Lignano: Coole Tipps, was man in dem italienischen Badeort außer am Strand liegen noch machen kann!

Dienstag, August 28, 2018 Carmen Helmreich 0 Comments

Spontan für ein paar Tage ans Meer, um die letzten Sommertage am Strand zu genießen? Den meisten Österreichern wird dabei wahrscheinlich sofort die italienische Adria-Küste in den Sinn kommen. Klar, denn von Kärnten braucht man lediglich 2-3 Autostunden, ehe man seine Füße in italienischen Sand stecken kann. Aber auch von Wien ist man relativ flott in bella Italia, weswegen sich ein Kurztrip ans Meer definitiv lohnt. Und ob man es  jetzt glaubt oder nicht: Ich war in diesem Jahr zum ersten Mal für Strandurlaub in Italien. Wie ihr vielleicht wisst, bin ich kein allzu großer Fan von Strandurlauben, da mir einerseits die Action fehlt, andererseits ich weder Sonne noch Meerwasser besonders gerne mag. So kommt es also recht selten vor, dass es mich ans Meer zieht und wenn doch,  dann eher nach Mallorca, Teneriffa oder eine andere spanische Insel. Aber 2018 war anders, da ich nach meinem Travel-Burnout entschieden hatte, dieses Jahr in kein Flugzeug steigen zu wollen und alles etwas ruhiger angehen zulassen. Das mit der kompletten Flug-Abstinenz hat dann zwar nicht so ganz geklappt, aber für den Sommerurlaub wurde es zumindest ein gemütlicher Kurz-Urlaub mit dem Auto.


Urlaub in Lignano - Sabbiadoro, Pineta oder Riviera

Der beliebte Badeort Lignano liegt an der Küste der nördlichen Adria zwischen Venedig und Triest und erstreckt sich über eine acht Kilometer lange Halbinsel. Lignano ist in drei Abschnitte geteilt: Das historische und touristisch sehr belebte Zentrum „Lignano Sabbiadoro", die wunderschöne grüne Zone von „Lignano Pineta” und die ruhige Oase „Lignano Riviera”.  Wir hatten unsere Unterkunft – ein kleines, aber feines familiengeführtes Hotel – im mittleren der drei Stadtteile, nämlich in Lignano Pineta. Pineta ist erst in den 50er Jahren entstanden und liegt ruhig eingebettet in einem Pinienwald. Die einzige Einkaufsstraße befindet sich im Zentrum Pinetas, führt von der Kirche bis zum Meer und weist einige Geschäfte, Restaurants und Cafés auf. Die Auswahl an Shopping- und Essensmöglichkeiten ist zwar nicht endlos groß, aber reicht für ein paar Tage vollkommen aus. Das Schöne an Pineta ist, dass die Preise relativ normal sind und es auch in der Hauptsaison verhältnismäßig ruhig ist. Mehr (Nacht)-Leben hat da definitiv Sabbiadoro, wo es mich auch für einen Abend hinverschlug. Von Pineta bis Sabbiadoro sind es etwa 4-5 Kilometer, je nachdem wo man wohnt. Da regelmäßig Busse (ein Ticket kostet etwa 1,20 Euro) fahren, ist es absolut kein Problem diese Strecke in wenigen Minuten zurückzulegen. Da ich aber bekanntlich ja fast alles zu Fuß gehe, bin ich gegangen und kann sagen, dass man ihn auch relativ gemütlich in 45 Minuten zu Fuß laufen kann. Würde ich persönlich dann aber eher abends und nicht in der Mittagshitze empfehlen! Wie schon erwähnt ist Lignano Sabbiadoro das Zentrum der Halbinsel und besteht aus zahlreichen Hotels, Bars und Shops. Eine zentrale Einkaufsstraße führt von der Viale Centrale über die neu errichtete Fußgängerzone bis zur Terrazza a Mare am Spitz der Halbinsel. Die meisten Läden sind ähnlich wie bei uns, aber man findet neben Pimkie, Orsay & Co. auch noch ein paar Boutiquen und Touri-Shops. Preislich gesehen waren die Restaurants und Bars hier schon um 2-3 Euro teurer, aber es kommt natürlich auch immer auf das jeweilige Restaurant und die Lage an. Vom Ambiente war Sabbiadore aber doch um einiges schöner bzw. belebter als "unser" Pineta. Denn hier gibt es überall zahlreiche Springbrunnen und nette Plätze, die zum Verweilen einladen und eine Bar reiht sich an die nächste. Wem das alles zu viel Trubel ist, der ist wohl in Lignano Riviera am besten aufgehoben. Riviera liegt an der Mündung des Tagliamentos und ist nicht nur ruhiger als Sabbiadoro, sondern auch als Pineta. In Riviera befinden sich nur wenige Hotels, hier gibt es eher Ferienwohnungen und verschiedene Campingplätze.

Strandurlaub in Lignano

An dem acht Kilometer langen Sandstrand sind mehr als 40 Strandbäder zu finden, bei denen man sich Sonnenschirme, Sonnenliegen, Liegestühle und vieles mehr leihen kann. Bei den meisten Hotels sind Liegestühle und Sonnenschirme inkludiert und man erhält bei der Anreise seine Platznummer für den Strand. Wenn man dieses Service bei seiner Unterkunft nicht dabei hat, kann man sich aber für 13-27 Euro (je nach "Zone" und Extras) ein Liegebett mit Sonnenschirm mieten. Ein Schnäppchen sind die Preise zwar nicht, aber ich habe auch schon teureres erlebt. Außerdem gibt es zahlreiche Strandabschnitte mit kostenlosem Zugang, für Leute die gern ihre eigenen Liegen und Schirme mitbringen. Vom Strand und Meer war ich wirklich begeistert, da das Wasser klar und sauber war und man gefühlt eine halbe Ewigkeit stehen konnte. Und das Beste: Langeweile kommt sicher auch keine auf, da täglich diverse Animationen, Gymnastik und Unterhaltungstätigkeiten – sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene – kostenlos direkt am Strand angeboten werden. Zudem ist es möglich an verschiedenen Punkten der Küste Tretboote, Segelboote, Surfbretter und Kitesurf-Ausrüstungen auszuleihen oder eine neue Wassersportart zu erlernen. Ich hätte ja sehr gerne einen Schnupperkurs in Tauchen absolviert, leider gab es aber zum Zeitpunkt meines Urlaubs gerade keinen.


Parco Zoo Punta Verde

Ja bei 35 Grad kann sich so mancher besseres als einen Zoobesuch vorstellen. Aber ich liebe nun mal Tierparks und wollte auch nicht den ganzen Urlaub am Strand rumgammeln, weswegen ich mit dem öffentlichen Bus in den nahegelegenen Zoo getingelt bin. Der Parco Zoo Punta Verde liegt auf einem 100.000 Quadratmeter großen Gebiet zwischen den beiden Flussdämmen des Tagliamento im Stadtteil Riviera. Im Zoo Punta Verde leben in 70 naturnah gestalteten Gehegen über 1000 Tiere aus rund 150 verschiedenen Arten. Die Tiere leben in einem Ambiente, das nach den natürlichen Lebensräumen geschaffen wurde, damit sich die Zoobewohner wohlfühlen und der Artenschutz erhalten bleibt. Der Zoo "Punta Verde" hat dabei ganz klar Ziele: Die Bildung und Weiterbildung der Besucher, der Schutz jeder einzelnen im Zoo lebenden Art und Aufklärung, die Spaß machen soll. Der Zoo ist wirklich liebevoll angelegt und bietet eine Reihe interessanter Lehrpfade, die aber leider nur in italienischer Sprache sind, was ich etwas schade fand. Jeweils montags, mittwochs, freitags und sonntags gibt es außerdem Themenführungen, wo man entweder mit Lemuren "kuscheln" oder Giraffen hautnah erleben kann. Da mein Besuch auf einen Samstag fiel, habe ich mich im Nachhinein etwas in den Popo gebissen. Deshalb: Sollte man Interesse an solch einer Führung haben, unbedingt   vorab auf der Website des Zoos erkundigen! Nichtsdestotrotz fand ich den Zoobesuch richtig genial und kann ihn nur allen empfehlen, die entweder Abwechslung zum Strandurlaub suchen oder wo das Wetter nicht zum Schwimmen einlädt.

Weitere Tipps für Unternehmungen

Wer wie ich auch etwas Action und weniger Strandurlaub braucht, für den habe ich noch weitere nette Unternehmungsideen in Lignano, denn hier gibt es wirklich zahlreiche Alternativen zum Strandtag in Form von Themen- und Vergnügungsparks. Wie wäre es also etwa mit einem Besuch im UNICEF-Abenteuerpark in Lignano Riviera. Der Park bietet mit seinen 55 Stationen und 8 Hochseilwegen Spaß für Groβ und Klein. Dazu tragen auch der Freiluftbereich für Show-Spektakel und Tänze sowie der eindrucksvolle 18-Loch Minigolf Parkour bei. Für Wasserratten bietet der Aquasplash-Wasserpark in Lignano Pineta auf 40.000 Quadratmetern alles was das Herz begehrt. Nur wenige Minuten vom Wasserpark entfernt kommen Dinosaurier-Fans im "Gulliverlandia" auf ihre Kosten. Hier vermischen sich Spaß und Wissen rund um die Tiere aus der Steinzeit. Dinos können in ihrer wahren Größe bewundern werden und eine turbulente Fahrt auf einem Baumstumpf verspricht Spaß für die ganze Familie. Für kleinere Kids empfiehlt sich ein Besuch im Parco Junior, wo es Spiele verschiedenster Art, Karussells, kleine Seen, Brunnen, Rutschen, Hüpfburgen und mehr zu entdecken gibt. Und auch im Spielpark „I Gommosi" in Pineta wartet auf Kinder unter zwölf Jahren ein tolles Angebot an Hüpfburgen, Spielgeräten & Co. Jeden Abend nach dem Strandbesuch ist außerdem der Lunapark geöffnet. Mit seinen bunten Lichtern und seinen Achterbahnen, Karussells, Rutschen, Autoscootern und mehr begeistert er nicht nur junges Publikum. Wer Marktbesuche mag, dem kann ich den Wochenmarkt in Lignano Pineta ans Herz legen. Jeden Montag von 7.30 bis 13.30 Uhr findet neben dem Stadion Teghil ein relativ großer Markt mit vielen bunten Ständen, Klamotten, etwas Essen und viel Ramsch statt.


Für einen Halbtagesausflug ist die Muschelinsel "Isola delle conchiglie" sicher auch sehr spannend. Täglich werden mehrere Bootsfahrten zu der Insel angeboten und ich finde es nach wie vor etwas schade an keiner teilgenommen zu haben. Die Muschelinsel ragt nur wenige hundert Meter östlich der Halbinsel Lignano aus dem Meer und ist reich an Flora und Fauna. Hier kann man entweder im glasklaren und sauberen Wasser schwimmen, oder auf einem Spaziergang seltene Vogelarten entdecken und schöne Muscheln sammeln. Was ebenfalls sehr schön und sehenswert sein soll ist die Lagune von Marano. Die Lagune erstreckt sich über die Halbinsel Lignano und die Barene im Norden und ist vor allem für ihre Naturschutzgebiete, zahlreiche Vogelarten und die Artenvielfalt der Unterwasserlebewesen bekannt. Im Inneren der Lagune kann man die typischen "Casoni“, die für die Lagune charakteristischen Hütten, bewundern.


Wer länger in Lignano ist und gern mehr von Italien sehen möchte, dem kann ich auch noch diese Städte im Umkreis bis ca. 100 Kilometer ans Herz legen: Venedig & Murano, Triest, Grado, Udine, Palmanova oder auch Gorizia, die Grenzstadt zu Slowenien. Ich persönlich hätte mir ja auch gerne mal Verona angesehen, die ist mit rund 200 Kilometer pro Strecke dann aber leider doch etwas zu weit für einen Tagesausflug gewesen.

0 Kommentare:

Linz: Höhenrausch 2018

Freitag, August 24, 2018 Sonja Bruckner 0 Comments

Höhenrausch: Das andere Ufer

Wasser steht dieses Jahr im Mittelpunkt des Linzer Höhenrausches. Über 40 internationale Künstler haben sich mit dem lebensnotwendigen Element auseinandergesetzt.

Höhenrausch Linz 2018, Kcho
Kcho, der Denker. Wurde aus Überresten kubanischer Fischerboote erbaut.

Klettern erlaubt

Gleich nach der Kassa, und dem kleinen Museumsshop, steht man vor einer Absperrung. Diese Installation des rumänischen Künstlers Ovidiu Anton soll jedoch überklettert werden! Dahinter wartet der erste Ausstellungsraum. Eins wird somit gleich zu Beginn klar: Beim Höhenrauch handelt es sich um ein interaktives Kulturprojekt für Groß und Klein. Für Kinder liegt ein spezieller Guide auf, der sie dazu animiert eine Flaschenpost nach der anderen zu suchen. Diese Flaschenpost-Nachrichten vermitteln die Inhalte der Kunstwerke kindgerecht und die Suche nach neuen Botschaften macht einen Riesen-Spaß.

Ovidiu Anton Höhenrausch
Überklettern erwünscht (Absperrbretter, von Ovidiu Anton)


Kinderguide Höhenrausch
Für Kinder gibt es einen eigenen Plan zur Erkundung des Höhenrausches

Kunst und Erlebnis zugleich

Mit dem Titel "Das andere Ufer" dreht sich beim 8. Höhenrausch alles um das Element Wasser. Wasser als Lebensraum, Gefahr, Kostbarkeit und als Grenze. Die Weiten der Meere, die zum Träumen einladen, aber auch großen Schrecken verbreiten.
Ich persönlich finde die Aufbereitung des Themas heuer sehr gelungen. Die Informationen neben den Kunstwerken erklären kurz und prägnant was der jeweilige Künstler aussagen will. Wir haben uns wirklich Zeit genommen, um die beschreibenden Texte zu lesen und konnten viele neue Anregungen und Eindrücke mitnehmen.

Jeannette Ehlers Höhenrausch
Menschen verschwinden auf ihrem Weg über das Wasser (Atlantic, von Jeannette Ehlers)


Nelo Akamatsu Höhenrausch
Magnete bewegen Nadeln in hunderten Wassergläsern (Chijikinkutsu, von Nelo Akamatsu)


The Flying Ship Höhenrausch
The Flying Ship, Studien, von Alexander Ponomarev


island joong-keun lee höhenrausch
Island, von Joong-Keun Lee

In luftigen Höhen

Warum man den Höhenrausch noch besuchen sollte? Um den atemberaubenden 360° Ausblick über Linz zu genießen. Der Weg führt über die Türme der Ursulinenkirche – von denen aus man vorbeifahrende Straßenbahnen von oben betrachten kann – weiter Richtung Oberösterreich-Turm. Der 30 Meter hohe Turm wurde heuer für das Projekt "The Flying Ship" adaptiert. Die 24.000 kg schwere Stahlrohrkonstruktion des russischen Künstlers Alexander Ponomarev soll an den Traum von der Unendlichkeit erinnern.

Aufgang Ursulinenkirchen Höhenrausch
Eingang zur Ursulinenkirche


Ausblick Richtung Mariendom, Höhenrausch
Ausblick Richtung Mariendom


Ausblick Richtung Pöstlingberg
Ausblick Richtung Pöstlingberg



Abgang Ursulinenkirche, Höhenrausch
Und schon geht es Richtung Oberösterreich Turm und Flying Ship


OÖ Turm, Höhenrausch 2018
Der Aufstieg auf den OÖ Turm und das Flying Ship im Hintergrund


The Flying Ship, von Alexander Ponomarev


Ausblick über Linz, Höhenrausch
Ausblick über Linz


Wasserwirbel, Höhenrausch
The Fraud and Hope, Bodenmalerei von Mehdi Ghadyanloo

Eine heiß ersehnte Abkühlung

Ich muss zugeben, bei über 30°C ist der Aufstieg auf den Oberösterreich-Turm schon etwas beschwerlich. 160 Stufen hinauf, 160 hinunter und wir waren durchgeschwitzt. Umso mehr haben wir uns auf die Abkühlung, die die Installation "Fontana" des deutschen Künstlers Benjamin Bergmann verspricht, gefreut. Hier kommen nicht nur die kleinen Gäste auf ihre Kosten. Ein Netzwerk aus Leitungen, aus denen wahllos Wasser spritzt, lädt zum Abkühlen ein. Badesachen nicht vergessen! Im "Multispace" von Andreas Strauss (AT) lässt es sich gut Pause machen, Getränke und kleine Snacks in Bio-Qualität runden den Aufenthalt ab.

Fontana, Höhenrausch
Fontana, von Benjamin Bergmann


Wasserspiele Höhenrausch
Wasserspiele


"Uncertain Journey" von der aus Japan stammenden Künstlerin Chiharu Shiota besteht aus drei Metallbooten, die mit einem Geflecht aus roter Wolle umzogen sind. Der verwendete Faden ist so lang, dass er ausgebreitet von Linz bis nach Wien reichen soll. Dieses Kunstwerk hat vor allem meine kleine Nachwuchsbloggerin begeistert ;).

Uncertain Journey, Höhenrausch
Uncertain Journey, von Chiharu Shiota


Nachwuchsblogger unterwegs Höhenrausch
Nachwuchsblogger unterwegs?

Besucherinfos

Der Höhenrausch 2018 hat noch bis 14. Oktober von 10 bis 20:30 für Besucher geöffnet.
Jeden Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr werden spezielle Workshops für Familien angeboten. Kostenlose Führungen gibt es täglich um 17:30. Nähere Infos findet ihr hier.
Bis 9. September ist es möglich ein sogenanntes BLUE Ticket zu erwerben, dass euch ermöglicht den Oberösterreich-Turm und die Höhenrauschbar zwischen 19:30 und 21:30 zu besuchen. Perfekt um den Sonnenuntergang über Linz zu genießen.

Höhenrausch Linz noch bis 14.10. zu sehen
Höhenrausch Linz noch bis 14.10. zu sehen

Habt ihr Interesse an mehr "Linz-Content"? Gibt es etwas was euch speziell interessiert? Dann lasst es mich in den Kommentaren wissen.
Sonja Bruckner


0 Kommentare: