Niederösterreich: Das Pielachtal – Auf den Spuren der Dirndln

Weiter geht's mit meiner kleinen Rundfahrt im Mostviertel. Während sich im letzten Beitrag ja alles um die Moststraße und die Birne gedreht hat, nehme ich euch heute mit ins Pielachtal und zu den Dirndl. Und nein, mit Dirndln sind ausnahmsweise diesmal nicht die trachtigen Kleidungsstücke gemeint. ;-)


Willkommen im Tal der Dirndln

Das Pielachtal beginnt südlich von St. Pölten und reicht vom sanften Hügelland bis hinauf in die Mostviertler Alpen rund um den Naturpark Ötscher-Tormäuer. Bekannt ist diese Region als „Tal der Dirndln“. Die leuchtend roten Dirndln – eine alte Wildfrucht – sind Symbol für den natürlichen Reichtum des Tals. Ich muss ja gestehen: Bis vor zwei Wochen habe ich mit dem Begriff Dirndl tatsächlich nur Trachtenmode assoziiert und mir war die süß-saure Frucht gänzlich unbekannt. Dirndl werden auch oft als Kornelkirsche bezeichnet, wenn euch das eher ein Begriff ist. Jedoch sind die Dirndl-Bauern nicht besonders angetan von dieser Bezeichnung, weil die Frucht keine Kirsche ist. Also pssst, niemals das Wort Kornelkirsche im Mostviertel in den Mund nehmen. ;-) Die Korn äh Dirndl wächst auf etwa 6 bis 8 Meter hohen Stauden, die wie kleine Bäume aussehen und sonnige Standorte lieben. Besonders im März und April stechen die Dirndlstauden ins Auge, da sie wunderschön goldgelb blühen. Vom Spätsommer bis in den Herbst hinein reifen die Dirndln dann heran und sehen mit ihrer roten Farbe und Form aus wie Hagebutten. Aus den süß-sauren und Vitamin-C-reichen Früchten werden dann allerlei Spezialitäten hergestellt: Säfte, Marmeladen, Edelbrände, Schokolade, Torten oder würzig eingelegte „Pielachtaler Oliven“. Aber auch schmückende Ketten aus Dirndlkernen und wärmende Dirndlkissen finden sich im Sortiment.


Besuch beim Presshausheurigen Reikersdorfer

Eigentlich hätte ich den Betrieb von Leopold Reikersdorfer, den „Mostbaron von Neuhofen“ noch in meinem Artikel über die Moststraße aufnehmen müssen. Da wir den Mostheurigen aber erst am nächsten Tag besuchten – und mir beim Aussteigen aus dem Auto auch gleich eine Dirndlstaude ins Auge sprang ;-) – erzähle ich euch erst jetzt von der sympathischen Familie Reikersdorfer. Auf einem der typischen Hügel des Mostviertels liegt deren Bauernhof mit Heurigen und Hofladen und ich muss gestehen: Das ist Landidylle! Seit 1991 wird der Hof betrieben und eine Vielfalt an Produkten hergestellt. So gibt es neben der Mostherstellung auch eine Essig- und Dörrobstproduktion und eine eigene Imkerei. Im Heurigen selbst werden herzhafte Speckvariationen, köstliche Saft- und Mostkreationen und regionale Schmankerln aufgetischt. Und wer dann noch nicht genug hat, sollte eine Blick in den Hofladen werfen. Dort stehen nämlich unter anderem Dörrobst, Pralinen, gesunde Riegel, Essig, Most, Säfte, Honig und vieles mehr zum Verkauf.


Mit der Mariazellerbahn nach Kirchberg

Nach dem Besuch des Presshausheurigens stand eine Fahrt mit der Mariazellerbahn an. Knapp 20 Jahren ist es mittlerweile schon her, dass ich mit meiner Oma von Mariazell bis St. Pölten mit einem der Züge gefahren bin. Mittlerweile hat sich natürlich viel getan. So hat die über 100 Jahre alte Bahn etwa 2013 neue, goldfarben lackierte Garnituren namens „Himmeltreppe“ bekommen. Diese bieten im 1. Klasse Wagon einen tollen Panoramablick. Aber auch Nostalgiefans kommen auf ihre Kosten, da an den Samstagen von 1. Mai bis 26. Oktober die Ötscherbärgarnitur – gezogen von der über 100 Jahre alten Elektrolokomotive – im Einsatz ist und gemütlich durch das malerische Pielachtal und das ÖTSCHER:REICH rattert.


Wildkräuterführung im Steinschalerhof

Anschließend gab es einen herzlichen Empfang im Steinschalerhof vom Hausherrn Hans Weiß. Nach einem gesunden und kräuterlastigen Mittagessen gab's sogar noch eine Führung durch den hauseigenen Kräutergarten. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich die Familie Weiß nämlich mit der Zubereitung von Wildpflanzen. Grundlage dafür sind die eigenen Wildkräutergärten, die mittlerweile auf 48.000 m2 und 1000 verschiedene Pflanzenarten angewachsen sind. Ich persönlich verstehe zwar nicht viel von Kräutern, fand es aber wahnsinnig faszinierend wie viel Wissen Herr Weiß über seine Pflänzchen hat und wie er dieses auch lebt. Im übrigen gibt es auch eine große Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten in der Steinschaler Wildkräuterküche.


Dirndldestillerie und –Manufaktur FuXsteiner

Gestärkt vom guten Mittagessen ging's an Schnapsverkosten in die erste Dirndldestillerie. Auf einem idyllisch gelegenen Bergbauernhof in Kirchberg an der Pielach erklärte die 1. Pielachtaler Dirndlkönigin Melanie Fuxsteiner alles, was man über die feuerroten Wildfrüchte des gelben Hartriegelstrauches wissen sollte. Nach einer interessanten Führung ging's dann auch ans Verkosten der Schnäpse, Liköre und Säfte.


Nach dem Abendessen im Gasthaus Kalteis ging's dann für die Nacht zurück in den Steinschalerhof, von wo aus ich nach dem Frühstück die Heimreise Richtung Wien startete…

INFO:
Vielen Dank an Mostviertel Tourismus für die Einladung zur Pressereise. // Fotos: 1 & 3Weinfranz 12 Doris Schwarz-König

Reisefoto der Woche: Wandern auf der Gemeindealpe

Spät aber doch kommt heute mein Bild der Woche online, ist dafür aber brandaktuell. Vor wenigen Stunden mit dem Smartphone geknipst und gerade eben erst auf meinen iMac geladen. 


Zu sehen ist die Mitterbacher Dorfkirche und das Ziel meiner heutigen Sonntagswanderung. Letzte Woche ging’s für mich ja für zwei schöne Tage ins Mostviertel und da wurde mir auch ein Besuch auf der Gemeindealpe empfohlen. Und da ich als gebürtige Niederösterreicherin dieses Ausflugsziel tatsächlich noch nicht kannte, das heutige Wetter aber traumhaft schön war, musste ein Besuch auf dem Berg natürlich gleich nachgeholt werden. Von Wien braucht man etwa 2 Stunden nach Mitterbach, welches rund 5 km nördlich von Mariazell und dem Erlaufsee liegt. Entweder man ist sportlich und besteiget den 1.626 Meter hohen Gipfel zu Fuß, oder kauft sich um 9 Euro ein Ticket und lässt sich von den zwei modernen Sessellifte hinauf befördern. Wir entschieden uns für letzteres. *hüstel* Oben angekommen, hat man einen eindrucksvollen Rundumblick auf das Mariazellerland, den Ötscher und die Kalkalpen und kann einen kurzen Panoramaweg rund um den Gipfel gehen. Bergab ging’s für uns dann aber zu Fuß, wobei man ab der Mittelstation auch die Möglichkeit hat mit Mountaincarts oder Monsterrollern ins Tal zu fahren.



>> MACH MIT! <<

Du hast auch ein Foto, welches zu schade ist, um ungesehen auf der Festplatte zu verstauben? Sehr gut! Schick mir gerne dein Reisefoto (am besten 1000px breit) und 3-4 Sätze was darauf zu sehen ist an reiseblog@chamy.at ! Solltest du selbst einen Blog haben, baue ich natürlich gerne den Link zum Blog oder thematischen Blogbeitrag ein.
Ich freue mich auf deine Einsendung!

Wien: O'zapft is' in Kolariks Luftburg

Da hat man einmal im Jahr die Gelegenheit sich in ein Dirndl zu schmeißen und was ist? Es passt nicht mehr! Es ist mir natürlich zu groß geworden und nicht zu klein… *hust* *räusper* Vom aus allen Nähten platzenden Dirndl hab ich mir aber nicht die Laune verderben lassen und mich wahnsinnig aufs Oktoberfeste in der Kolariks Luftburg gefreut, welches gestern und heute veranstaltet wird.


Die Luftburg

Gleich zu Beginn des grünen Wiener Praters gelegen befindet sich die Luftburg, die sich als Kombination aus Wiener Gasthaus, Familienrestaurant und Geburtstagslocation mitten in Wien versteht. Bekannt ist sie für ihre Spareribs vom Lavasteingrill und für die knusprig gegrillten Stelzen. Zudem gibt es auch hausgemachte Pizza aus Weizen- oder Vollwertdinkelmehl, vegetarische Schmankerl und noch andere Leckereien aus der Wiener Küche.


Oktoberfest in Kolariks Luftburg

Bis jetzt war ich immer nur für eine kleine Stärkung nach Praterbesuchen in der Luftburg. Eines ihrer legendären Feste konnte ich bis dato noch nicht besuchen, obwohl die Familie Kolariks eigentlich recht viele Veranstaltungen macht. Angefangen vom jährlichen Apfelfest, Dinner in the Sky, Nervenkitzel in der Kriminacht, der gruseligen Halloween-Party, oder eben auch dem Oktoberfest. Zu Ehren der bayrischen Genusskultur werden seit mittlerweile 8 Jahren ab Ende September zünftige Spezialitäten serviert. In dieser Zeit verwöhnt die Luftburg mit feinen Schmankerl, angefangen von der Weißwurst mit Laugenbreze über die Grillplatte mit gesurter Stelze bis hin zum geschmorten Schweinsnackensteak im Weißbier-Apfelsafterl. Den Abschluss bildet ein Wochenende Mitte Oktober, wo dann das legendäre Oktoberfest in der Luftburg stattfindet. Für 20 Euro erhält man ein Ticket, welches Eintritt, Sitzplatz und einen 15 Euro Konsumationsgutschein inkludiert und schon kann die Party beginnen! Neben stimmungsvoller Live-Musik und deftigen Essen erwarteten mich auch noch lustige Wettbewerbe: Beim Baumstammnageln war ich echt nicht schlecht und auch beim Riesen-Dart konnte ich einige Treffer erzielen. Die liebe Vicky schaffte es sogar beim Maßkrugstemmen Vize-Meisterin zu werden und einen Preis abzustauben. Alles in allem ein wirklich lustiger Abend, der nach Wiederholung schreit!


Niederösterreich: Die Moststraße – Oder auch: Alles Birne!


Auch wenn ich in wenigen Tagen nach Asien fliege, ist mein Motto nach wie vor "Man muss nicht immer weit wegfahren, um einen netten Urlaub zu haben und schöne Fleckchen zu entdecken". Deswegen habe ich als  ursprüngliche Niederösterreicherin auch einen Kurzurlaub im schönen Niederösterreich – genauer gesagt dem Mostviertel – gemacht. Zwei Tage lang hieß es also schlemmen und entdecken entlang der Moststraße und im Pielachtal.


Die Moststraße und ihre Mostbarone

Rund 200 Kilometer lang schlängelt sich die niederösterreichischen Moststraße durchs sanft-hügelige Land der Mostbirnbäume und Vierkanthöfe. Hier haben sich die Menschen dem Birnenmost verschrieben, was einzigartig in Europa ist, denn in allen anderen Mostregionen dominiert eindeutig der Apfel. Begünstigt vom milden Klima südlich der Donau reifen mehr als 300 verschiedene Birnensorten auf einigen hunderttausenden Bäumen. Aus etwa 30 Sorten wird dann der gschmackige Birnenmost gemacht. Neben urigen Landgasthäusern, Genussmanufakturen und Heurigen gibt es zusätzlich die Mostbarone. Derzeit tragen rund 20 Mostviertler Mostproduzenten, Edelbrenner, Gastronomen und Hoteliers den Titel „Mostbaron“, eine Auszeichnung, die nur an ausgewählte Mostviertler verliehen wird. Gemeinsam entwickeln die Mostbarone dann hochwertige Moste, Edelbrände und Innovatives und laden zu fachkundigen Verkostungen ein.


Besuch im interaktiven MostBirnHaus

Start meiner Reise war das MostBirnHaus, welches im Zentrum der Moststraße liegt und ein ideales Ausflugsziel für Familien und Genussfreunde ist. Hier finden sich Attraktionen für Jung und Alt. Die interaktive Ausstellung war wirklich spannend und kurzweilig gestaltet, sodass sich auch Kinder nicht langweilen. Vor dem Haus befindet sich außerdem noch ein großer Spielplatz, auf dem die Kids toben können, während man sich im Shop mit Leckereien aus der Region eindecken kann. Wer ein besonders geschmackliches Erlebnis haben möchte, kann für Feiern und Veranstaltungen einen Tisch im „Haus der God’n“ reservieren. Dort wird dann in uriger Atmosphäre und geselliger Tafel ofenfrischer Schweinsbraten mit Beilagen und Most serviert.


Brettljausn und Most beim Genussbauernhof Distelberger

Nachdem ich im MostBirnHaus schon ordentlich gustiert hatte und auch die ein oder andere Spezialität in meinem Einkaufskorb gelandet war, überkam mich dann doch der Hunger und so kam der zweite Stop –  der Genussbauernhof Distelberger – gerade richtig! Bei Irmi und Toni Distelberger dreht sich seit drei Generationen alles um die Birne. Neben zwölf größtenteils sortenreinen Mosten bietet der mehrfach ausgezeichnete Heurige auch saisonale Jausen mit Spezialitäten aus der Region. Besonders beim kalten Schweinsbraten, aber auch beim selbstgemachten Liptauer (und das obwohl ich eigentlich gar kein Fan des pikanten Brotaufstrichs bin!) hab ich ordentlich zugelangt und muss sagen, dass es eine der besten Brettljausn war, die ich je gegessen habe! Gerade die selbstgemachten Chutneys und der würzige Senf zum Käse und Fleisch waren ein weiteres Geschmackserlebnis.


Die Mostelleria in Öhling

Mit einen guten Unterlage ging es in die Destillerie von Josef Farthofer. Seines Zeichens Mostbaron und bereits in 5. Generation Produzent preisgekrönter Birnenmostprodukte, Fruchtbrände und Liköre in Bio-Qualität. Seine bisher größte Auszeichnung gewann er allerdings 2012 mit seinem Bio-Vodka aus der „O-Serie“, der überraschenderweise zum besten Vodka der Welt gekürt wurde. Ich als Nicht-Vodka-Trinkerin muss ja gestehen, dass ich keine geschmackliche Explosion auf der Zunge hatte, aber für Vodka-Liebhaber führt wohl kein Weg an der Mostelleria vorbei. Selbst der Berliner Rapper Sido wandte sich vor einiger Zeit an die Mostviertler Brennerei um gemeinsam den KABUMM Wodka auf den Markt zu bringen.  Neben Vodka ist die Destillerie aber auch für ihren Mostello (daher auch der Name Mostelleria ;-)), ein nach der Portwein-Methode im Eichenfass gereifter Birnen-Dessertwein, bekannt.


Mostviertler Genießerzimmer: RelaxResort Kothmühle

Für die Nacht ging es ins 4-Sterne RelaxResort Kothmühle in Neuhofen an der Ybbs, was definitiv eine Empfehlung wert ist. Die Kothmühle – die früher übrigens wirklich eine Mühle war – ist seit 1866 im Besitz der Familie Scheiblauer und ich habe selten so herzliche Gastleute erlebt. Leider plagten mich gegen Nachmittag hin richtig heftige Kopfschmerzen, weswegen der Abend trotz tollem Ambiente für mich eher mühsam war. Die Zeit vorm Abendessen nutze ich daher für einen kurzen Abstecher in den Wellnessbereich, ehe es zum exquisites Chef's Table ging und wir Küchenchef Wolfgang Draxler und seinem Team beim Kochen über die Schulter schauen durften. Auf dem Tisch landete unter anderem eine wahnsinnig gute Steinpilzcremesuppe mit knusprigen Erdäpfel und Speck, gebratene Gänsekeule mit Kürbisgnocchi und als Nachtisch gab es diverse süße Leckereien. Eine wirkliche Gaumenfreude, auch wenn am nächsten Tag die Hose ordentlich spannte und ich daher aufs Frühstück verzichtet habe... ;-)
Übrigens gehört das RelaxResort Kothmühle zu den Mostviertler Genießerzimmer-Anbietern, die sich unter dem Motto "Wünsch dir was" eine Palette an willkommenen Extra-Serviceleistungen einfallen lassen: Gäste, die mindestens zwei Nächte bleiben, dürfen sich drei „Extras“ wünschen: Vom Glas Birnensekt zum Frühstück über Kerzen am Zimmer bis hin zu Rosenblüten am Bett soll alles zu unvergesslichen Genusstagen beitragen.

INFO:
Vielen Dank an Mostviertel Tourismus für die Einladung zur Pressereise. // Fotos: 1-3 Doris Schwarz-König, 11, 16, 17, 23, 24 und 25 Weinfranz