Wien: Mein Perfect Day - Backstage beim Musical Bodyguard, Essen im Mama und der Bulle & Übernachten im Astoria

Backstage im ehrwürdigen Ronacher Theater, ein leckeres Steak im neueröffneten "Mama & der Bulle" und einmal im ersten Bezirk Wiens nächtigen?! Das alles durfte ich dank eines aufregenden Tages beim Videodreh mit BePart.Tv erleben und möchte ich heute Revue passieren lassen.


Mit der Limousine zu Mama & der Bulle

Nachdem wir uns alle kurz kennengelernt hatten, brachte uns eine Limousine zu dem neueröffneten Steakrestaurant Mama & der Bulle. Schon beim Betreten erinnerte mich das Lokal irgendwie an das Rinderwahn. Oh Moment mal, liegt vielleicht daran, dass es die selben Inhaber hat. ;-) Aus dem ehemaligen Filmcafé und einer Erdgeschoßwohnung wurde also vor Kurzem das zweistöckige Lokal Mama & der Bulle. Eine Hommage an die Inhaberin Gabriele Huth, die "Mama". Das Konzept: Kleine aber feine Auswahl an Burgern, Steaks und Beilagen zu erschwinglichen Preisen. Ich hatte ein saftiges Flat Iron Steak aus der Schulter mit einem Maiskolben und Pommes und habe mir als Nachspeise noch einen unheimlich leckeren Schokokuchen mit flüssigen Kern gegönnt. Aber nicht nur das Essen hat mich überzeugt, sondern auch die Einrichtung, die bis ins kleinste Detail liebevoll durchdacht ist. Eine offene Küche, warme Holztöne und selbst die Toiletten haben ihren Charme. Für mich definitiv ein Lokal, welches ich in der Wiener Innenstadt empfehlen und auch wieder besuchen möchte! Und das Beste: Nur ein paar Gehminuten entfernt befindet sich auch das Ronacher Theater.


Backstage im Ronacher Theater

Klar, das Ronacher Theater im 1. Wiener Gemeindebezirk kennt man als Einheimischer natürlich. Zig Mal bin ich in den letzten Jahre schon vorbeigelaufen, zig mal wollte ich mir schon ein Musical anschauen, aber zustande gekommen ist es dann doch nie. Umso mehr habe ich mich über die kurzweilige Backstage-Führung mit den interessanten Facts zum ehemaligen Etablissement Ronacher gefreut. Im Rahmen einer Backstage-Führungen erfährt man nämlich nicht nur über die Geschichte des Hauses – nein man darf sogar die Bühne betreten und einen Blick auf die aufwändigen technischen Einrichtungen, die die großen Shows erst möglich machen, werfen. Wusstet ihr z.B. dass das Ronacher Theater rund 750 Mitarbeiter hat und davon fast 60% technisches Personal sind? Oder dass die Theaterkostüme zwischendurch mit Wodka besprüht werden, um sie zu desinfizieren?


Bodyguard - Das Musical

Nach der spannenden Führung und einem Besuch in der Maske hieß es Platz nehmen, um das Musical "Bodyguard" zu genießen. Das Musical basiert – wie die meisten sicher wissen – auf dem gleichnamigen Film mit Whitney Houston und erzählt die dramatische Liebesgeschichte von Superstar Rachel Marron und ihrem Bodyguard Frank Farmer, der engagiert wird als ein unheimlicher Psychopath Rachels Leben bedroht. Anfangs ist das Verhältnis zwischen den beiden extrem angespannt, weil Rachel mit den strikten Sicherheitsvorkehrungen zunächst nur wenig anfangen kann und der Meinung ist, keinen Bodyguard zu benötigen. Nach und nach entwickeln die beiden allerdings Gefühle füreinander, bis es am Abend der Oscar-Verleihung unter den Augen eines Millionenpublikums zum großen Showdown kommt…
Ich muss gestehen ich war etwas skeptisch, da Whitney Houston ja eine ganz großartige Sängerin war, weswegen ich nicht dachte, dass das Musical auch nur annähernd an ihre Stimme und den Gänsehautfaktor ankommen kann. Ich wurde allerdings eines besseren belehrt und war wirklich geflasht von Patricia Meedens (der Hauptdarstellerin) Stimme! Nach einem kurzen Kennenlernen auf der Bühne ging's noch zum Cocktailtrinken, ehe ich mich auf mein bequemes Bett freute.


Austria Trend Hotel Astoria

Die Nacht durfte ich dann im Austria Trend Hotel Astoria auf der Kärntner Straße, nicht weit entfernt vom Stephansdom, verbringen. Das traditionsreiche Jahrhundertwende-Hotel spannt den Bogen zwischen gestern und morgen mit viel Charme, Eleganz und Wiener Flair. Bei seiner Eröffnung 1912 galt das Astoria als modernstes Hotel der Stadt. Über die Jahre beherbergte es zahlreiche in- und ausländische Aristokraten, Diplomaten, berühmte Wissenschaftler und Politiker sowie internationale Bühnen- und Filmstars. Heute bietet das renovierte Hotel alle Vorzüge eines zeitgemäßen 4-Sterne Hotels, versprüht aber trotzdem noch den Altwiener Charme. Ich durfte in einem komfortablen Executive Zimmer nächtigen und war besonders von dem Marmorbad begeistert. Das Frühstück konnte ich leider nicht genießen, da mich das Bett gefangen hielt und mir Schlaf dann doch wichtiger als Essen war. ;-)



Vielen Dank an BePart.Tv und die Vereinigten Bühnen Wien für diesen tollen Tag!

Lost Place: Zeche Zollverein im Ruhrgebiet

Als wir vor circa einem Jahr Familie und Freunden mitgeteilt haben, dass wir von Wien ins Ruhrgebiet ziehen, herrschte große Ratlosigkeit. Ruhrgebiet? Was macht man dort? Ist dort nicht alles grau? Ganz im Gegenteil: es ist sehr grün und es ist immer was los. Und abgesehen von der tollen Lage –nahe zu Holland und Frankreich– hat es mir besonders die Industriekultur  angetan.


Das Ruhrgebiet: grau, schlechte Luft; Image bis heute geprägt von den 50er Jahren, dem Steinkohleabbau und der Stahlindustrie. Dabei ist diese Zeit schon lange vorbei, die zwei letzten aktiven Steinkohlebergwerke schließen noch 2018. Stattdessen ist tatsächlich die Natur ins Ruhrgebiet zurückgekehrt und die ehemaligen Zechen, Bergwerke und Industriegelände werden neuen Bestimmungen zugeführt.


Zu diesen Bergwerken zählt auch die Zeche Zollverein in Essen. Der Kohleabbau wurde bereits 1986 eingestellt, die Zeche, die auf Grund ihrer Symmetrie und Gebäudeanordnung als die schönste überhaupt gilt, wurde unter Denkmalschutz gestellt und 2001 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.


Heute beherbergt die Zeche Zollverein mehrere Museen, Eventlocations und das Besucherzentrum, wo man verschiedene Führungen durch das Gelände buchen kann. Will man alles sehen, muss man schon mehrere Tage auf der Zeche verbringen – vier Mal war ich dieses Jahr dort und hab noch immer nicht alles gesehen.


Für Erstbesucher der Zeche Zollverein empfehle ich die ca. 2-stündige Führung, die im Besucherzentrum beginnt. Dabei gewinnt man nicht nur einen Einblick in den harten Alltag der Kumpel, sondern man hat auch die Möglichkeit, schon einen großen Teil der Gebäude zu besichtigen, die alleine nicht zugänglich wären.


Das RuhrMuseum widmet sich der Geschichte des Ruhrgebiets. Gezeigt wird von allem etwas wie z.B. alte Fotos, Gegenstände aus der Bergbauära, naturhistorische Objekte und viele interessante Fakten zum Ruhrgebiet. Das Herzstück des Museums ist die Treppe, die grell orange beleuchtet ist im ansonsten finsteren Stiegenhaus. Das Orange ist natürlich nicht zufällig gewählt, sondern soll an den glühenden Stahl erinnern, der ohne die Hitze der Kohlen nicht bearbeitet werden könnte.


Das Red Dot Designmuseum: beherbergt Objekte, die mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet wurden, dazu gehören banale Dinge wie Waschmaschinen und Toaster, aber auch Möbel, Fahrräder und sogar ein kleines Flugzeug. Wer sich für Industriedesign interessiert, der sollte dem Museum jedenfalls einen Besuch abstatten.


Der zweite große Gebäudekomplex-  etwas entfernt vom Besucherzentrum und RuhrMuseum  - ist die Kokerei (ohne s, darauf besteht man dort :-)). Dabei handelt es sich um den ehemaligen Hochofen, in dem die Kohle zur eigentlichen Verwendung bearbeitet wurde. Auch hier kann man an einer zweistündigen Führung teilnehmen. In Kleingruppen geht es heute direkt durch den Hochofen durch und man mag sich dabei gar nicht vorstellen, unter welchen Bedingungen die Leute dort damals gearbeitet haben. Die Kokerei ist vor allem im Hochsommer und im Winter einen Besuch wert. Im Sommer nämlich wird eines der Becken mit Wasser gefüllt und man kann tatsächlich im sogenannten Werksschwimmbad schwimmen gehen. Die Gelegenheit habe ich diesen Sommer leider verpasst, aber es steht fix auf meiner Bucket List für nächstes Jahr. Im Winter wird die große Fläche vor dem Hochofen auch mit Wasser gefüllt, diesmal aber um daraus eine riesige Eislauffläche zu machen. Nicht nur Städte wie New York oder Wien haben also einen Eislaufplatz vor imposanter Kulisse, auch das Ruhrgebiet kann sowas bieten.


Wer keine Lust auf Museum oder eine geführte Tour hat, kann sich auf dem Außengelände frei bewegen. Die alten Rohre und Schienen, die schön langsam vom Grün der Natur erobert werden, laden zum Spazieren und Fotografieren ein. Hier hängt plötzlich eine Schaukel, dort verbergen sich mehrere Skulpturen und wem das alles nicht reicht, der kann einen Crossgolf Kurs oder einen Vollmondspaziergang buchen.  Außerdem gibt es in der Zeche immer wieder Spezialevents wie den Designmarkt, die lange Nacht der Industriekultur und im Winter natürlich einen Adventmarkt.


Also, wer mal in der Nähe ist: Hinfahren, anschauen und die Kamera nicht vergessen!

Über die Autorin 
Karo ist Mitte 30 und vor einem Jahr mit ihrem Mann von Wien ins Ruhrgebiet gezogen. Sie hat bei ihren Reisen schon einiges von der Welt gesehen und jetzt dabei vom Ruhrgebiet aus den Westen genauer zu erkunden. Ihre Themenschwerpunkte: City-Trips, Kulturreisen, Europa
Wer mehr von Karos Reisen sehen möchte, sollte ihr unbedingt auf Instagram folgen @karoland_on_tour !