Tate Modern, Victoria and Albert Museum, die Wallace Collection und nicht zuletzt – meine Lieblingsgalerie in London – die National Portrait Galery. Ein Muss, wenn ihr euch für Geschichte der Tudors interessiert. Mit Kindern kann ich einen Besuch des Science Museums wärmstens empfehlen. Beim Betreten müsst ihr bei allen Häusern mit einer kurzen Wartezeit rechnen, da Taschenkontrollen durchgeführt werden. Spenden werden auch gerne gesehen, sind aber absolut freiwillig.

National Portrait Galery: The Tudors
National Portrait Galery: The Tudors

Last Minute Tickets für Musicals

Ein Musicalbesuch steht bei vielen Besuchern der Englischen Hauptstadt ganz oben auf der Wunschliste. Erwirbt man die Tickets vorab online, so kann dies ganz schön teuer werden. Die gute Nachricht: Es sind immer Last-Minute-Tickets verfügbar. Ist man zeitlich flexibel und nicht auf eine Show oder ein Stück fixiert, kann man unglaubliche Schnäppchen ergattern. Rund um die Touristenspots findet ihr kleine Verkaufsläden, die nicht nur Tickets sondern auch eine umfassende Beratung anbieten. Bei unserem letzten Besuch waren wir mit dem Service von Ticket-Web UK auf der Argyll Street sehr zufrieden. Mit dem TKTS Stand am Leicester Square habe ich bisher auch nur beste Erfahrungen gemacht.
Extra-Tipp: Im August genießen Kinder und Jugendliche unter 16 freien Eintritt in Musicals, Theaterstücke, Kabaretts usw. Einzige Bedingung sie müssen von einem Erwachsenen begleitet werden.

Last Minute Tickets am Leicester Square
TKTS am Leicester Square

Günstig Essen

Nach der Unterkunft ist Essen und Trinken sicher einer der größten Budgetfresser während eines Londonbesuchs. Aber keine Angst, es geht auch anders. Man muss nur wissen wie. Ein heißer Tipp, um günstig zu essen, sind die Londoner Bauernmärkte. Außerdem am unteren Preisspektrum und äußerst gesund (im Vergleich mit Österreich): Museumsrestaurants und Cafés. Vor einem Theaterbesuch bietet es sich nicht nur aus Preis- sondern auch aus Zeitgründen an, Street Food zu testen. Große Kaufhäuser, wie zB Selfridges, verfügen über bestens ausgestattete Lebensmittelabteilungen, deren Angebot weit über Snacks hinausgeht. Meine Lieblingskette ist allerdings Whole Foods. Bio-Qualität für Zwischendurch, oder auch zum Selberkochen im Airbnb.

Streedfood London acaiberryfoods
Streetfood

Skygarden

Gratis Ausblick über die Dächer von London? Und ohne Konsumationspflicht? Ja, das ist möglich. Und zwar am höchsten öffentlichem Garten Londons. Alles war ihr vorab tun müsst, ist euer kostenloses Ticket online zu reservieren: https://skygarden.london/plan-your-visit
Möglich ist dies ab Montag für die darauffolgende Woche. Einfach den gewünschten Tag und die Uhrzeit auswählen. Und das Beste? Seid ihr mal oben, könnt ihr euch soviel Zeit nehmen wie ihr wollt.


Citymapper & Oyster Card

Der App Citymapper ist nicht nur behilflich, um euch besser zu orientieren, er rechnet auch sofort aus welche Kosten für den jeweiligen Transport anfallen. Oft ist es sogar am Schnellsten zu Fuss zu gehen, was ja bekanntlich kostenlos ist. Die Oyster Card ist nicht nur praktisch, sondern hilft euch auch beim Sparen. Nicht nur, wird immer der günstige Tarif verwendet, es setzt sogar eine automatische Deckelung ein, solltet ihr viel mit den Öffis unterwegs sein. Mehr Infos zur Verwendung der Oyster Card findet ihr hier: London: Ein Transport Guide
Extra-Tipp: Wer sich ein Online-Konto bei der TFL (Transport for London: Oyster online) einrichtet kann eine kontaktlosfähige Kreditkarte hinterlegen. Somit spart ihr euch die 5 Pfund für das Ausstellen der blauen Oyster Card.

Oyster Card
Oyster Cards

Die Londoner Doppeldeckerbusse

Ihr wollte mit einem der berühmten Doppeldeckerbusse fahren? In London gilt: Meidet die klassischen Hop-on Hop-off Busse! Diese Stadtrundfahrten sind völlig überteuert und bieten in London nicht viel. Dagegen ist die Fahrt mit einem richtigen Roten Bus supergünstig (1,50 GBP) und bringt euch stilvoll von A nach B. Viele Londoner Linien werden mit Doppeldeckern befahren. Die Plätze oben und ganz vorne überlassen die Einheimischen gerne den Touristen. Wie Busfahren in London genau funktioniert, findet ihr in einem meiner früheren Blogbeiträgen: London: Ein Transport Guide

Doppeldeckerbus London
Einer der berühmten Londoner roten Doppeldeckerbusse
 Welche sind eure Top-Tipps für einen London-Aufenthalt? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.
https://www.sb-beratung.at/blog/


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Neuseeland: Tierische Erlebnisse auf der Südinsel Neuseelands

Donnerstag, September 20, 2018 Sharon 4 Comments

Da bin ich also, es ist dunkel, kalt und windig. In meine Daunenjacke gehüllt und mit einer Mütze auf dem Kopf stehe ich da und warte. Ich möchte sie unbedingt sehen. Oder wenigstens einen. Auch wenn ich dafür die ganze Nacht hier stehen und frieren muss.

Ich befinde mich auf der Südinsel Neuseelands – in Oamaru, das an der Ostküste liegt. Schon seit einem Jahr habe ich mich auf diese Reise gefreut, und zwar vor allem auf eines: die Natur in Neuseeland. Ziemlich ähnlich wie die Schweiz soll sie sein, habe ich im Vorfeld von vielen gehört. Ja, vieles ist ähnlich. Aber habt ihr in der Schweiz schon einmal Pinguine, Robben, Pottwale und Orcas gesehen?


Heute bin ich also in Oamaru und hoffe sehr darauf, ein paar Blue Penguins beobachten zu können. Mit nur etwa 40 Zentimetern sind sie die kleinsten Pinguine der Welt. Klar, ich hätte Eintritt zahlen können, mich auf eine Tribüne setzen und bei Scheinwerferlicht die Pinguine mit ziemlicher Sicherheit erblicken können. Aber das passte für mich nicht. Ich wollte mich selbst auf die Suche machen und die süssen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung sehen.

Ich warte seit über einer Stunde. Und immer wieder höre ich seltsame Geräusche, die ich nicht ganz einordnen kann. Sie kommen von den Felsen, etwa 60 Meter vom Meer entfernt. Zwischen den Felsen und dem Meer hat es eine Strasse sowie ein Bahngleis. Die Geräusche werden immer lauter. Schliesslich wende ich mich an einen Einheimischen und frage ihn, was das für Geräusche sind. «Das sind die jungen Pinguine, die Hunger haben», erklärt er mir. Die Eltern seien den ganzen Tag im Meer unterwegs und kommen jeweils nach dem Eindunkeln zurück, um die Jungen zu füttern. Und da es mittlerweile dunkel ist, schreien sie und verlangen ihre Eltern.

Als Gruppe die Strasse überqueren

Ich gehe zur Küste und sehe zum Wasser hinab. Und tatsächlich: Da versuchen gerade drei Pinguine, die Steine hochzukraxeln. So ein süsses Bild, ich kann meine Augen fast nicht mehr abwenden. Ich mache Fotos und Filme, bis ich irgendwann realisiere, dass die Pinguine stehengeblieben sind und wie versteinert da stehen. Ob das an mir liegt? Sind die schüchtern? Ich entferne mich ein paar Meter und versuche, ihnen genügend Raum zu geben. Und schon watscheln sie weiter, immer noch ganz vorsichtig, aber nun etwas schneller. Oben angekommen müssen sie die Strasse überqueren. Und leider ist das nicht ganz einfach, denn es fährt immer mal wieder ein Auto vorbei. Am liebsten würde ich sie auf den Arm nehmen und sie nach oben zu den Jungtieren bringen. Denn diese scheinen realisiert zu haben, dass die Eltern in der Nähe sind, und rufen immer lauter.


Das Grüppchen Pinguine wagt sich langsam und vorsichtig vorwärts. 


Insgesamt beobachte ich die Tiere über zwei Stunden. Einmal sehe ich, wie sich eine Gruppe von zehn Pinguinen vor der Strasse versammelt hat, wartet, bis ein Auto vorbeigefahren ist und dann schleunigst auf die andere Seite wechselt. Die Geräusche der Jungtiere verstummen allmählich, sie scheinen gesättigt zu sein. Immer mal wieder sehe ich ein einzelnes Tier, das noch aus dem Wasser hüpft oder sich über das Bahngleis kämpft. Denn auch dieses Hindernis scheint für das kleine Tier nicht ganz einfach zu überwinden zu sein. Ich bin ganz gerührt von der Szene, die sich mir geboten hat. Anfangs habe ich gehofft, mindestens einen Pinguin zu sehen, schliesslich sind es etwa 20 geworden. Ich hoffe sehr, dass ich die Tiere nicht zu sehr gestört oder verängstigt habe, aber ich habe eigentlich darauf geachtet, mich leise zu verhalten und viel Abstand zu wahren. Zurück auf meinem Campinglatz sehe ich noch mal einen Blue Penguin über die Wiese watscheln. Ob er sich verirrt hat? Ich bin absolut begeistert von diesem Erlebnis. Und höre die ganze Nacht durch immer mal wieder das Geräusch eines Pinguins. Ob es vielleicht in der Nähe meines Campers auch ein Nest hat?



Entdeckungen auf dem Meer

Es ist eines meiner ersten Erlebnisse in Neuseeland und umso grösser ist die Vorfreude auf alle weiteren. Vor allem hoffe ich, noch weitere Tiere beobachten zu können. Und tatsächlich: Bei meiner Schiffsfahrt durch den Fjord «Milford Sound» entdecke ich mehrere Male ein paar Robben, die es sich auf einem Felsen gemütlich gemacht haben und sich von der Sonne bescheinen lassen.

Das absolut Unvergesslichste und Schönste erlebe ich dann aber ein paar Tage später in Kaikoura. Ich habe mir ein Ticket für eine Whale-Watching-Tour gebucht. Im Vorfeld hiess es, dass einem 80 Prozent der Kosten zurückerstattet werden, falls man nicht mindestens einen Pottwal sieht. Das stimmte mich optimistisch und voller Erwartungen gehe ich am Morgen um die verabredete Zeit in das Büro und möchte mir mein Ticket abholen. An der Kasse heisst es: «Tut uns leid, die Tour ist auf den Nachmittag verschoben worden, das Meer ist zurzeit zu rau.» Ich werfe einen Blick aus dem Fenster und sehe auf das ruhige Wasser, das sich kaum bewegt. «Zu rau?», frage ich nach, weil ich davon ausgehe, dass ich es falsch verstanden habe. Ja, es sei zu rau, das könne man von hier aus zwar nicht sehen, aber es sei so. Dort draussen, wo die Katamarane hinfahren, habe es zurzeit sehr hohe Wellen. Etwas enttäuscht gehe ich zurück auf meinen Campingplatz und versuche, die Zeit anders zu nutzen. Am Nachmittag versuche ich es nochmals im Büro und diesmal klappt es. Es sei zwar immer noch rau und die Wellen wären hoch, aber nun sollte es gehen. Plötzlich werde ich unsicher. Hohe Wellen in so einem kleinen Schiff? Geht das gut mit meinem Magen? Vorsichtshalber kaufe ich noch eine der Ingwertabletten, die hier verkauft werden. Diese sollen anscheinend gegen Übelkeit helfen. Ich schlucke sie hinunter und steige in den Bus, der mich zum Schiffanlegeplatz bringt. Dort angekommen, werde ich sehr freundlich von den Mitarbeitern begrüsst und darauf hingewiesen, dass ich mich hinsetzen und anschnallen muss und erst den Sitz verlassen darf, wenn sie es sagen. Ich setze mich in die hinterste Reihe, da ich gehört habe, dass es einem dort am wenigsten übel wird. Nach ein paar Infos geht es schliesslich los und wir fahren mit hohem Tempo mitten aufs offene Meer. Bereits nach fünf Minuten merke ich: Ingwertablette und hinterste Reihe nützen mir nicht viel.

Nach einer Weile bleibt das Boot stehen und ich darf endlich aufstehen und an die frische Luft gehen. Eigentlich möchte ich einfach kurz tief ein- und ausatmen und mich wieder ein wenig beruhigen, doch für das bleibt nicht viel Zeit: Schon schwimmen ein paar Delfine an uns vorbei, springen nur wenige Meter von mir entfernt in die Luft und zeigen uns ihr Können. Wow, das ist wirklich schön! Vergessen sind die Strapazen und ich kann auch für einen Moment ausblenden, dass das Schiff, jetzt wo wir stehen, ziemlich heftig hin und herschaukelt. Plötzlich höre ich, wie ein Raunen durch die Menge geht, und frage mich, was dies ausgelöst hat. Ich verfolge die Blicke der anderen Touristen und traue meinen Augen kaum: Ein Orca schwimmt majestätisch und scheinbar in aller Ruhe neben uns her, taucht immer mal wieder ab, um gleich darauf wieder in voller Pracht zum Vorschein zu kommen. Ich sehe, wie eine der Mitarbeiterinnen einer anderen um den Hals fällt: Sie scheint noch nicht lange auf dem Schiff zu arbeiten und hat in dieser Zeit noch nie einen Orca gesehen. Sie ist völlig aus dem Häuschen und kann es kaum glauben. Aber das soll es noch nicht gewesen sein, denn nur kurze Zeit später sind es insgesamt drei «Killerwale» die nun noch näher an unserem Schiff sind. Ich habe das Gefühl, ich müsse nur kurz den Arm ausstrecken und könne sie berühren. Ich kann mein Glück kaum fassen, stehe einfach an der Reling und beobachte das Naturspektakel. Mehrere Minuten lang weichen die Tiere nicht von unserer Seite und wir können sie in aller Ruhe beobachten.






Ich habe völlig vergessen, dass ich eigentlich auf dem Boot bin, um einen Pottwal zu sehen. Schliesslich fahren wir aber weiter und die Mitarbeiter versuchen, mittels eines Mikrofons die Tiere zu orten. Sie erklären uns, wie genau das geht: Das Mikrofon leitet die Geräusche der Wale auf die Kopfhörer eines Mitarbeiters. So wissen sie, wo es Wale hat und ob sie demnächst auf- oder abtauchen. Sie sagen uns, dass wir wahrscheinlich bald einen Pottwal sehen werden und ich bin ganz nervös und vorfreudig. Und dann, ein paar Minuten später sehen wir von weitem den Rücken eines Pottwals. Wir sehen nicht viel, und er ist ziemlich weit weg, aber trotzdem geniesse ich den Ausblick. Plötzlich bekommen wir die Anweisung, dass wir nun die Kamera zücken und den Finger bereit zum Auslösen halten sollen. Ich frage mich zwar, weshalb, mache es aber trotzdem. Und dann tönt es durchs Mikrofon: «Take your photos … now!» Klick. Und jetzt weiss ich, weshalb. Der Pottwal ist wieder hinunter ins Wasser getaucht, aber natürlich nicht, ohne vorher seine Schwanzflosse in aller Grösse in die Luft zu strecken. Als er nicht mehr zu sehen ist, schaue ich auf meine Kamera und bin begeistert: Soeben ist mir eines meiner absoluten Lieblingsbilder gelungen. Ich freue mich, dass ich den Moment nicht verpasst habe und bin völlig überwältigt.



Jetzt macht sich der Katamaran wieder auf den Weg ans Land, und nun, da ich nicht mehr abgelenkt bin, spüre ich auch meinen Magen wieder, der nicht mehr lange mitzuspielen scheint. Ich versuche, an etwas anderes zu denken und beobachte die Albatrosse und Robben, die sich im und auf dem Meer tümmeln. Als das Schiff anlegt, bin ich zwar froh, wieder an Land zu sein, aber auch absolut überwältigt von dem, was ich gesehen habe. Dieses Erlebnis werde ich definitiv nie mehr vergessen in meinem Leben. Die restlichen Wochen meines Neuseeland-Aufenthalts geniesse ich in vollen Zügen und bin begeistert von der unglaublichen Natur. Und ja: Manches ist ähnlich wie in der Schweiz. Die Gletscher, die Berge, die vielen grünen Landschaften. Aber die Tierwelt, die ich in Neuseeland beobachten konnte, war etwas ganz Besonderes.



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Mein Asien-Reisetagebuch: Laos – Den Mekong flussabwärts nach Pakbeng

Samstag, September 15, 2018 Carmen Helmreich 2 Comments

Nach einer etwas unruhigen Nacht in Chiang Khong hieß es Abschied nehmen von Thailand, denn die Grenzüberquerung nach Laos stand an. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass die Tage in Laos die besten, aber für mich auch härtesten dieser Reise werden würden. Ich ging völlig uneingenommen in das "Abenteuer Laos", da ich ehrlicherweise ein paar Monate zuvor nicht mal von der Existenz dieses Landes wusste, geschweige denn dass ich es je besichtigen wollen würde.


Einreise nach Laos

Da die Einreise nach Laos mit einem so genannten "Visa on Arrival" möglich ist, hatten wir am Vorabend schon gemütlich alle Einreisedokumente ausgefüllt und mussten diese dann nur noch am Grenzübergang Chiang Khong / Houay Xai vorlegen. Zudem wird eine Visa-Gebühr von 35 USD (ja, man muss in Dollar bezahlen!) fällig, die man direkt bar zu entrichten hat. Innerhalb weniger Minuten bekommt man dann sein Visum in den Pass gedruckt und kann in einen der Busse steigen, die einen dann auf die laotische Seite bringen.


Willkommen in Laos

Wie vorhin schon erwähnt, hatte ich überhaupt keine Vorstellung von Laos, wusste ja nicht mal, dass dieses Land existiert. Der 7 Millionen Einwohner Staat grenzt an China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar und wird laut Wikipedia so beschrieben: "Während Thailand als verblüffend, Vietnam als geschäftig, die Tempel von Kambodscha als furchteinflössend und die Militärregierung in Burma (Myanmar) als brutal wahrgenommen werden, könnte das Adjektiv für Laos vielleicht vergessen sein. Unerschrockene Touristen wird die ruhige Lebensart der Laoten anziehen. Es gibt mehrere auf der Welt einzigartige Attraktionen in Laos, doch viele sind nur mit einigem Zeitaufwand zu erreichen. Hektik ist in diesem Land ein Fremdwort und kein Laote wird sich von der Ungeduld eines westlichen Touristen anziehen lassen." Was soll ich sagen? Nach den paar Tagen im grünen Laos konnte ich dies nur bestätigen…



Auf dem Mekong von Houay Xai nach Pakbeng

Der Mekong gilt als die "Lebensader des kontinentalen Südostasiens" und gehört zu den fünf artenreichsten Flüssen der Welt. Nachdem wir also mit dem Shuttlebus auf der laotischen Seite der Grenze angekommen waren, durften wir mit unseren Backpacks in ein Slow Boat steigen, welches mit uns flussabwärts nach Pakbeng schippern sollte. Ab hier heißt es dann einen Gang zurückschalten, da es dann stundenlang flussabwärts geht, während die grünen Auen links und rechts an einem vorbeiziehen. Ich muss gestehen: Ich habe die meiste Zeit der Fahrt verschlafen. Die Holzbänke sind zwar nicht die kuscheligsten, aber die Reise macht müde und nachdem man 2-3 Stunden die Landschaft beobachtet hat, fallen einem automatisch die Äuglein zu… Kurz wurde ich zum Mittagessen geweckt, welches vom Kapitän und seiner Frau direkt auf dem Boot zubereitet wurde, aber sonst war die mehrstündige Bootsfahrt eher ruhig und ermüdend. Gegen Abend steuerten wir dann endlich den Ort Pakbeng für die Zwischenübernachtung, an. Aufgrund seiner geographisch günstigen Lage kreuzen sich hier die Routen vieler Reisender, sodass in Pakbeng meist reges Treiben herrscht. Wir checkten in unserem Guesthouse ein und erkundeten dann erstmal das kleine Dörfchen. Zu diesem Zeitpunkt bekam ich meinen ersten Kulturschock auf dieser Reise. Für mich war es ja die erste Reise außerhalb Europas und obwohl ich in Thailand schon etliche neue Eindrücke sammeln konnte, war Laos doch noch mal eine ganz andere Hausnummer. Im Prinzip besteht Pakbeng nur aus einer langen staubigen Schotterstraße an der sich Guesthouses, Bars und Stände mit allem Möglichem tummeln. Kurz bevor wir zum lokalen Markt – ein Stück oberhalb der Landungsstelle – kamen, sehe ich wie ein Haufen Kinder zwischen einem nie fertiggestellten Haus mit Schutt spielen. Ich habe selten so glückliche und zufriedene Kinder gesehen. Die Knie sind blutig, die Hände voller Dreck, die Kulisse sieht aus als hätte es erst ein Erdbeben oder einen Bombenanschlag gegeben, aber die Kinder lachen, quietschen und freuen sich. Ich bin einen Moment irritiert, kann meine Gedanken aber gar nicht sammeln, da mich am Markt schon der nächste "Schock" erwartet. Zig Frauen und Mädchen sitzen auf dem schmutzigen Betonboden und bieten Diverses an. So gibt es etwa fein geschnittene Büffelhaut, die man noch samt Borsten kaufen und verzehren kann. Etwas weiter werden gerade lebende Frösche gedünstet und auf dem rohen Fleisch tummeln sich eine Vielzahl von Fliegen. Am Ende des Marktes entdecke ich einen süßen knuddeligen Hund und verlasse somit das Marktgebiet, um mich dem Vierbeiner zu widmen. Ja, in jedem Reiseführer steht, dass man aufgrund von drohender Tollwut keine Tiere streicheln soll, angesichts der Lebensmittel ist mir dieses Gebot in jenem Moment aber völlig egal und ich widme mich bis zum Abendessen ausgiebig dem Hündchen. Das Abendessen in dem kleinen Lokal an der Hauptstraße ist ok, ja sogar lecker, allerdings bekomme ich die Bilder vom Markt nicht aus dem Kopf und ein Blick in die kleine Küche beruhigt mich auch nicht sonderlich. Nach dem Essen ziehen die meisten weiter in die Happy Bar, wo laut gelacht, getanzt und getrunken wird. Für Kim und mich geht es aber nur noch ab ins Bett…





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Oberösterreich: Vogelgesang-Klamm – Auf den Spuren einzigartiger Wasserfälle

Montag, September 10, 2018 Simone Stumptner 0 Comments


Hallo meine Lieben! 

Herbstzeit ist Wanderzeit! 


Deswegen dreht sich heute alles rund um die Dr.-Vogelgesang-Klamm im wunderschönen Salzkammergut. Für eine meiner liebsten Hobbys – das Wandern durch Klammen – bietet Österreich wahrlich eine riesige Auswahl an Möglichkeiten. Eine wahrlich wunderschöne und auch lange Schlucht ist die Dr.-Vogelgesang-Klamm, zu der ich euch in diesem Blogbeitrag mitnehmen möchte.

Öffnungszeiten:
Mai bis Oktober, Mo-Fr 07:30-18:00 Uhr, Sa/So/Feiertage 07:00-18:00 Uhr


Eintrittspreis:
Erwachsene 4,50 EUR, Kinder 6-15 Jahre 3,00 EUR

Gehzeit:
Bis zur Bosruck-Hütte ca. 1,5 Stunden, dann 45 Minuten bis zum Rohrauer-Haus, insgesamt ca. 3 Stunden.

Distanz:
Vom Parkplatz über die Dr.-Vogelgesang-Klamm zur Bosruck-Hütte 2,7 km, weitere 2,4 km bis zum Rohrauer-Haus, insgesamt 10,2 km

Schwierigkeit:
leicht, aber Ausdauer ist erforderlich

Brücke in der Vogelgesangklamm
Brücke in der Vogelgesangklamm
Wandtafel Vogelgesang-Klamm

Etwas außergewöhnlich finde ich den Name der Dr.-Vogelgesang-Klamm schon. Grund dafür ist der Gemeindearzt Dr. Moritz Vogelgesang, der anfangs des 20. Jahrhunderts die Idee mit der dazumals noch Fallbachklamm genannten Schlucht hatte. 1906 war es das erste Mal für Touristen möglich, Teile der Klamm auf Holzstegen zu besteigen.

Seit 1927 stehen die Holzleitern und -stegen so wie wir sie jetzt kennen. Hier überwindet man als Wanderer auf 300 Höhenmeter rund 500 Stufen und wird direkt hineinversetzt ind die unglaubliche Kraft des Wassers.

Die Wanderung

Den Eintrittspreis von 4,50 EUR fand ich zunächst etwas übertrieben, jedoch wurde mir erklärt, dass mit den Eintrittsgeldern die jährliche Reparatur der Winterschäden an den Holzstufen und Stegen finanziert wird.


Wanderpfad
Gleich nach dem Eingang beginnt der Aufstieg über Holztreppen und teilweise engen Stegen. Hier bekommt man bereits die ersten Eindrücke des reißenden Wassers. Das Rauschen des Baches tobt wie ein schöner Ohrwurm in mir.

Wasserfall Vogelgesang-Klamm
Wasserfall Vogelgesang-Klamm


Die Bäume, Sträucher und Büsche  leuchteten, besonders im Herbst, in den kräftigsten Farben.


Nach einem einstündigen Aufstieg über unzähligen Stufen inmitten der Klamm, erreicht man den Höhepunkt der Dr.-Vogelgesang-Klamm – den außergewöhnlichsten Wasserfall, der sich von einer Aussichtsplattform in bestaunen lässt.

Wasserfall
Wasserfall
einer der größten Wasserfälle
einer der größten Wasserfälle
sonniger Rückweg
sonniger Rückweg
Für den Rückweg gibt es zwei Optionen: Entweder unzählige Stufen abwärts rutschen, oder die einfachere Variante bei Nässe: Ein asphaltierter, sonniger Weg führt genauso in ca. einer Stunde sicher ins Tal.

Ich hoffe ich kann euch für den kommenden, bunten Herbst, meiner zweiten Lieblingsjahreszeit, inspirieren. Welche Wanderroute ist euer Favorit? Eine kurze Route mit vielen Aussichtspunkten oder gehört ihr eher zu den „Langstreckenbezwinger“? Schreibt es in die Kommentare.

Eure Simone
 Reisebloggerin auf prettylittlesummer

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