Verona: Mit dem Nachtzug nach Italien

Auf der Suche nach einer Stadt, die von Österreich aus leicht zu erreichen ist und nicht allzu großen Reiseaufwand für ein Wochenende bedeutet, kamen wir auf die romantische Stadt Verona in Italien. Zur Auswahl stand noch Mailand, da wir unbedingt mit dem Nachtzug der ÖBB anreisen wollten, und Mailand sich hierfür ausgezeichnet eignet. Verona war sozusagen die zweite Wahl, was wir aber keineswegs bereuten.


Anreise mit dem Nachtzug

Der Nachtzug nach Verona war schnell und einfach gebucht. Ich fuhr Mittwochabend um 20 Uhr von St. Pölten ab, meine Freundin A. stieg in Salzburg dazu. Insgesamt bezahlte ich 158 Euro für beide Strecken. Wir buchten zwei Plätze in einem 6-Bett-Liegewagon und teilten uns das Abteil bei der Hinfahrt mit zwei Geschäftsleuten. Im Abteil liegen Polster und Decke bereit, ein kleines Frühstück kurz vor Ankunft war ebenfalls inkludiert. Die Zugfahrt war anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, man muss sich einfach an den Lärm und das Ruckeln gewöhnen. Anfangs hatte ich auch ständig Angst, runter zu fallen. Wir belegten nämlich die beiden oberen Liegen. Nach nur kurzer Zeit fühlten wir uns aber wohl und machten uns bereit für die Nacht. Die Rückfahrt hingegen war völlig problemlos, wir stiegen bereits im Schlabberlook und mit geputzten Zähnen in den Zug und kamen halbwegs (die Grenzkontrolle ausgenommen) ausgeruht in Salzburg an. Bei einer Fahrt mit dem Nachtzug muss einem bewusst sein, dass man vermutlich nicht den besten Schönheitsschlaf bekommt. Nichtsdestotrotz ist es eine praktische Alternative, die mit einigen Abstrichen auch durchaus zu empfehlen ist. Es war für uns eine Art Abenteuer, das wir gemeinsam erleben wollten und auch jederzeit wieder machen würden. Tipp: Vorab bereits in die Schlaf-Klamotten schlüpfen, sich gegebenenfalls abschminken, die Zähne putzen etc. – somit erspart man sich das im relativ engen Abteil und muss dafür nicht die enge Zugtoilette benutzen.

Vorteile: Anfahrt zum/vom Flughafen entfällt, Frühstück inkludiert, Liege statt Sitz, mehr Platz als im Flieger (gerade für größere Leute ideal), keine Gepäcksbeschränkungen (Flüssigkeiten!), Sicherheit (das Abteil kann abgeschlossen werden)
Nachteil: Fahrtlärm, trockene Luft im Zug/Zugluft bei offenem Fenster, für große Gepäckstücke ist dennoch wenig Platz, den Preis fand ich relativ teuer – da es aber leider keine ideale Flugverbindung gab, nahmen wir das in Kauf


Unterkunft

Wir buchten über booking.com ein Apartment direkt im Zentrum, welches einerseits durch die tolle Lage, andererseits durch gute Bewertungen ins Auge stach. Vom Bahnhof aus liefen wir ca. 20 Minuten zur Unterkunft. Das B&B Al Filarmonico liegt nur wenige Meter von der Arena entfernt, bietet drei Zimmer und drei Bäder. Das Frühstück ist vielfältig und es ist von Croissants, Joghurt, Toast, Schinken/Käse bis Obst und süßen Köstlichkeiten alles dabei. Das WLAN ist in der ganzen Unterkunft kostenlos. Ein wesentlicher Vorteil war, dass wir bereits gegen 8 Uhr unser Gepäck abstellen durften und am Abreisetag sogar bis 22 Uhr einen Hausschlüssel hatten. Somit konnten wir den letzten Tag unkompliziert ohne Gepäck durch die Stadt laufen und uns vor Abreise nochmal frisch machen.

Sehenswürdigkeiten

Um ehrlich zu sein, recherchierten wir vor Abreise nicht sonderlich bezüglich Sehenswürdigkeiten oder Gebäuden/Museen, die man in Verona unbedingt sehen muss. Der Plan war, einfach drauf los zu laufen, durch Gassen zu schlendern, in netten Cafés leckeren Kuchen zu essen und eher auf die kleinen, unscheinbaren Details zu achten. Gesagt, getan. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten waren für uns die Arena, das Haus der Julia und diverse Plätze zum Flanieren und Bummeln. Trotz trüben und teils regnerischem Wetter ließen wir uns nicht davon abhalten, die Stadt zu erkunden und mussten feststellen, dass Verona auch ohne strahlendem Sonnenschein bezaubernd ist. Zum Glück hat sich am letzten Tag unseres Aufenthalts doch noch die Sonne blicken lassen, was natürlich alles in noch besseres Licht rückt.


Da wir zufällig zum Faschings-/Karnevalswochenende dort waren, gab es am Samstag tagsüber ein großes Fest mit Umzug im Zentrum, lauter Musik, grölenden Teenagern und natürlich einem wahnsinnigen Menschenauflauf. Wir versuchten, dem so gut wie möglich zu entkommen und liefen dadurch an diesem Tag vor allem in den kleinen Seitengassen herum. Was für uns sehr irritierend war: Teenager beschossen sich gegenseitig mit Eiern und Mehl – ihr könnt euch nicht vorstellen, wie verschmutzt und dreckig nicht nur die Menschen selbst, sondern auch das Zentrum an diesem Tag aussahen. Gegen Abend löste sich der Spaß dann langsam aber sicher auf und die Putztrupps nahmen ihre Arbeit auf. Falls man also wie wir nicht viel von Karneval hält, sollte man sich eventuell ein anderes Reisedatum aussuchen.

Arena di Verona: die Arena ist wohl die eindrucksvollste Sehenswürdigkeit von Verona, ein Muss für Fans von klassischer Musik, das Theater kann besichtigt werden und soll sehr beeindruckend sein, wir haben es zu Fuß umrundet und von außen bestaunt.


Piazza Brà: dieser Platz ist sozusagen der Eingang zur Altstadt, hier befindet sich auch die Arena, ein netter Park und rund herum gibt es unzählige Restaurants. Wir haben uns hier mal ein Eis gegönnt, auf einer der vielen Parkbänken Platz genommen und das Treiben beobachtet.

Case di Giulietta: das Haus der Julia ist weltbekannt und dementsprechend überlaufen, dennoch sollte man es gesehen haben, wenn man in Verona ist. Die Wände auf dem Weg zum Hinterhof sind voller Unterschriften und zeigen von den vielen Besuchern. Im Hof steht die Julia-Statue und man kann kostenpflichtig auch auf den Balkon, wenn man zum Beispiel ein Foto davon haben möchte. Unser Glück war das trübe Wetter, denn wir konnten ungestört Fotos machen und uns die vielen Unterschriften ansehen.


Piazza della Erbe: ein wunderschöner Platz, der zu jeder Tageszeit sehenswert ist – hier kann man am Markt einkaufen oder einfach nur beobachten und verweilen, es gibt viele Restaurants und Cafés, direkt dahinter befindet sich die Piazza die Signori.

Via Mazzini: 
eine sehr belebte Einkaufsstraße, die die Piazza Bra mit der Piazza della Erbe verbindet – hier reihen sich Modegeschäfte und Eisdielen aneinander (auch wir kamen nicht drum herum und verloren uns in einigen Geschäften *oops*)


Natürlich gibt es noch viele andere bedeutungsvolle Sehenswürdigkeiten in und rund um Verona. Da wir uns aber meist einfach nur treiben lassen haben und ohne Reiseführer da waren, kann ich dazu keine weiteren Informationen bieten.

Kaffee, Kuchen & „Cioccolata calda“

Das wohl wichtigste, wenn ich mit meiner Freundin A. unterwegs bin, ist Kaffee. Ihr kennt bestimmt diese Menschen, die ohne Kaffee am Morgen schier unerträglich sind. Liebe A., nichts für ungut, aber du bist einer davon :-) Natürlich wissen wir beide darüber Bescheid und zelebrieren dementsprechend auch die Kaffeestunde am Nachmittag. Aus diesem Grund hat meine liebe Freundin bereits vorab kleine, süße Cafés gesucht und viel recherchiert. Auch über die berühmte italienische heiße Schokolade hat sie mich aufgeklärt, und dass ich unbedingt eine probieren müsse. Anfangs skeptisch, bin ich nach diesem Italien-Urlaub nun ein hoffnungsloser Fall, was Cioccolata calda bianca angeht.

Caffe Borsari: vorbei an der Piazza della Erbe auf die Corso Porta Borsari, noch ein paar Schritte, fast vorbei gelaufen… Hier befindet sich das zuckersüße, winzige Caffe Borsari, welches eine riesen Auswahl an Kaffee bietet. Es gibt nur wenige Sitzplätze und insgesamt haben auch nur sehr wenige Leute auf einmal Platz. Viele Italiener trinken am Tresen einen schnellen Espresso, während wir einen der wenigen Plätze ergattern konnten und uns die bekannte heiße Schokolade gönnten. Mein erstes Mal Cioccolata calda mit weißer Schokolade – köstlich! Eines ist sicher, ich werde nie wieder herkömmliche heiße Schokolade in Österreich oder sonst wo trinken. Trotz der völlig überladenen Deko herrscht hier richtige italienische Atmosphäre, mit zuvorkommenden und sehr hilfsbereiten Service. Es hat uns so gut gefallen, dass wir kurz vor Abreise nochmal hinmussten.



Caffe Wallner: hier waren wir während des Karnevalumzugs und wir kamen zum richtigen Zeitpunkt, einige Minuten später war es nämlich brechend voll und dementsprechend laut, da all die verkleideten Menschen Schutz vor dem Regen suchten. Das Caffe hat eine unglaublich große Auswahl an Kuchen und Kleingebäck, Kaffee, Tee und sogar Eis für die kleinen Gäste. Das Personal war sehr freundlich und auch die Kuchen haben uns besonders gut geschmeckt. Das Caffee Wallner lag genau zwischen unserem Apartment und dem Piazza Brà.

Pasticceria Flego: gleich am ersten Tag kamen wir in diesem kleinen, netten Café vorbei und gönnten uns ein richtig leckeres Frühstück – ich hatte sowohl ein herzhaftes Croissant als auch Süßgebäck und wir tranken köstlichen Kaffee. Es gibt einige kleine Sitzgelegenheiten, eine große Auswahl an Getränken und Kuchen sowie kostenloses WLAN.

Bevorzugt ihr eher eine Anreise mit dem Flugzeug oder könnt ihr euch auch eine Fahrt mit dem Nachtzug vorstellen? War schon jemand in Verona und wie hat es euch gefallen?



Ich hoffe, euch hat mein erster Gastbeitrag hier auf chamy travels gefallen.
Liebe Grüße
Bianca

Hamburg: Strand Pauli & andere nette Frühstückslokale

Heute wird es lecker, denn ich möchte euch ein paar nette (Frühstücks)-Locations in Hamburg empfehlen. Eine Zeit lang war ich ja sehr, sehr oft in der Hansestadt unterwegs, konnte demnach auch das ein oder andere Lokal ausprobieren und möchte euch daher nun meine Hotspots empfehlen.


Ein Klassiker und für mich bei jedem Hamburg-Besuch ein Muss: Strand Pauli! Seit einigen Jahren ist der bekannte Beachclub an der Elbe – mitten im Hafen von Hamburg – das ganze Jahr für seine Besucher geöffnet. So kann man nicht nur im Sommer mit einer kühlen Caipirinha in der Hand, sondern auch im Winter – dick eingekuschelt in einer Decke – den Abend ausklingen lassen. Da Strand Pauli nur wenige Minuten von den Landungsbrücken und dem berühmten Fischmarkt entfernt liegt, muss man sich gerade an lauen Sommerabenden, um die Plätze streiten. Hat man dann aber endlich mal ein Plätzchen erhascht, wird man mit einer grandiosen Industrie-Romantik, leckeren kühlen Drinks und auch gutem Essen belohnt. Im Winter darf man sich hingegen über sättigendes BBQ bis hin zu einer hochklassigen Fonduezeremonie freuen. Wärmender Glühwein und ein heißer Tee dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen! Besonders toll finde ich Strand Pauli aber auch frühmorgens nach einem Fischmarktbesuch. Um diese Uhrzeit ist es noch relativ ruhig und man kann gemütlich bei einem Kaffee und leckerem Frühstück den Vormittag genießen. Neben dem grandiosen Bircher Müsli, kann ich auch den "Großen Pauli", eine Frühstücksplatte mit diversen Wurst- und Käsesorten, Quark, Marmelade, Ei & Co. empfehlen. Für knapp 11 Euro (Getränke sind allerdings nicht dabei) sind wir eigentlich immer zu Zweit satt geworden.


Café & Bistro Pauline

Das kleine süße Bistro am Pferdemarkt ist eine super Anlaufstelle für Brunch-Fans. Neben dem normalen Frühstück à la carte gibt es Sonntags auch ein abwechslungsreich Brunch-Buffet mit frische Waffeln, Wurst- & Käseplatten, diversen Salaten und und und...

Mamalicious

Für all nene, die "american breakfast" lieben, warden eine Freude im Mamalicious haben. Neben den leckeren Sandwiches sind besonders die fluffigen Pancakes zu empfehlen.

Café Hüftgold

Im dem charmanten Café Hüftgold kommt sogar der Langschläfer zu seinem Frühstück, da dieses täglich bis 18:00 serviert wird. Neben dem dem üppigen "Sonntags-Frühstück", gibt es für Naschkatzen auch ein süßes Frühstück und auch Veganer kommen hier nicht zu kurz!

Zuckermonarchie

Die Zuckermonarchie ist eigentlich kein typisches Frühstücks-Café, sondern ein mädchenhafter "Cupcake & Sweets" Traum. Trotzdem kann man in dem pastellig eingerichteten Café am Wochenende lecker Frühstücken. Denn dann kann zwischen verschiedenen Varianten gewählt werden: Vom "Prince George", dem kleinen Frühstück mit zwei Croissants, hausgemachtem Fruchtaufstrich und Obst bis hin zu „Katharina die Große“, mit verschiedenen Brötchen, Obst, Avocado, Eier, Joghurt und frischem Orangensaft.

Literaturhauscafé

Wer nach einem morgendlichen Alsterspaziergang Hunger hat, dem kann ich das Literaturhauscafé in der prachtvollen Villa am Schwanenwik empfehlen. Ich war dort in der Weihnachtszeit und habe mich in der festlich geschmückten Jugendstilvilla wie eine kleine Prinzessin gefühlt. Das Frühstück war lecker, die Portionen allerdings recht klein gehalten und für das edle Ambiente bezahlt man auch seinen Preis.

Italien/Südtirol: Frühlingsgefühle im Winter-Wonderland auf dem Ritten

Nochmal in den Schnee: ein kleiner Ausflugstipp mit Kindern

Vergangenes Wochenende haben wir uns entschieden das herrliche Kaiserwetter für einen letzten Ausflug in den Schnee zu nutzen, denn die Temperaturen am Berg sind zur Zeit einfach nur traumhaft.
Traumhaftes Bergpanorama vom Wanderweg in Richtung Rittner Horn
Zugegebenermaßen sind wir erst recht spät von Zuhause weggekommen, aber jeder der Kinder hat weiß, wie man mit Kleinkind die Zeit schnell aus den Augen verliert, wenn man nicht alles exakt durchgeplant hat. Und naja, zur Sorte „Exaktedurchplaner“ gehören wir nun wahrlich nicht. Also, gegen 13 Uhr starten wir dann endlich in der Nähe von Meran in Richtung Ritten. 
Frühlingshafte Temperaturen beim Anstieg
Man erreicht das Hochplateau ganz bequem mit der Rittner Seilbahn von Bozen aus oder man fährt mit dem eigenen Auto bis nach Pemmern. Dort startet auch die Bergbahn Rittner Horn, welche direkt zur Schwarzseespitze hinaufführt. Wir fahren mit dem Auto jedoch noch ein Stückchen weiter und gelangen zu einem kleinen Waldparkplatz. Jetzt heißt es aussteigen, Bergschuhe an, Kind einpacken, Rodel nicht vergessen und ab geht es in den Winterwald! Wir wandern auf Weg Nr. 4 in Richtung Rosswagen bis zum Unterhornhaus. Angeschriebene Gehzeit 1,5 Std. Mein Mann und ich müssen lächeln, wir kalkulieren großzügig mal eine halbe Stunde mehr dazu und erinnern uns an frühere Zeiten, an denen wir diese halbe Stunde abgezogen hätten. Aber mit einem Zweijährigen wird die Winterwanderung zu einem spannenden Erlebnis: zuerst wird motiviert losgestapft, dann muss Überzeugungsarbeit geleistet werden, doch noch ein Stückchen weiter zu gehen, dann bekommt der kleine Mann Durst und man muss die Flasche aus dem Rucksack kramen, noch schnell ein Taschentuch für die laufende Nase und es kann weitergehen. 5 Minuten später hat der Kleine nun wirklich keine Lust mehr, wer kann es ihm verübeln, die kleinen Füßchen versinken fast im Schnee und er will auf Papas Schultern. Papa bekommt 10 Minuten später zu warm. Die Jacke muss ausgezogen werden und kommt dann in Mamas Rucksack, der damit nicht leichter wird. 

Wo ist der Spielplatz?

Kurz darauf sichtet der kleine Mann ganz überzeugt einen Spielplatz im Wald. Sicher?, fragen wir nach. Ja, ganz sicher, kommt die Antwort. Und wieder muss man den Kleinen überzeugen, dass im dichten Wald kein Spielplatz für Kinder steht. Plötzlich hat sich der Zweijährige entschieden, dass er sich auf die Rodel setzen will und samt Keksen in der Hand gezogen werden möchte. Zum Glück übernimmt das wieder Papa. Und irgendwie, ich bin selbst erstaunt, sind wir dann schon fast da. Den Wald haben wir mittlerweile hinter uns gelassen und wir erreichen das Hochplateau. Vor uns tut sich endlich der Panoramablick auf, auf den wir die ganze Zeit gewartet haben. Hier erfreut sich nicht nur im Sommer das Wanderer-Herz, nein, auch der gegenwärtige Ausblick auf die faszinierende Winterbergwelt lässt mein Herz schneller schlagen. Schnell wird die Kamera gezückt um das Winterpanorama einzufangen. Sogar der Sohnemann ist still. Für einen kleinen Moment. Als ich zu ihm blicke, sehe ich jedoch wie er gerade versucht seine Sonnenbrille im Schnee zu vergraben. Ich muss grinsen. Okay, für einen kurzen Moment gönne ich meinem Mann und mir noch einmal den gigantischen Ausblick. Es ist Mucks-Mäuschen still. Man hört nur das leichte Rauschen des Windes in den einzelnen Tannenbäumen. Ansonsten sind nur mehr einige Latschenkiefer zu sehen, die ganz leicht schneebedeckt sind. Wir saugen die eiskalte klare Winterluft gierig in unsere Lungen und Energie durchströmt unsere Körper. Diese wenigen Minuten in dieser Ruhe können fast mit einem Urlaub mithalten, ob man es glaubt oder nicht. Ich schaue in Richtung des Rittner Horns. Heute werden wir nicht ganz hinauf gehen, aber das Unterhornhaus, unsere Einkehr ist nicht mehr weit.
Nur ein kleiner Teil des 360° Panoramarundblicks auf die verschneiten Gipfel

Fast am Ziel: dem Unterhornhaus

Wir überreden unseren Sohnemann dazu noch einmal auf den Schlitten zu steigen und befreien die Sonnenbrille vom Schnee, bevor wir wieder aufbrechen können. Und mit dem Versprechen gleich einen Strudel zu essen zu bekommen, ist auch hoffentlich auch das Thema vom Spielplatz vom Tisch. Eltern wissen was ich damit meine! Keine 20 Minuten später sind wir dann endlich am Ziel: dem Unterhornhaus auf 2.044 m. Wir holen uns den obligatorischen Südtiroler Apfelstrudel mit ganz viel Sahne, zusammen mit einem Weizencolabiergemisch und einem italienisch angehauchten Veneziano-Spritz. 
Südtiroler Apfelstrudel mit Sahne und einem Veneziano-Spritz
Dann lassen wir uns auf der windgeschützten Sonnenterrasse nieder und genießen die selige Ruhe. Es ist gar nicht kalt, denn durch die vielen Sonnenstunden hat sich die Luft frühlingshaft erwärmt und wir können Mützen und Jacken ausziehen. Der Tagesrummel ist bereits vorüber, die Skifahrer und Wanderer haben sich schon auf dem Nachhauseweg gemacht. Zum Glück für uns! Das 360° Panorama auf verschneite Bergspitzen rundum ist pure Faszination. Wir halten unsere Gesichter in die Sonne und sagen erst einmal nichts. Angenehme Wärme durchströmt unsere Körper. Die Stille wird von einem lauten Schmatzen durchdrungen, dem wir aber auch ohne die Augen zu öffnen entnehmen können, dass unser Söhnchen nun rundum zufrieden ist. Was kann es denn Schöneres geben!

Aufbruchstimmung

Wir merken, dass die Sonne langsam schwächer wird, es ist 17.15 Uhr. In ca. 60 Minuten wird sie auch auf dem Hochplateau unter gehen. Also machen wir uns auf den Heimweg. Runter geht es ja bekanntlich immer schneller als hinauf und dank der fortgeschrittenen Stunde sind nur mehr vereinzelte Wanderer und Skifahrer unterwegs. Blitzschnell sausen wir mit dem Schlitten über die Pisten. Unserem Sohnemann gefällt’s und sein Lachen und Juchzen ist ansteckend. Und der Spielplatz ist jetzt wirklich ein für alle Mal vergessen. 
Gleich kommt die große Abfahrt, doch ein Stückchen zieht uns Papa noch
Wir halten noch für ein – zwei kurze Fotos und dann sind wir ruckzuck wieder am Parkplatz. Der Kleine ist mittlerweile auch verdächtig ruhig geworden und es dauert nicht lang, da schläft er in seinem Autositz tief und fest und träumt vermutlich von Sonne und Schnee und vermutlich auch von einem Spielplatz. Mein Mann drückt meine Hand und lächelt. Wir sagen nichts und lassen den wundervollen Sonnentag in Stille ausklingen.
Die letzten Sonnenstrahlen sind nur mehr schwach. Bald geht auch am Hochplateau die Sonne unter.
Ich würde mich sehr freuen, wenn mein kleiner Gastbeitrag euch vielleicht bei eurem nächsten Südtirol-Aufenthalt eine kleine Ausflugs-Inspiration geben kann. Sommer wie Winter, mit oder ohne Kinder! :-)
Herzliche Grüße
Manuela

Rumänien: Transfăgărăşan - die schönste Straße der Welt

Meine Zeit in Sibiu

Während meiner Ausbildung war ich für vier Wochen als Urlaubsaushilfe in Sibiu (Hermannstadt) in Rumänien eingesetzt. Das war eine absolut tolle Zeit. Ich habe mich in Land und Leute verliebt und unwahrscheinlich viele tolle Erfahrungen mit nach Hause genommen.
Der schlechte Ruf, den Rumänien hier genießt ist absolut ungerechtfertigt!
Jeder der hier herkommt wird die rührende Herzlichkeit der Rumänen selbst erleben.
Aber nicht nur menschlich hat Rumänien ein ganze Menge zu bieten. Auch die wunderschönen historischen Städte und vor allem die atemberaubende, weitläufige Landschaft, die einen in Rumänien begegnet raubt dir den Atem.


Die Gebirgsstraße Transfagarasan 

Die Transfagarasan ist eine der berühmtesten und wohl die schönste Straße der Welt.
Sie ist ein Gebirgspass durch die Kaparten, die bereits in den 70er-Jahren gebaut wurde.
Die Straße ist über 100km lang und führt bis auf über 2000 Metern Höhe. Ein endloses Gekurve gespickt mit atemberaubenden Aussichten.
Auf dem höchsten Punkt der Straße befindet sich der Balea Lac, ein Gebirgssee.
Und sogar die Jungs der TV-Serie "Top Gear" sind die verschnörkelten Serpentinen schon mit einem Ferrari entlang geheizt und waren begeistert von dieser Kulisse!


Der Weg zur schönsten Straße der Welt

Ich habe von Sibiu aus die Karpaten schon eine ganze Weile am Horizont in der Ferne bestaunen können, bis wir endlich den Firmenwagen ausleihen und uns auf den Weg ins Gebirge machen konnten.

Der alte Mercedes Vito der Firma, den wir erst skeptisch entgegen nahmen, war im nach hinein das richtige Vehikel für unsere Tour. (Auch wenn die Warnung der Kollegen, dass die Bremsen leicht überhitzen und dann nicht mehr funktionieren uns etwas beunruhigte) ;-)


Schon der Weg von Sibiu zur Transfagarasan war ein kleines Abendteuer für sich, da die Beschilderung mangelhaft war, kamen wir öfter von unserem Weg ab. (Was auch daran lag, dass wir Schotterpisten nicht als offizielle Straßen wahrnahmen und wendeten, weil wir dachten wir hätten uns verfahren. Die Schotterpisten sind aber sehr wohl Teil der offiziellen Straße zu Transfagarasan)
Auf der Strecke passiert man viele kleine Dörfer. Man sieht die abstraktesten Dinge auf der Straße, so wie einem Pferdegespann beladen mit Autoteilen oder einer Kutsche mit einem deutschen künzelsauer Nummernschild, worüber wir uns sehr wunderten.

Autofahren in Rumänien ist eh so ein Thema für sich und nicht mit unserer Vorstellung davon zu vergleichen. Wenn man Pech hat steht ein Esel stur mitten auf der Straße und lässt sich auch von Hupen nicht beirren, so dass man über den Acker ausweichen muss. Ach wer in Rumänien Auto fährt, der kann endlos Geschichten erzählen.


Endlose Kurven

Trotzdem erreichten wir nach einer gefühlten Ewigkeit die Transfagarasan und das Gekurve begann. Es war gut, dass wir zu Zweit waren und uns mit dem Fahren abwechseln konnten. Mit der Zeit macht des Gegurke nicht nur keinen Spaß mehr, sondern wird auch anstrengend. (Obwohl mit dem Ferrari von Top Gear wäre das bestimmt was anderes wie mit unserem Vito. Ich frage mich gerade, wie die mit dem Auto die Straße bis zur Transfagarasan gemeistert haben ...)

Wir machten viele Pausen, für Fotos und einfach um die Landschaft auf uns wirken zu lassen. Unterwegs sind auch immer wieder kleine Märkte, wo Rumänen ihren Käse und andere selbstgemachte Waren verkaufen. Außerdem sieht man öfter Schafsherden, Schweine die sich am Straßenrand suhlen, Pferde und sogar Kühe.



Balea Lac 

Irgendwann kamen wir dann auch endlich am Balea Lac an und beschlossen uns in der Gaststätte bei einem Kaffee etwas aufzuwärmen. Da es Hochsommer und eigentlich extrem heiß war unterschätzen wir die Kälte, die uns in 2000 Metern Höhe erwartete und waren natürlich absolut unpassend gekleidet. Nach dem See ging es durch einen Tunnel auf die andere Seite eines Berges, an dem offensichtlich die Wolken hingen blieben, denn es schüttete wie aus Kübeln. Deswegen ging es dann wieder zurück Richtung Sibiu.


Auf meinem Blog Travelgedengl findet ihr noch mehr über meine Zeit in Rumänien: