ABC-Inseln: Wunderschöne holländische Karibik

Freitag, April 29, 2016 Chamy 3 Comments

Zwei volle Wochen Urlaub in der holländischen Karibik liegen hinter mir. Hier nur ein paar Gründe, warum ich mich in die drei Inseln Aruba, Bonaire und Curacao einfach verlieben musste:


Wegen der Sprache. Kann man wundervoller aufgefordert werden, es sich schmecken zu lassen, als mit „Eet smakelijk“, netter begrüßt werden als mit „Chchude middaachch“ oder ins Bett geschickt werden als mit „Slaap lekker“? Holländisch ist hier seit der Kolonialzeit die offizielle Inselsprache. Aber auch Papiamentu, die Sprache der Einheimischen – ein Mix aus Spanisch, Portugiesisch und Holländisch – klingt nicht weniger süß. Mit einem „Danki“ sagt man „Danke“. Und ein „Dushi“, was soviel bedeutet wie „Schätzchen“ hört man gleich, wenn man jemandem hilft oder einfach nur da ist. Wer wie ich auf Holländisch und Papiamentu nur die Basics versteht, kommt aber auch mit Englisch und Spanisch bestens weiter.

Wegen der Strände. Ob auf Curacao, Aruba oder Bonaire – man findet auf jeder Insel postkartentaugliche Strände. Meine Favoriten mit kristallklaren Wasser, feinem richtig weißem Sand und Schatten unter Palmen:

Playa Porto Maria (Curacao, 45 Minuten nördlich von Willemstad)
Blue Bay Beach (Curacao, 15 Minuten nördlich von Willemstad)
Malmok Beach ( im Norden Aruba’s )
Baby Beach (im Süden Aruba’s)
Wegen der Buchten [und der Unterwasserwelt]. Die besseren Strände findet man auf Aruba und Curacao. Bonaire beherbergt aber definitiv die schönsten Buchten. Meine Schnorchel-Highlights sind die „1000 Steps“ (an der Kaya-Gob-N-Debrot) und „Wayaka“ (im Washington Slagbaai Nationalpark). Geht man auf Bonaire ins Wasser, trifft man Kaiserfische, Papageienfische, Kofferfische, Doktorfische und viele mehr. Wenn man Glück hat, kommt auch ab und zu eine Schildkröte vorbei.


Wegen des Wetters. Knappe 30 Grad, eine angenehme Brise, ab und zu eine kleine Wolke  - für alle Sonnen- und Sommerfreunde herrschen hier perfekte Witterungsvoraussetzungen für einen rundum schönen Urlaub. Dezember bis Mai gilt als die beste Reisezeit. Denn in unseren Winter- und Frühlingsmonaten ist die Chance auf Regen auf den ABC-Inseln am geringsten. Die holländischen Antillen sind aber ganzjährig eine Reise wert.

Wegen der wilden Küsten. Auf jeder der drei Inseln gibt es ihn: den wilden Küstenabschnitt. Hier peitscht das Meer mit seiner ganzen Kraft gegen das Land.
Auf Aruba sind dadurch zum Beispiel an der Ostküste sogenannte natürliche Brücken „Natural Bridges“ entstanden. Sehenswerter als die zwei Brücken selbst ist allerdings der Weg dahin. Vorbei an natürlichen Stränden und Buchten fährt man eine Stunde lang auf einer Schotterpiste direkt am Wasser entlang. Allrad-Antrieb ist dabei ganz praktisch.

Blick auf Aruba’s schroffe Küste im Osten
Auch entspannt baden lässt es sich auf der wilden Seite Aruba’s: zum Beispiel im Natural Pool. Im Kreis formierte Vulkanfelsen schaffen einen ruhigen Badebereich, in dem man schnorcheln und entspannen kann. Wie kommt man zum Natural Pool? Entweder mit einem UTV (Utility Task Vehicle) oder dem Auto. Unser Auto mussten wir man allerdings wegen des unwegsamen Geländes schon eine dreiviertel Stunde Fußmarsch vorher abstellen. Mit dem UTV fährt man direkt bis zum Pool.

Natural Pool „Conchi“ Aruba
Auf Bonaire liegt das wilde Ufer im Washington Slagbaai Nationalpark. Hier fährt man zum Beispiel vorbei am Blow Hole - ein beeindruckendes Stück Küste, das von der Dynamik des Meeres geformt wird.

Blow Hole – gigantisch, mit welcher Kraft sich das Wasser in den Felsen arbeitet
Boka Kokolishi – hier kann man wunderbar baden.

Wegen der Atmosphäre. Lila, grün, blau, gelb – vor allem in Willemstadt – Curacao’s Hauptstadt –  strahlt fast jedes Haus in einer anderen fröhlichen Farbe. Eine gute Atmosphäre herrscht auch hinter den Fassaden. Vor allem samstags. Denn dann hört man in vielen Bars – die meisten findet man im PeterMaai-District – tolle Live-Musik.

Blick auf Willemstad
Alles in allem sind die ABC Inseln ein optimales Ziel für alle Urlauber, die gerne aktiv sind, aber auch zwischendurch am Strand faulenzen wollen. Denn eine Tour durch den Nationalpark mit Schnorchel-,Tauch- oder Badegang zu verbinden, ist hier kein Problem.  Pro Insel würde ich mindestens vier Tage Aufenthalt empfehlen, um gut rumzukommen. Auf Curacao darf es auch ein bisschen mehr Zeit sein, um Willemstadt. Klein-Curacao und die Strände wirklich zu genießen.

Tipp: Für’s Essen gehen am besten mehr Budget einplanen. Ein normales Abendessen für zwei Personen mit Vorspeise und zwei Gläschen Wein in einem soliden Restaurant kostet schnell 80 bis 100 Euro.

Vielen Dank an Caro - auf Ihrem Blog carostuttgart.de verrät sie, wo man in Stuttgart lecker essen gehen kann. Wenn sie gerade nicht im Restaurant sitzt, verreist sie richtig gerne. Auf Ihrem Blog schreibt sie dann über ihre kleinen und größeren Urlaubsabenteuer. Schaut also einfach mal vorbei, wenn ihr Lust habt, ein paar Eindrücke aus der Ferne aufzusammeln.

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Lüneburg: Eine Stadt erbaut auf Salz

Mittwoch, April 27, 2016 Chamy 0 Comments

Auf dem Weg von Hamburg ins Kartoffel-Hotel blieben wir auf halber Strecke in der Alten Hansestadt Lüneburg stehen. Gemütlich durch die Stadt bummeln, in nette Cafés einkehren und ein wenig Sightseeing standen auf dem Plan. Die auf einem Salzstock errichtet Stadt hat wirklich eine wundervolle Architektur und schöne historische Bauwerke vorzuzeigen, weswegen ich natürlich fröhlich drauf losgeknipst habe und euch nun mein Fototagebuch von Lüneburg nicht vorenthalten will.


Lüneburg – Eine Stadt erbaut auf Salz

Schon im Mittelalter war Lüneburg eine bedeutende Handelsstadt, die als wichtigstes Handelsgut Salz, welches aus dem salzigen Grundwasser gewonnen wurde, hatte. Durch die lange Monopolstellung als Salzlieferant im norddeutschen Raum konnte Lüneburg zu dieser Zeit zu einer reichen Stadt erblühen. Diesen Reichtum kann man auch noch heute an den historischen Gebäuden der Altstadt sehen. Was man ebenfalls gut erkennen kann ist, dass Lüneburg quasi auf Salz erbaut wurde. Dadurch, dass die Altstadt auf einem vom Grundwasser durchspülten Salzstock errichtet wurde, kam es im Laufe der Zeit zu Absackungen der darüberliegenden Gesteinsschichten, weswegen einige der historischen Bauten skurrile Formen und Neigungen aufweisen. So findet man zum Beispiel in der Waagestraße das "schwangere Haus", welches eine wirklich außergewöhnliche Wölbung hat und auch viele Hausgiebeln in Lüneburg sind seltsam verzogen und geneigt.

Historischer Stadtrundgang – Vom Rathausplatz bis zum Stint

Neben den schönen historischen Bauwerken in der Altstadt hat Lüneburg aber natürlich noch mehr zu bieten. Am besten ihr beginnt euren Rundgang beim Rathaus am Ochsenmarkt, welches auch das größte mittelalterliche Rathaus Norddeutschlands ist. In der linken Hälfte des Gebäudes befindet sich die Touristeninformation, bei der ihr euch einen Stadtplan und diverse Info-Broschüren holen oder euch für eine Stadtführung anmelden könnt.

Wenn man von dort aus dann der Heiliggeist-Straße folgt, landet man auf einem großen Platz mit dem Namen 'am Sande', auf dem sich viele kleine Lokale und Cafés befinden, die zum Verweilen einladen. Hier befindet sich am westlichen Ende auch eines der schönsten Prachtbauten Lüneburgs: Das 1548 als Brauhaus errichtete Gebäude strahlt in einem auffälligen blau-schwarz und sticht somit von den anderen Bauwerken optisch ab. Heute befindet sich in diesem prunkvollem Bauwerk die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg. Überquert man den ehemaligen Marktplatz kann man die aneinander gereihten Häuser mit ihren verschiedensten Dachgiebeln bestaunen. Der älteste Treppengiebel stammt um 1400 und kann an Haus Nummer 53 bewundert werden. Wenn man nun am anderen Ende des Platzes angekommen ist, steht man vor der ältesten Kirche Niedersachsens. Die St. Johannis Kirche besticht vor allem durch ihren schiefen Kirchturm. Glaubt man der Legende, dann soll sich der Baumeister, der den schiefen Kirchturm fabriziert hatte, aus dem oberen Fenster des Kirchturms gestürzt haben. Allerdings soll er am Leben geblieben sein, da er in einen vorbeifahrenden Heuwagen fiel.

Etwas versteckt hinter der St. Johannis Kirche befindet sich der ehemalige Wasserturm aus dem Jahre 1907. Der insgesamt 56 Meter hohe Turm diente bis 1986 als Wasserspeicher und wird heute als Aussichtsturm genutzt. Zu Fuß oder per Lift gelangt man auf die Aussichtsplattform, von der man einen netten Rundblick auf die Lüneburger Altstadt und die Umgebung hat. Im Inneren des Turms befinden sich wechselnde Ausstellungen und immer wieder kulturelle Veranstaltungen.

Von dort geht es dann Richtung Alter Hafen, wobei man "Am Berge 26" noch eine kurze Rast einlegen sollte. Dort gibt es in der Schokoladenmanufaktur PraLüne nämlich handgemachte Schoko-Leckereien, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Am Stintmarkt, dem historischen Hafen, angekommen, erblickt man zwei Mühlen aus dem 16. Jahrhundert, die bis ins 20. Jahrhundert in Betrieb waren. Auch der hölzerne Alte Kran, eines der Wahrzeichen der Stadt, liegt am Stintmarkt. Den Namen erhielt die Straße übrigens im Mittelalter, als hier mit dem sogenannten "Stint", einem kleinen heringsartigen Fisch, gehandelt wurde. Früher noch bedeutender Fischmarkt, ist das Hafenviertel heute Lüneburgs größte Kneipenmeile. Gerade im Sommer genießen viele Leute noch bis spät nachts an der Treppe zum Fluss Ilmenau das ein oder andere erfrischende Getränk und leckere Speisen.

Etwas westlich vom Stintmarkt liegt die St. Nicolai Kirche, die im 15. Jahrhundert als Basilika erbaut wurde. Diese Kirche ist die jüngste und kleinste der drei Hauptkirchen der Stadt Lüneburg und diente den Schiffern als religiöses Zentrum.
Von dort kommt man in wenigen Schritten zum Liebesgrund, einem Park der sich zwischen der Bastionsstraße und der Bardowicker Straße befindet und sich gerade zur warmen Jahreszeit perfekt für eine kleine Verschnaufpause eignet. Hat man den Park durchschritten, gelangt man an den 'Kalkberg', an dem die St. Michaeliskirche erbaut wurde.

 

Shoppen & Essen in Lüneburg

Natürlich ist Lüneburg nicht nur ideal zum Sightseeing, sondern garantiert auch ein entspanntes Einkaufserlebnis und kulinarische Leckerbissen. Wie oben schon erwähnt, gibt es "am Sande" unzählige kleine Cafés und Lokale, die zum Einkehren einladen. Schokoladenliebhaber sollten außerdem unbedingt einen Blick in die PraLüne (Am Berge 26) oder die Edelmann & Paulik Schokoladenmanufaktur (Bei der Abtspferdetränke 1) vorbeischauen und sich von den handgemachten Köstlichkeiten verzaubern lassen. Im Sommer ist es besonders herrlich ein kühles Getränk und eine Kleinigkeit zum Essen am Stint und mit Blick auf den Fluss Ilmenau zu genießen. Einkaufstechnisch bietet Lüneburg in den vielen kleinen verkehrsberuhigten Gassen in der Innenstadt ebenfalls einiges: Neben größeren Ketten findet man hier auch noch traditionelle Fachgeschäfte und liebevolle und trendige Shops. Insgesamt bieten die rund 400 gut sortierten Läden alles was das Shoppingherz begehrt.

Theoretisch hat man dann auch schon die wichtigsten Punkte der Lüneburger Altstadt gesehen, wobei man bei ausreichender Zeit auch noch unbedingt im Deutschen Salzmuseum, welches die Bedeutung und die Geschichte des Salzes aufgreift, vorbeischauen sollte. Auch ist das Kloster Lüne, ein ehemaliges Benediktinerinnenkloster, welches am Rand von Lüneburg liegt und heute ein Textilmuseum beheimatet, einen Blick wert.

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Wien: Real Escape - Polizeistation

Montag, April 25, 2016 Chamy 9 Comments

Wien, 9. April. Gemeinsam mit vier Freunden bin ich in einem düsteren Raum eingesperrt. Zwei meiner Freunde möchte man eine Straftat anhängen, während der andere Teil von uns hektisch den Verhörraum durchsucht, um die Unschuld unserer Freunde zu beweisen… Uns bleibt genau eine Stunde, ehe das Sonderkommando in den Raum stürmt…


Richtig geraten, ich habe ein weiteres Escape Game gespielt! Diesmal mit einer Handvoll Freunden, die noch nicht der Escape-Sucht verfallen sind und für die es der erste Versuch war sich in 60 Minuten mit Logik und Köpfchen aus einem verschlossenen Raum zu befreien.

Real Escape Wien - Live Escape Game

Gespielt haben wir bei dem relativ neuen Anbieter Real Escape Wien, der sich im 14. Bezirk in der Gyrowetzgasse 1 befindet. Sowohl öffentlich (U4-Station Hietzing), als auch mit dem Auto (genügend Parkplätze in den Seitengassen vorhanden) kommt man flott zu diesem Escape Game. Im Moment werden 3 Quests angeboten, wobei schon an weiteren gearbeitet wird.



White Room

Ihr begebt euch an die Schnittstelle zwischen den Welten – ein Übergang aus unserer Realität in eine unbekannte Andere. Für eure Erkundungsreise in dieses Niemandsland habt ihr genau 60 Minuten Zeit – alle die länger bleiben werden vom einer Parallelwelt absorbiert und verschwinden im Nichts.
2-4 Spieler, Schwierigkeitsgrad: Hoch

Polizeistation

Man möchte eurem Freund eine Straftat anhängen und wenn ihr diese nicht bezeugt, werdet ihr auch verhaftet. Während ein Teil eures Teams im Verhörraum eingesperrt wurde, konnte der andere Teil ins Überwachungszimmer eindringen um sich dort zu verschanzen und Zeit zu gewinnen. Zeit, die ihr braucht um herauszufinden wer der wahre Verbrecher ist. Ihr habt 1 Stunde bis das Sonderkommando stürmt.
4-6 Spieler, Schwierigkeitsgrad: Sehr hoch

Fixiert

Könnt ich euch Vorstellen an eine andere Person gefesselt zu werden und jede Handlung, jeden Atemzug mit dieser Person zu teilen? Könnt ihr euch auf euern Partner verlassen? Versteht ihr einander? Findet es heraus, denn wenn ihr nicht zusammenarbeitet, schafft ihr es auch nicht!Fixiert – nichts für schwache Nerven!
2 Spieler, Schwierigkeitsgrad: Mittel


 

Da wir zu Fünft waren, trauten wir uns also in die Polizeistation, die wirklich sehr detailreich und echt eingerichtet war: Ein schummriger Raum, Aktenordner und viele, viele Aufgaben warteten auf uns! Auch hier war man – wie auch schon bei meinen letzten gespielten Room Escape Games – sofort in seinem Element. Sobald die Türe hinter uns ins Schloss fiel, begann die muntere Rätselraterei und Fragezeichen zeichneten sich auf unseren Gesichtern ab. Obwohl außer mir noch keiner zuvor ein Escape Game gespielt hatte, waren wir alle innerhalb von Minuten in der Thematik gefesselt und lösten souverän (und mit ein wenig Hilfe des Spielleiters ;-)) eine Aufgabe nach der anderen. Nach 56 Minuten konnten wir wieder ans Tageslicht und hatten die Mission erfolgreich beendet. Wir alle waren uns nachher einig: Eine wirklich tolle und spannende gemeinsame Stunde und ein klasse eingerichteter Raum! Mich persönlich würde ja auch "Fixiert" ziemlich interessieren, da ich solch eine Mission noch gar nicht gemacht habe und diese somit komplettes Neuland für mich wäre.

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Blogvorstellung: Luzia Pimpinella über Reiseabenteuer & Familienreisen

Freitag, April 22, 2016 Chamy 2 Comments

Abends, ich hab mal wieder Lust mich durch meinen Blogroll zu klicken und mich von netten Texten und hübschen Bildern berieseln zu lassen. Und dann bleibe ich – wie so oft – bei Luzia Pimpinella hängen und wühle mich stundenlang durchs Archiv und lese alte Beiträge immer und immer wieder… Und ja, das sind viele, denn Nic bloggt schon seit 2006 und es hat sich in den 10 Jahren ein anschauliches Archiv an DIYs, Rezepten, Reisen und einfach Kram, der gute Laune macht, gebildet. Bei einer Pressereise ins verschneite Kitzbühel 2013 konnte ich die Hamburgerin auch persönlich kennenlernen und muss gestehen, sie ist schon eine coole Socke! Auch wenn ihr Einrichtungsstil eigentlich absolut nicht meinem entspricht, ich aufgrund mangelnder Zeit nie eines ihrer DIYs nachmachen werden und Kochen ebenfalls nicht zu meinen liebsten Dingen zählt, verschlinge ich doch jeden ihrer Beiträge in Windeseile und freue mich jedes Mal auf neuen Lesestoff! Ich weiß gar nicht, was mich so fesselt: Die liebevoll arrangierten Fotos, die unterhaltsamen Texte, oder doch der Inhalt selbst? Eins ist jedoch klar: Am liebsten lese ich ihre Reiseberichte und finde es immer wieder aufs Neue faszinierend, wo Nic (mit ihrer Family) schon überall war. Deswegen hat es mich auch besonders gefreut, dass ich ihr ein paar Fragen zum Thema Reisen als Familie und mit Kind stellen konnte und sie sich Zeit genommen hat, diese ausführlich zu beantworten… Enjoy!


Liebe Nic, da ich deine Reiseposts jedesmal verschlinge, freue ich mich, dass du dir Zeit genommen hast mir Rede und Antwort zu stehen. Besonders klasse finde ich, dass ihr als Familie so viel verreist und unternehmt, daher auch gleich meine erste Frage: Wohin ging denn die erste gemeinsame Reise mit Herrn P.? Hattet ihr schon immer das Reisefieber in euch, oder habt ihr euch damit gegenseitig angesteckt?

Ich selbst hatte als Kind schon Fernweh und habe mir mit meinem Opa zusammen immer gern Reportagen aus fernen Ländern im Fernsehen angeschaut. Während meiner Kindheit haben unsere Familienurlaube aber höchstens für die Ostsee gereicht. Das war gar nicht schlimm, ich fand das schon großartig! Als Teenager durfte ich dann zweimal mit meiner damaligen besten Freundin und ihrer Familie mitreisen. Die Eltern wussten, dass die Stimmung flauschiger ist, wenn die Teenie-Tochter ihre beste Freundin dabei hat. Da konnte ich das erste mal ein bisschen „weite Welt“ schnuppern. Dann folgten viele Jahre ohne Reisen, weil ich einfach immer knapp bei Kasse war und nicht mutig genug, ohne Kohle mit dem Rucksack loszuziehen. Als ich dann meinen Mann kennenlernte, verkündete der mir: „Ich brauche nur Skiurlaub, sonst nichts!“. Ihm zu liebe lernte ich Skifahren, mir zuliebe hielt er nicht an dieser Regel fest. Unser erster Urlaub war ein Strandurlaub in Portugal an der Algarve und eine Katastrophe! Wir langweilten uns gemeinsam zu Tode. Immerhin hatten wir in dabei gelernt, dass es nicht an uns als Paar lag, sondern daran, dass wir uns eingebildet hatten, Urlaub würde aus den Rumliegen am Strand bestehen und maximaler Entspannung. Als wir kapiert hatten, dass uns das allein nicht glücklich macht, und wir mehr unternehmen, sehen und erleben wollten, wurde das Verreisen erst zur echten Leidenschaft. Wir lernten Tauchen und machten unsere ersten Fernreisen nach Mauritius auf die Malediven und nach Thailand. Weniger Chillen am Strand und mehr Action und Entdecken waren eben mehr unser Ding. Unsere Hochzeitsreise war dann ein Insel-Hopping im Südpazifik: Rarotonga, Aitutaki, Tahiti, Moorea und Bora Bora. Wir haben so viel erlebt und zehren heute noch davon. Müssen wir auch, denn so eine Südseereise könnten wir uns heute gar nicht mehr leisten. :)

Dann kam unsere Tochter zur Welt und wir versprachen uns, an unserer Reiserei als Eltern nicht grundsätzlich etwas zu ändern. Die erste Zeit nach Luzies Geburt hielten wir uns noch ein bisschen mit sehr langen Anreisen zurück und waren nur zweimal in Spanien unterwegs. Aber als sie zweieinhalb Jahre alt war, machten wir die erste Fernreise als Familie. Luzie war von Anfang an ein echtes Reisekind. Lange Flüge und fremde Umgebungen haben sie kaum aus der Ruhe gebracht. Deswegen hat das Reisen mit Kind auch immer richtig viel Spaß gemacht und wir haben auch vor Fernzielen nicht zurück gezuckt. Ja, ich glaube, wir haben uns gegenseitig angesteckt und außerdem das Reise-Gen an unsere Tochter vererbt. In diesem Sommer verreist sie übrigens das erste mal ohne uns nach Südengland. Ein neuer Lebensabschnitt hat jetzt ganz eindeutig begonnen!




Eure Tochter Luzie ist ebenfalls immer mit von der Partie. Wann habt ihr die erste "größere" Reise mit ihr gemacht und hattet ihr bedenken, dass Luzie schnell von der langen Anreise oder dem Sightseeing genervt sein könnte?

Ups, jetzt habe ich die Frage eben schon halb beantwortet! Wie bereits erzählt, haben wir die erste Fernreise gewagt, als Luzie zweieinhalb war. Es ging in die Karibik nach Barbados und Saint Lucia. Eigentlich hatten wir nie so richtig Angst, sie würde lange Flugreisen nicht meistern. Wir hatten immer einen Teil Handgepäck nur für sie. Gefüllt mit Spielzeug, Malstiften, Büchern und ihrem lebenswichtigen Nili-Kuschelkissen darin, das sie heute noch überall mit hin nimmt. Stephan und ich kümmerten uns abwechselnd und zwischendurch schlief sie auch mal. Ich will gar nicht auf dem Busch klopfen, aber es gab eigentlich nie die typischen Kleinkind-Ausraster. Vielleicht auch, weil wir einfach keinen Schiss davor hatten. In den vielen Jahren, in denen wir als Familie unterwegs waren, haben wir ganz oft beobachtet: je entspannter die Eltern, desto entspannter die Kids. Gerade im Flieger!


Ich erinnere mich an einen langen Flug nach Bali. Da war sie 5 Jahre alt. Wir hatten schon einen unendlich viele Stunden auf dem Buckel und hatten auch noch einen lästigen fünfstündigen Zwischenstop in Kuala Lumpur, bevor wir überhaupt ankommen sollten. Während wir vor Erschöpfung und blöder Warterei fast am Rad drehten, entdeckte Luzie den Sky Train zwischen den Terminals. Den fuhren wir dann stundenlang hin und her und sie amüsierte sich wie Bolle, während wir fast im Stehen einschliefen. Seit ihrer ersten Fernreise hat sie ganz schön viel gesehen, dafür, dass sie erst 14 ist. An Einiges erinnert sie sich leider nicht mehr, weil sie einfach noch zu klein war. Da helfen dann unsere vielen Fotos auf die Sprünge.

Was das Sightseeing betrifft, war das mit unserer Tochter eigentlich auch nie ein Problem. Wir haben einfach zugesehen, dass auch für sie etwas Spannendes dabei ist und haben ihr ihre Pausen gegönnt. Wenn man bei den Lütten eine Antenne für Hunger und Müdigkeit hat und darauf Rücksicht nimmt, ist das doch eigentlich schon die halbe Miete! Als Luzie so ca. 6 Jahre alt war, haben wir ihr dann eine eigene Kamera geschenkt – eine alte Kompaktkamera aus meinem Fundus. Das war eine super Sache und ich kann sie nur allen Eltern empfehlen. Auf der Jagd nach tollen Fotomotiven kann sich ein kleiner Mensch auch schon so sehr begeistern, dass er/sie jeden gelaufenen Meter gleich vergisst. Luzie hat nicht nur die Gegend fotografiert, sondern auch immer ihren kleinen Reisekumpel „Eselchen“. Mit ihren Eselchen-Fotos hatte sie sogar schon mal eine Ausstellung in einem Museum (genauer gesagt in dem, in dem ihre Oma arbeitet ;).




Haben sich eure Reisegewohnheiten, seitdem Luzie dabei ist, stark verändert?

Ja, natürlich. Aber auch irgendwie nicht so stark, wie man es meinen sollte. Die größte Veränderung war sicherlich, plötzlich eine enorme Verantwortung zu haben, wenn man mit seinem Kind verreist und nicht mehr allein. Aber das ist ja eine Herausforderung, der man sich als Eltern sowieso jeden Tag stellen muss. Die nimmt man am besten einfach an und glaubt daran, dass auf jeden Fall alles gut verläuft. Wir sind von Natur aus Optimisten. ;)

Wir haben allerdings tatsächlich angefangen, mehr zu planen, da wir ja unsere Urlaube selten die ganze Dauer über an ein und dem selben Ort verbringen. Ohne vorherige Buchung von Unterkünften unterwegs zu sein und spontan zu gucken, wo vielleicht was geht, das wollten wir nicht mehr. Die Situation mit einem müden, hungrigen Kleinkind auf Zimmersuche zu sein, wollten wir uns immer gern ersparen. Klar waren wir so fortan unflexibler, aber dafür hatten wir weniger Stress. Das ist übrigens auch bis heute, jetzt mit Teenager, viel wert.

Ansonsten haben wir einfach immer zugesehen, dass alle zufrieden sind. Sowohl unsere Tochter mit ihren kindlichen Bedürfnissen, aber auch wir als Erwachsene. Es mussten für jeden von uns Highlights dabei sein und wir haben nie aus unseren Reisen eine Veranstaltung gemacht, die nur an Kinderbedürfnisse angepasst war. Da kann man uns gern egoistisch nennen, aber es ging immer auch darum, was wir gern wollten und nicht nur darum, was dem Kind vielleicht Spaß macht. Das klappte von Anfang an erstaunlich gut und alle waren, und sind nach wie vor, happy damit.




Ist bei euch bei der Urlaubsplanung jeder gleichberechtigt und wann wird damit immer gestartet?

Klar wollte unsere Tochter ab einem gewissen Alter gern mitreden, wohin der nächste Urlaub gehen soll. Da sie schon ganz schön weit herumgekommen ist, hat sie da natürlich eine ganz eigene Meinung. Ich bin nicht sicher, ob man das gleichberechtigt nennen sollte, denn am Ende haben wir dann doch das letzte Wort. Aber wir diskutieren unsere Ziele nun schon eine ganze Weile zu dritt.

Manchmal sind wir uns ziemlich schnell einig, manchmal nicht. Und manchmal kommen wir auch auf Umwegen zum Ziel. So stand zum Beispiel vor ein paar Jahren Madagaskar ganz hoch im Kurs. Als wir feststellten, dass eine Rundreise viel mehr Organisation als üblich benötigte und uns die Zeit dafür weglief, kamen die Seychellen ins Spiel. Am Ende wurde es dann ein Roadtrip durch Kanada und Neuengland! Kanada war Luzies Idee! Nicht sehr geradlinig, aber so läuft das manchmal hier. Auch London im letzten Herbst war der Wunsch unserer Tochter.


Eine Reise bei der wir uns direkt alle einig waren, war unsere Safari in Tansania. Darauf hatten wir jahrelang schon gewartet. Vor allem deshalb, weil wir wollten, dass Luzie alt genug ist, die ganzen Erlebnisse auch in Erinnerung zu behalten und nicht zuletzt auch groß genug, um mit solchen Dingen wie einer Malaria-Prophylaxe klar zu kommen.

Gestartet wird mit der Planung für den großen Familienurlaub im Sommer eigentlich immer zu Beginn des neuen Jahres. Allerdings kann sich das ganze Prozedere dann bei uns auch schon mal Monate lang hinziehen. Da sind wir nicht die Schnellsten. Weil wir eigentlich nie pauschal buchen und unsere Trips meist mit etlichen Zwischenstationen selbst zusammen basteln, kann sich das manchmal ganz schön hinziehen. Aber wir sind dann jedes Mal heilfroh, wenn wir alles in trockenen Tüchern haben und uns nur noch vorfreuen müssen.




Was sagst du zu Familien, die aus Gewohnheit seit zig Jahren immer am selben Fleckchen ihren Urlaub verbringen?

Natürlich würde ich denen sehr gerne sagen, das das ein großer Fehler ist und dass sie furchtbar viel verpassen. Aber auch das kann man eben nicht pauschal! Ich werde mich hüten, den Leuten sagen zu wollen, wie sie ihren Urlaub zu verbringen haben. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich und jeder hat seine ganz eigene Vorstellung von seinem persönlichen Traumurlaub.

Doch wenn diese Leute es nur deswegen tun, weil es bequem ist und weil sie Angst vor Fremdem und Neuem haben, kann ich tatsächlich nur sagen: Tut euch selbst einen Gefallen und traut euch! Wie heißt es so schön? „Life begins at the end of your comfort zone“ und da ist eine Menge Wahres dran. Wenn man sich dann mal darauf einlässt, wird man höchstwahrscheinlich feststellen, dass neue Erlebnisse einen viel mehr bereichern, als liebgewordene Gewohnheiten. Auch als Familie!




Ihr habt in den letzten Jahren schon viele nahe und ferne Länder besucht, welche dieser Destinationen ist dir besonders gut in Erinnerung geblieben?

Oh, das ist eine Frage, die ich so schwer beantworten kann. Alle eigentlich, denn alle hatten ihren ganz eigenen Charme und sind kaum miteinander zu vergleichen. Aber wenn ich mich schon festlegen muss, war es wohl unsere Safari in Tansania, die uns emotional am meisten bewegt hat. Die Tiere so hautnah erlebt so haben, bringt mich heute noch zum heulen. Überhaupt haben uns Tierbegegnungen immer sehr beeindruckt. Auf der Isla Holbox in Mexico sind wir einmal mit einem Walhai geschwommen. Dieses unglaubliche Erlebnis werden wir drei wohl ebenfalls nie vergessen.

Andererseits sind wir auch echte Großstadt-Fans. Für uns geht nichts über New York. In diesem Herbst werden wir zum fünften mal dort sein und freuen uns jetzt schon wie verrückt auf unsere Lieblingsstadt.




Letzte Frage: Wohin verschlägt euch eure nächste Reise?

Wir sind eigentlich gerade erst aus einem Skiurlaub im schweizer Davos zurück. Es war schön, endlich mal wieder im Schnee zu sein. Davon haben wir ja in den letzten Jahren in Norddeutschland ja leider nicht mehr so viel.

Im Mai werden wir dann ein paar Tage in Holland verbringen und auch ein verlängertes Wochenende an der Ostsee, ganz um die Ecke. In den Sommerferien geht Luzie, wie bereits erzählt, das erste Mal allein auf Reisen. Sie macht mit ihrer Freundin eine Sprachreise nach Südengland. Und weil es das Praktischste war, haben wir unseren Sommer-Familienurlaub einfach darum herum geplant. Stephan uns ich werden mit dem Auto nach England nachreisen und das erste Mal seit Luzies Geburt eine Weile allein reisen. Eine ganz neue Erfahrung nach so langer Zeit zu dritt! Ich gestehe, ich freue mich auch schon sehr auf die Zeit zu zweit. Danach sammeln wir dort unsere Tochter ein und setzen unseren Roadtrip zu dritt durch Cornwall fort. Wir sind schon sehr gespannt, wie das so wird. Naja, und im Herbst steht dann eben New York zusammen mit unseren besten Freunden an. Darauf freuen wir uns ebenfalls sehr.


Wer weiß, was dazwischen noch so spontan passiert... und wenn ich ehrlich bin, denken wir schon längst über das Reisejahr 2017 nach ! ;) 

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