Von Flugangst, dem Besuch in der Austrian Airlines Werft & Dinner in einer Boing 777

Flughäfen. Nicht unbedingt mein Lieblingsort, obwohl ich im letzten Jahr doch einiges an Zeit an eben jenem verbracht habe. Vor etlichen Jahren noch war meine Flughafenpanik wirklich ausgeprägt und ich erinnere mich noch ganz genau, als ich mit 13 Jahren das erste Mal alleine ohne meine Eltern geflogen bin. Es ging für eine Sprachreise nach Malta und ich weiß noch, dass ich am Wiener Flughafen den Heulkrampf meines Lebens hatte. Eingeschüchtert von dem riesigen Gebäude, der erste Flug ohne Mama und Papa, das leichte Unwohlsein beim Fliegen und die Gewissheit eine Woche bei Gasteltern in einem fremden Land zu verbringen. Ein weiteres "traumatisches" Flughafenerlebnis hatte ich etliche Jahre später. Mein erstes Mal ganz alleine fliegen. Silvester 2010/2011, als ich den Rückweg von Hamburg nach Wien antreten wollte. Der Wiener Flughafen war mir mittlerweile recht vertraut und ich konnte Entfernungen einigermaßen abschätzen. Der Hamburger Airport war hingegen Neuland und so kam es, dass durch eine längere Verabschiedung und einem extrem (!!!) langsamen Security Check die Zeit an mir vorbeirannte. Und nicht nur die Zeit rannte, sondern auch ich! Als ich endlich durch die Sicherheitskontrolle war, meine Taschen einräumen und mir meine zig Schichten (es war immerhin Winter) anziehen wollte, kam der erste Aufruf, dass sich Frau Helmreich bitte umgehend zu Gate A40 begeben solle. Wer den Flughafen nun kennt, wird wissen, dass genau dieses Gate das am weitesten entfernteste ist. Ich rannte und rannte und rannte und 3 weitere Durchsagen später war ich völlig durchschwitzt am Abflugsteig und blickte in das angesäuerte Gesicht einer Flughafenmitarbeiterin. Scheinbar war schon alles geschlossen und es kam wegen mir zu einer Verzögerung. Der Gang im Flugzeug zu meinem Platz fühlte sich an wie ein  endloslanger Laufsteg. Allerdings waren die Blicke der Mitreisenden nicht unbedingt bewundernd und auch von der Crew erntete ich nur böse Blicke. Mit 35-minütiger Verspätung konnte der Airbus dann zwar abheben, aber ja, so etwas bleibt im Gedächtnis.


Mittlerweile fliege ich recht oft – wenn ich mich nicht verzählt habe – war ich im letzten Jahr 32 Mal Gast auf dem Wiener Flughafen. Ganz schön viel und klar, dass mit der Zeit eine gewisse Routine und somit Relaxtheit kommt. Trotzdem habe ich noch immer Respekt vor dem Fliegen und den ganzen Abwicklungen im Hintergrund. Wie schafft es mein Koffer tatsächlich vom Förderband in den Flieger? Sind Sicherheitskontrollen wirklich sicher? Was wenn der junge Herr im Tower vielleicht gerade Liebeskummer hat? Aus welchem Material bestehen Flugzeuge eigentlich? Und und und… Ja diese Fragen stelle ich mir schon mal ganz gerne, wenn ich auf dem Flughafen sitze und auf mein Boarding warte… Meine Freude war also groß, als die Einladung von Austrian Airlines zur Werftführung kam. Klar, möchte ich einen Blick hinter die Kulissen werfen!


VISITAIR Center und ein Blick hinter die Kulissen

Am Montag war es dann also so weit und wir versammelten uns im VISITAIR Center am Flughafen Wien. Das VISITAIR Center ist übrigens nicht nur für den Blogger von heute geöffnet, sondern bietet generell Führungen an. Die etwa 50-minütige Tour kostet 10 Euro und lohnt sich allemal!
Unsere Rundfahrt begann beim VISITAIR Terminal, wo wir erstmal eine hübsche "Bordkarte" ausgehändigt bekamen. Wie es nunmal auf dem Flughafen üblich ist, hieß es dann "durch die Sicherheitskontrolle" und auf das Boarding warten. Mit dem Bus ging's dann quer über den Flughafen in die Austria Airlines Flugzeugwerft, wo schon ein eben gelandeter Airbus A320 auf unsere Begutachtung wartete. Wir konnten dieses Passagierflugzeug von nächster Nähe begutachten, durften uns für ein Foto sogar in die noch warmen Turbinen setzen, die Aufgabe einer Stewardess übernehmen und eine Borddurchsage machen und einen Blick ins Cockpit werfen. Natürlich konnten wir während der gesamten Führung Fragen stellen und so erfuhren wir, dass Flugzeuge nicht geschraubt, sondern verschweißt und geklebt sind.


>> Weitere Flug Facts:


  • 25 Millionen vermisste Gepäckstücke: Jährlich werden weltweit ca. 25 Millionen Gepäckstücke als vermisst gemeldet. Die meisten davon gehen beim Transfer in ein anderes Flugzeug verloren. Aber man kann aufatmen, denn etwa 95 Prozent davon tauchen irgendwann wieder auf.
  • Keine 13. Reihe: In vielen Flugzeugen fehlt die Reihe 13, da diese eine Unglückszahl ist. Sprich, auf die Reihe 12 folgt die Reihe 14. Bei den Maschinen der Austrian Airlines ist es ebenfalls so.
  • Unterschiedliches Essen für die Piloten: Pilot und Co-Pilot bekommen unterschiedliche Mahlzeiten serviert und dürfen auch nicht teilen, um eventuelle Lebensmittelvergiftungen zu vermeiden.
  • Tomatensaft-Geheimnis: Warum so viele Passagiere im Flugzeug Tomatensaft trinken? Ganz einfach, der niedrigere Kabinendruck im Flugzeug führt zu einer Veränderung des Geschmacksempfinden, sodass Getränke und Speisen als neutral und langweilig empfunden werden und der Appetit auf besonders Herzhaftes steigt.
  • Kreisrunder Regenbogen: Wenn man das Glück hat aus dem Flugzeug einen Regenbogen zu sehen, dann wird man ihn als kreisrund wahrnehmen.
  • 90 Sekunden Evakuierung: Ein Flugzeug (egal welcher Größe) muss innerhalb von 90 Sekunden komplett evakuiert werden können. Sollte man übrigens Angst haben die Notrutsche hinunterzugleiten, kein Problem, da helfen die Stewardessen im Ernstfall dann tatkräftig nach. ;-) 
 

Dinner in der Boing 777 Business Class

Nach der Führung kam dann ein weiteres Highlight, denn wir durften in der Business Class einer Boing 777 von Austrian Airlines Platz nehmen. Mein erstes Mal in einem so großen Flugzeug und auch mein erstes Mal in der Business Class. Wie oben schon erwähnt, bin ich nicht der größte Freund von Flugzeugen. Alles sehr beengend und ungemütlich. Wenn ihr auch so empfindet, dann werft mal einen Blick in die Boing 777 und ihr werdet vermutlich auch nicht mehr aus dem Staunen rauskommen. Ich übertreibe ein wenig, wenn ich sage, man kann in diesem Flugzeug den Wiener Walzer tanzen. Tatsache ist aber, dass es wirklich genug Platz für jedermann bietet. Die Hightech-Sitze beeindruckten mit viel Platz nach allen Seiten und vielen Knöpfchen, die ich natürlich gleich ausprobieren musste. So kann man den Sitz zum Beispiel zu einem völlig flachen, fast zwei Meter langen Bett umwandeln, in eine angenehme Relax-Position stellen und sich einer leichten Massage unterziehen. Bequemer als bei mir zu Hause auf der Couch! Auch fernschauen, oder Spiele über den eingebauten Monitor zocken, ist kein Problem. Jeder Business Class Sitz verfügt nämlich über ein eigenes Video- und Audioprogramm, welches man über lärmunterdrückende Kopfhörer genießen kann. Und ist mal der Smartphone-Akku leer, ebenfalls kein Problem, denn die universelle Steckdose ist nur eine Handweite entfernt. Ich muss sagen, ich war wirklich begeistert und würde am liebsten nur noch in Boing 777 und Business Class fliegen.


Nachdem schon langsam unsere Mägen knurrten, durften wir uns auch noch vom wirklich leckerem Board-Service überzeugen. Seien wir uns ehrlich, die "normalen" Snacks die auf  Flügen gereicht werden sind – unabhängig von der Fluglinie – durchwegs mies. Ich hatte in den vergangenen Jahren aber schon 2x das Glück und habe auf einem Kurzstreckenflug das DO & CO Essen von Austrian Airlines genießen dürfen und muss sagen, es war wirklich nicht schlecht. Kein Vergleich zu dem Essen, welches wir nun in der Business Class serviert bekommen haben, aber trotzdem schon sehr lecker. 


Was soll ich sagen? Zwar nicht ganz so gemütlich wie in einem Restaurant, aber trotzdem superlecker und sehr entspannend! Ich hätte ja nie gedacht, dass ich einmal diese Worte über ein Flugzeug verlieren werde, muss es jetzt aber doch tun. Klar, wir sind nicht wirklich geflogen und hatten daher auch keine Turbulenzen & Co., aber ich bin mir sicher in diesem Flugzeug würde selbst ich mich auf einem Langstreckenflug ziemlich wohl fühlen… ;-)


Vielen Dank an Austrian Airlines für diese tollen Einblicken und den netten Tag bei euch in der Werft und an Bord!

Fotos 4, 27, 28: Michèle Pauty

Stockholm: Ein Tag auf Djurgården! {Vasa- & Abba-Museum, Skansen und Junibacken}

Stockholm war richtig toll, wenn auch etwas teurer als so manch anderer Urlaub! Nichtsdestotrotz kann ich nur jedem eine Reise in die schwedische Hauptstadt empfehlen, weswegen ich sie euch in den nächsten Beiträgen natürlich schmackhaft machen will. Starten möchte ich mit dem Stadtteil Djurgården, auf dem sich wirklich die meisten Sehenswürdigkeiten Stockholms befinden und er somit ein Muss bei jeder Stockholm-Reise ist!


Ursprünglich diente der königliche „Tiergarten“, wie „Djurgården“ auf Deutsch heißt, lange Zeit nur dem königlichen Vergnügen. Über die Jahre hinweg entwickelte sich die 279 Hektar große Insel aber zu einem wahren Touristenmagneten. Heute befinden sich auf der grünen Insel etliche Museen wie das Vasa-Museum, das Abba Museum oder das Nordiska Museum (Nordisches Museum), die Liljevalchs Kunsthalle, der Vergnügungspark Gröna Lund, das Freilichtmuseum Skansen, das Kinderparadies Junibacken und und und… Ich glaube, hätten wir uns alles angesehen, wären wir tagelang nur auf Djurgården gewesen. Deshalb haben wir uns ein paar Highlights rausgepickt, die ich euch nun näher vorstellen möchte.

Vasa-Museum

Klar, dass das Vasa-Museum auch auf unserem Plan stand, obwohl es mich – zugegebenermaßen – nicht übermäßig interessierte. Aber wenn man schon die Möglichkeit hat das weltweit einzig erhaltene Schiff aus dem 17. Jahrhundert live zu bewundern, dann sollte man diese Gelegenheit schon am Schopf packen. Und ja, es ist durchaus sehr beeindruckend! In der fast dunklen Halle ragt wie aus dem Nichts ein gewaltiges hölzernes Kriegsschiff bis zur Decke empor. Die am 10. August 1628 gesunkene Vasa ist tatsächlich noch zu 95% original erhalten, was wirklich sehr faszinierend ist. Neben einem Kurzfilm über das Kriegsschiff kann man im Museum auch verschiedene Ausstellungen mit Exponaten zum Bau, zur Geschichte und Bergung des Schiffs sowie zum Leben an Bord anschauen.


Freilichtmuseum Skansen

Das Freilichtmuseum Skansen wurde mir vor meiner Stockholm-Reise von wirklich ALLEN empfohlen und so war es klar, dass wir dem ältesten Freilichtmuseum der Welt einen Besuch abstatteten. Leider hatten wir nicht allzugutes Wetter, weswegen die Kamera meiste Zeit in der Tasche blieb. Gleich zu Beginn kann man einen Blick in schwedische Gebäude aus dem 18. Jahrhundert werfen, wo man unter anderem auch einen Einblick in die Arbeiten einer Töpferei, Schmiede oder Bäckerei aus jener Zeit gewinnen kann. Besonders der Besuch beim Bäcker lohnt sich, da dort tatsächlich die ein oder andere Leckerei verkauft wird und man sich so über eine noch warme Süßspeise freuen kann! Aber auch in den anderen Schauhäusern kann man das ein oder andere Produkte käuflich erwerben. Nachdem man diesen Teil des Museumparks abgeschlossen hat, geht es in die tierische Erlebniswelt. Dort gibt es Gehege mit typisch schwedischen Tiere, wie zum Beispiel Björn den Bären, Luchse, Wölfe, Robben oder auch Elche und Rentiere, die sich sogar mit Gras füttern liesen. Hey, wer kann schon sagen er hat Rudolph das Rentier gefüttert?! Weiter durch den Park kommt man an diversen Schau-Gebäuden, dem Marktplatz (der aufgrund des Schlechtwetters aber geschlossen hatte) und Restaurants vorbei. Gegen Ende hin gibt es dann noch einen kleinen Vergnügungspark und ein Aquarium, was man aber beides extra bezahlen müsste. Bei miesem Wetter macht der Park nur halb soviel Spaß, daher würde ich euch empfehlen Skansen eher bei gutem Wetter zu besuchen!


Kindermuseum Junibacken

Eigentlich eher was für jüngere Besucher, aber auch als Erwachsener kann man hier kurzzeitig seinen Spaß haben. Denn in Junibacken wird Astrid Lindgrens Welt für kurze Zeit Wirklichkeit: Michel aus Lönneberga, Karlsson vom Dach und viele andere Kinderbuchhelden warten auf Jung und Alt! Gleich im Anschluss an den Eingang gilt es, den Märchenmarkplatz „Sagotorget“ zu entdecken. Zugegeben, dieser Bereich ist wirklich eher was für Kinder! Der Raum besteht aus vielen Spielhäusern, Rutschen und Klettermöglichkeiten – ein Erwachsener kann sich zwar all diese Dinge mal kurz ansehen, wirklich viel kann man mit sich in dem Raum aber nicht anfangen. Die nächste Station, der Märchenzug „Sagotåget“, ist da schon viel interessanter. Der Zug ist ähnlich wie eine Geisterbahn aufgebaut: Man nimmt in dem an der Decke hängenden Wagon Platz und fährt dann rund 10 Minuten durch das Museum während man immer wieder neue Schauplätze, hinter sich öffnenden Türen, entdeckt. So führt die Fahrt unter anderem auf den Hof von Katthult, wo Michel einst die kleine Ida an der Fahnenstange hochzog. Von dort geht die Reise weiter direkt auf das Dach in der Stockholmer Vasastan, auf dem Karlsson sein kleines Haus voller Krimskrams hat. Auch bekommt man Nils Karlssons Däumling oder Ronja die Räuberstochter zu Gesicht. Nach der Reise im Märchenzug steigt man bei Pippi Langstrumpfs Villa Kunterbunt aus. Hier können Kinder Kleider anprobiert, auf dem Kleinen Onkel rumturnen oder einfach so im Pippis Haus spielen. Danach durchquert man das Restaurant „Sagolekhuset“, wo man sich vor dem Verlassen noch stärken kann. Im Restaurant gibt es neben herzhaften Speisen auch viele süße Köstlichkeiten, wie selbstgebackenen Kuchen, Muffins, Eis & Co.! Zum Schluss durchquert man noch einen kleinen Märchenwald ehe man beim Ausgang und der Kinderbuchhandlung landet. Ein wirklich nettes Erlebnis, wenn auch eher für Kinder! Bei Schlechtwetter ist Junibacken aber definitiv ein nettes Touri-Programm.





ABBA − The Museum

Auch das Abba Museum befindet sich auf Djurgården. Seit 7. Mai 2013 können Besucher für rund 20 Euro die interaktive Ausstellung über die Popgruppe ABBA besuchen. Gleich zu Beginn tritt man in einen allgemeinen Raum rund ums Thema Songcontest ein, wo man frühere Bewerber und Gewinner (u.a. auch unsere Conchita Wurst!) bewundern und bestaunen kann. Im Keller des Gebäudes beginnt dann das Abba-Universum, wo man Bühnenkleider, Artifakte, Konzertfotografien, Interviews und mehr anschauen und nachlesen kann. All das ist wirklich sehr interaktiv gestaltet, da man beim Eintritt des Museums eine ID bekommt, mit der man unterschiedliche Stationen besuchen kann: So kann man etwa in einer Aufnahmekabine berühmte Abba-Songs trällern, kurze Videos mit  Anni-Frid, Benny, Björn und Agnetha drehen, sich in einer speziellen Kabine ein digitales Bühnenkostüm auf den Körper projizieren lassen und vieles mehr! Wer möchte kann seine Ergebnisse abspeichern und die Fotos und Videos des Besuchs auf Facebook und anderen sozialen Medien einstellen. Kurz vorm Ende des Museumsbesuchs wartet dann auch noch die Ausstellung, „The Swedish Music hall of Fame of Swedish popular music“ auf den Besucher, wo man auch noch in die Musik anderer schwedischer Künstler reinhören kann. Auch wenn das Eintrittsgeld nicht unbedingt wenig ist, zahlt sich ein Besuch im ABBA − The Museum auf alle Fälle aus!