Lüneburg: Eine Stadt erbaut auf Salz

Mittwoch, April 27, 2016 Chamy 0 Comments

Auf dem Weg von Hamburg ins Kartoffel-Hotel blieben wir auf halber Strecke in der Alten Hansestadt Lüneburg stehen. Gemütlich durch die Stadt bummeln, in nette Cafés einkehren und ein wenig Sightseeing standen auf dem Plan. Die auf einem Salzstock errichtet Stadt hat wirklich eine wundervolle Architektur und schöne historische Bauwerke vorzuzeigen, weswegen ich natürlich fröhlich drauf losgeknipst habe und euch nun mein Fototagebuch von Lüneburg nicht vorenthalten will.


Lüneburg – Eine Stadt erbaut auf Salz

Schon im Mittelalter war Lüneburg eine bedeutende Handelsstadt, die als wichtigstes Handelsgut Salz, welches aus dem salzigen Grundwasser gewonnen wurde, hatte. Durch die lange Monopolstellung als Salzlieferant im norddeutschen Raum konnte Lüneburg zu dieser Zeit zu einer reichen Stadt erblühen. Diesen Reichtum kann man auch noch heute an den historischen Gebäuden der Altstadt sehen. Was man ebenfalls gut erkennen kann ist, dass Lüneburg quasi auf Salz erbaut wurde. Dadurch, dass die Altstadt auf einem vom Grundwasser durchspülten Salzstock errichtet wurde, kam es im Laufe der Zeit zu Absackungen der darüberliegenden Gesteinsschichten, weswegen einige der historischen Bauten skurrile Formen und Neigungen aufweisen. So findet man zum Beispiel in der Waagestraße das "schwangere Haus", welches eine wirklich außergewöhnliche Wölbung hat und auch viele Hausgiebeln in Lüneburg sind seltsam verzogen und geneigt.

Historischer Stadtrundgang – Vom Rathausplatz bis zum Stint

Neben den schönen historischen Bauwerken in der Altstadt hat Lüneburg aber natürlich noch mehr zu bieten. Am besten ihr beginnt euren Rundgang beim Rathaus am Ochsenmarkt, welches auch das größte mittelalterliche Rathaus Norddeutschlands ist. In der linken Hälfte des Gebäudes befindet sich die Touristeninformation, bei der ihr euch einen Stadtplan und diverse Info-Broschüren holen oder euch für eine Stadtführung anmelden könnt.

Wenn man von dort aus dann der Heiliggeist-Straße folgt, landet man auf einem großen Platz mit dem Namen 'am Sande', auf dem sich viele kleine Lokale und Cafés befinden, die zum Verweilen einladen. Hier befindet sich am westlichen Ende auch eines der schönsten Prachtbauten Lüneburgs: Das 1548 als Brauhaus errichtete Gebäude strahlt in einem auffälligen blau-schwarz und sticht somit von den anderen Bauwerken optisch ab. Heute befindet sich in diesem prunkvollem Bauwerk die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg. Überquert man den ehemaligen Marktplatz kann man die aneinander gereihten Häuser mit ihren verschiedensten Dachgiebeln bestaunen. Der älteste Treppengiebel stammt um 1400 und kann an Haus Nummer 53 bewundert werden. Wenn man nun am anderen Ende des Platzes angekommen ist, steht man vor der ältesten Kirche Niedersachsens. Die St. Johannis Kirche besticht vor allem durch ihren schiefen Kirchturm. Glaubt man der Legende, dann soll sich der Baumeister, der den schiefen Kirchturm fabriziert hatte, aus dem oberen Fenster des Kirchturms gestürzt haben. Allerdings soll er am Leben geblieben sein, da er in einen vorbeifahrenden Heuwagen fiel.

Etwas versteckt hinter der St. Johannis Kirche befindet sich der ehemalige Wasserturm aus dem Jahre 1907. Der insgesamt 56 Meter hohe Turm diente bis 1986 als Wasserspeicher und wird heute als Aussichtsturm genutzt. Zu Fuß oder per Lift gelangt man auf die Aussichtsplattform, von der man einen netten Rundblick auf die Lüneburger Altstadt und die Umgebung hat. Im Inneren des Turms befinden sich wechselnde Ausstellungen und immer wieder kulturelle Veranstaltungen.

Von dort geht es dann Richtung Alter Hafen, wobei man "Am Berge 26" noch eine kurze Rast einlegen sollte. Dort gibt es in der Schokoladenmanufaktur PraLüne nämlich handgemachte Schoko-Leckereien, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Am Stintmarkt, dem historischen Hafen, angekommen, erblickt man zwei Mühlen aus dem 16. Jahrhundert, die bis ins 20. Jahrhundert in Betrieb waren. Auch der hölzerne Alte Kran, eines der Wahrzeichen der Stadt, liegt am Stintmarkt. Den Namen erhielt die Straße übrigens im Mittelalter, als hier mit dem sogenannten "Stint", einem kleinen heringsartigen Fisch, gehandelt wurde. Früher noch bedeutender Fischmarkt, ist das Hafenviertel heute Lüneburgs größte Kneipenmeile. Gerade im Sommer genießen viele Leute noch bis spät nachts an der Treppe zum Fluss Ilmenau das ein oder andere erfrischende Getränk und leckere Speisen.

Etwas westlich vom Stintmarkt liegt die St. Nicolai Kirche, die im 15. Jahrhundert als Basilika erbaut wurde. Diese Kirche ist die jüngste und kleinste der drei Hauptkirchen der Stadt Lüneburg und diente den Schiffern als religiöses Zentrum.
Von dort kommt man in wenigen Schritten zum Liebesgrund, einem Park der sich zwischen der Bastionsstraße und der Bardowicker Straße befindet und sich gerade zur warmen Jahreszeit perfekt für eine kleine Verschnaufpause eignet. Hat man den Park durchschritten, gelangt man an den 'Kalkberg', an dem die St. Michaeliskirche erbaut wurde.

 

Shoppen & Essen in Lüneburg

Natürlich ist Lüneburg nicht nur ideal zum Sightseeing, sondern garantiert auch ein entspanntes Einkaufserlebnis und kulinarische Leckerbissen. Wie oben schon erwähnt, gibt es "am Sande" unzählige kleine Cafés und Lokale, die zum Einkehren einladen. Schokoladenliebhaber sollten außerdem unbedingt einen Blick in die PraLüne (Am Berge 26) oder die Edelmann & Paulik Schokoladenmanufaktur (Bei der Abtspferdetränke 1) vorbeischauen und sich von den handgemachten Köstlichkeiten verzaubern lassen. Im Sommer ist es besonders herrlich ein kühles Getränk und eine Kleinigkeit zum Essen am Stint und mit Blick auf den Fluss Ilmenau zu genießen. Einkaufstechnisch bietet Lüneburg in den vielen kleinen verkehrsberuhigten Gassen in der Innenstadt ebenfalls einiges: Neben größeren Ketten findet man hier auch noch traditionelle Fachgeschäfte und liebevolle und trendige Shops. Insgesamt bieten die rund 400 gut sortierten Läden alles was das Shoppingherz begehrt.

Theoretisch hat man dann auch schon die wichtigsten Punkte der Lüneburger Altstadt gesehen, wobei man bei ausreichender Zeit auch noch unbedingt im Deutschen Salzmuseum, welches die Bedeutung und die Geschichte des Salzes aufgreift, vorbeischauen sollte. Auch ist das Kloster Lüne, ein ehemaliges Benediktinerinnenkloster, welches am Rand von Lüneburg liegt und heute ein Textilmuseum beheimatet, einen Blick wert.

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