Mein Asien-Reisetagebuch: Laos – Den Mekong flussabwärts nach Pakbeng

Nach einer etwas unruhigen Nacht in Chiang Khong hieß es Abschied nehmen von Thailand, denn die Grenzüberquerung nach Laos stand an. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass die Tage in Laos die besten, aber für mich auch härtesten dieser Reise werden würden. Ich ging völlig uneingenommen in das "Abenteuer Laos", da ich ehrlicherweise ein paar Monate zuvor nicht mal von der Existenz dieses Landes wusste, geschweige denn dass ich es je besichtigen wollen würde.


Einreise nach Laos

Da die Einreise nach Laos mit einem so genannten "Visa on Arrival" möglich ist, hatten wir am Vorabend schon gemütlich alle Einreisedokumente ausgefüllt und mussten diese dann nur noch am Grenzübergang Chiang Khong / Houay Xai vorlegen. Zudem wird eine Visa-Gebühr von 35 USD (ja, man muss in Dollar bezahlen!) fällig, die man direkt bar zu entrichten hat. Innerhalb weniger Minuten bekommt man dann sein Visum in den Pass gedruckt und kann in einen der Busse steigen, die einen dann auf die laotische Seite bringen.


Willkommen in Laos

Wie vorhin schon erwähnt, hatte ich überhaupt keine Vorstellung von Laos, wusste ja nicht mal, dass dieses Land existiert. Der 7 Millionen Einwohner Staat grenzt an China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar und wird laut Wikipedia so beschrieben: "Während Thailand als verblüffend, Vietnam als geschäftig, die Tempel von Kambodscha als furchteinflössend und die Militärregierung in Burma (Myanmar) als brutal wahrgenommen werden, könnte das Adjektiv für Laos vielleicht vergessen sein. Unerschrockene Touristen wird die ruhige Lebensart der Laoten anziehen. Es gibt mehrere auf der Welt einzigartige Attraktionen in Laos, doch viele sind nur mit einigem Zeitaufwand zu erreichen. Hektik ist in diesem Land ein Fremdwort und kein Laote wird sich von der Ungeduld eines westlichen Touristen anziehen lassen." Was soll ich sagen? Nach den paar Tagen im grünen Laos konnte ich dies nur bestätigen…



Auf dem Mekong von Houay Xai nach Pakbeng

Der Mekong gilt als die "Lebensader des kontinentalen Südostasiens" und gehört zu den fünf artenreichsten Flüssen der Welt. Nachdem wir also mit dem Shuttlebus auf der laotischen Seite der Grenze angekommen waren, durften wir mit unseren Backpacks in ein Slow Boat steigen, welches mit uns flussabwärts nach Pakbeng schippern sollte. Ab hier heißt es dann einen Gang zurückschalten, da es dann stundenlang flussabwärts geht, während die grünen Auen links und rechts an einem vorbeiziehen. Ich muss gestehen: Ich habe die meiste Zeit der Fahrt verschlafen. Die Holzbänke sind zwar nicht die kuscheligsten, aber die Reise macht müde und nachdem man 2-3 Stunden die Landschaft beobachtet hat, fallen einem automatisch die Äuglein zu… Kurz wurde ich zum Mittagessen geweckt, welches vom Kapitän und seiner Frau direkt auf dem Boot zubereitet wurde, aber sonst war die mehrstündige Bootsfahrt eher ruhig und ermüdend. Gegen Abend steuerten wir dann endlich den Ort Pakbeng für die Zwischenübernachtung, an. Aufgrund seiner geographisch günstigen Lage kreuzen sich hier die Routen vieler Reisender, sodass in Pakbeng meist reges Treiben herrscht. Wir checkten in unserem Guesthouse ein und erkundeten dann erstmal das kleine Dörfchen. Zu diesem Zeitpunkt bekam ich meinen ersten Kulturschock auf dieser Reise. Für mich war es ja die erste Reise außerhalb Europas und obwohl ich in Thailand schon etliche neue Eindrücke sammeln konnte, war Laos doch noch mal eine ganz andere Hausnummer. Im Prinzip besteht Pakbeng nur aus einer langen staubigen Schotterstraße an der sich Guesthouses, Bars und Stände mit allem Möglichem tummeln. Kurz bevor wir zum lokalen Markt – ein Stück oberhalb der Landungsstelle – kamen, sehe ich wie ein Haufen Kinder zwischen einem nie fertiggestellten Haus mit Schutt spielen. Ich habe selten so glückliche und zufriedene Kinder gesehen. Die Knie sind blutig, die Hände voller Dreck, die Kulisse sieht aus als hätte es erst ein Erdbeben oder einen Bombenanschlag gegeben, aber die Kinder lachen, quietschen und freuen sich. Ich bin einen Moment irritiert, kann meine Gedanken aber gar nicht sammeln, da mich am Markt schon der nächste "Schock" erwartet. Zig Frauen und Mädchen sitzen auf dem schmutzigen Betonboden und bieten Diverses an. So gibt es etwa fein geschnittene Büffelhaut, die man noch samt Borsten kaufen und verzehren kann. Etwas weiter werden gerade lebende Frösche gedünstet und auf dem rohen Fleisch tummeln sich eine Vielzahl von Fliegen. Am Ende des Marktes entdecke ich einen süßen knuddeligen Hund und verlasse somit das Marktgebiet, um mich dem Vierbeiner zu widmen. Ja, in jedem Reiseführer steht, dass man aufgrund von drohender Tollwut keine Tiere streicheln soll, angesichts der Lebensmittel ist mir dieses Gebot in jenem Moment aber völlig egal und ich widme mich bis zum Abendessen ausgiebig dem Hündchen. Das Abendessen in dem kleinen Lokal an der Hauptstraße ist ok, ja sogar lecker, allerdings bekomme ich die Bilder vom Markt nicht aus dem Kopf und ein Blick in die kleine Küche beruhigt mich auch nicht sonderlich. Nach dem Essen ziehen die meisten weiter in die Happy Bar, wo laut gelacht, getanzt und getrunken wird. Für Kim und mich geht es aber nur noch ab ins Bett…





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Oberösterreich: Vogelgesang-Klamm – Auf den Spuren einzigartiger Wasserfälle


Hallo meine Lieben! 

Herbstzeit ist Wanderzeit! 


Deswegen dreht sich heute alles rund um die Dr.-Vogelgesang-Klamm im wunderschönen Salzkammergut. Für eine meiner liebsten Hobbys – das Wandern durch Klammen – bietet Österreich wahrlich eine riesige Auswahl an Möglichkeiten. Eine wahrlich wunderschöne und auch lange Schlucht ist die Dr.-Vogelgesang-Klamm, zu der ich euch in diesem Blogbeitrag mitnehmen möchte.

Öffnungszeiten:
Mai bis Oktober, Mo-Fr 07:30-18:00 Uhr, Sa/So/Feiertage 07:00-18:00 Uhr


Eintrittspreis:
Erwachsene 4,50 EUR, Kinder 6-15 Jahre 3,00 EUR

Gehzeit:
Bis zur Bosruck-Hütte ca. 1,5 Stunden, dann 45 Minuten bis zum Rohrauer-Haus, insgesamt ca. 3 Stunden.

Distanz:
Vom Parkplatz über die Dr.-Vogelgesang-Klamm zur Bosruck-Hütte 2,7 km, weitere 2,4 km bis zum Rohrauer-Haus, insgesamt 10,2 km

Schwierigkeit:
leicht, aber Ausdauer ist erforderlich

Brücke in der Vogelgesangklamm
Brücke in der Vogelgesangklamm
Wandtafel Vogelgesang-Klamm

Etwas außergewöhnlich finde ich den Name der Dr.-Vogelgesang-Klamm schon. Grund dafür ist der Gemeindearzt Dr. Moritz Vogelgesang, der anfangs des 20. Jahrhunderts die Idee mit der dazumals noch Fallbachklamm genannten Schlucht hatte. 1906 war es das erste Mal für Touristen möglich, Teile der Klamm auf Holzstegen zu besteigen.

Seit 1927 stehen die Holzleitern und -stegen so wie wir sie jetzt kennen. Hier überwindet man als Wanderer auf 300 Höhenmeter rund 500 Stufen und wird direkt hineinversetzt ind die unglaubliche Kraft des Wassers.

Die Wanderung

Den Eintrittspreis von 4,50 EUR fand ich zunächst etwas übertrieben, jedoch wurde mir erklärt, dass mit den Eintrittsgeldern die jährliche Reparatur der Winterschäden an den Holzstufen und Stegen finanziert wird.


Wanderpfad
Gleich nach dem Eingang beginnt der Aufstieg über Holztreppen und teilweise engen Stegen. Hier bekommt man bereits die ersten Eindrücke des reißenden Wassers. Das Rauschen des Baches tobt wie ein schöner Ohrwurm in mir.

Wasserfall Vogelgesang-Klamm
Wasserfall Vogelgesang-Klamm


Die Bäume, Sträucher und Büsche  leuchteten, besonders im Herbst, in den kräftigsten Farben.


Nach einem einstündigen Aufstieg über unzähligen Stufen inmitten der Klamm, erreicht man den Höhepunkt der Dr.-Vogelgesang-Klamm – den außergewöhnlichsten Wasserfall, der sich von einer Aussichtsplattform in bestaunen lässt.

Wasserfall
Wasserfall
einer der größten Wasserfälle
einer der größten Wasserfälle
sonniger Rückweg
sonniger Rückweg
Für den Rückweg gibt es zwei Optionen: Entweder unzählige Stufen abwärts rutschen, oder die einfachere Variante bei Nässe: Ein asphaltierter, sonniger Weg führt genauso in ca. einer Stunde sicher ins Tal.

Ich hoffe ich kann euch für den kommenden, bunten Herbst, meiner zweiten Lieblingsjahreszeit, inspirieren. Welche Wanderroute ist euer Favorit? Eine kurze Route mit vielen Aussichtspunkten oder gehört ihr eher zu den „Langstreckenbezwinger“? Schreibt es in die Kommentare.

Eure Simone
 Reisebloggerin auf prettylittlesummer

Dubai & Tokio: Die 2 höchsten Gebäude der Welt in unter 48 Stunden

Unser Besuch am Burj Khalifa und Tokyo Skytree

Die zwei höchsten Gebäude der Welt in unter 48 Stunden zu besuchen klingt nach einem Blogger-Klischee, oder der perfekten Planung... In unserem Fall jedoch, war es reiner Zufall! Wir wollten diesen Sommer nach Japan, soviel war klar. Bei der Buchung der Tokio-Flüge entschieden wir uns für die Option eines Stopovers in Dubai. Denn die Idee, einen Tag Pause zwischen einem 6- und einem 10-stündigen Flug einzulegen, klang mehr als verlockend. Und so kam es, dass wir innerhalb von zwei Tagen den höchsten Wolkenkratzer und den höchsten Fernsehturm der Welt besichtigten.

Blick vom Burj Khalifa Mädchen
Blick vom Burj Khalifa, Aussichtsplattform 124. Etage

Der Burj Khalifa


Die Fakten

Mit einer Höhe von knapp 830 Metern ist der Burj Khalifa nicht nur das derzeit höchste Bauwerk der Welt, sondern besitzt auch das weltweit am höchstgelegene nutzbare Stockwerk. Zu Beginn der Bauarbeiten im Jahr 2004 wurde der Wolkenkratzer noch Burj Dubai genannt, bei seiner Einweihung 2010 wurde der Name des Rekordbauwerks zu Ehren des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate in Burj Khalifa geändert. Die 163 nutzbaren Etagen beherbergen Apartments, Büros, ein Hotel, Restaurants, Fitness- und Wellnessbereiche, sowieso eine Moschee.

Besucherinformationen 

Der Eingang zum Burj Khalifa ist über die vollklimatisierte Dubai Mall zu erreichen. Es wird empfohlen die Tickets im Vorhinein online zu erwerben. Man kann zwischen der At the Top-Experience und der At the Top/Sky-Experience wählen. At the Top ermöglicht einen Besuch der 124 und 125 Etage und ist wesentlich günstiger, als die Kombination At the Top/Sky, die zusätzlich einen Besuch der 148. Etage bietet. Wir entschieden uns dafür, nur das 124. und 125. Stockwerks zu besichtigen, da die At the Top/Sky-Experience drei Mal so teuer gewesen wäre, was unser Urlaubsbudget eindeutig gesprengt hätte. Da wir Dubai im Sommer, und somit in der Nebensaison, besuchten, mussten wir auch nicht lange anstehen, um mit dem Hochgeschwindigkeitslift nach oben zu fahren. Unglaublich kurze 60 Sekunden dauert die Fahrt auf den Burj Khalifa. Oben angekommen genossen wir die Aussicht, auch wenn es leider etwas trüb war, was das Fotografieren etwas erschwerte. Ihr habt Höhenangst? Ich muss gestehen, ich bekomme auch wacklige Knie, wenn ich einen Kirchturm besteige. Am Burj Khalifa war davon allerdings nichts zu spüren. Alles sehr stabil, nichts schwankt. Ich konnte problemlos bis vor zur Glaswand gehen und auch die Außenterrasse fand ich absolut faszinierend, wenn auch brütend heiß. Vielleicht sind 450 Meter aber auch einfach zu hoch, um Höhenangst zu haben, ähnlich wie im Flugzeug, wo ich auch keine Probleme habe.

Unser Fazit

Natürlich wäre ein Besuch, des 148. Stockwerks, welches auf einer Höhe von 555 Metern liegt, eine Draufgabe gewesen. Aufgrund eines Sandsturm und der daraus folgenden schlechten Sicht, sowie der geringen Besucheranzahl in der Nebensaison, haben wir allerdings nicht das Gefühl etwas versäumt zu haben. Zusätzlich möchte ich noch erwähnen, dass wir die Tickets online, direkt auf der offiziellen Seite des Burj Khalifa, gebucht haben. Somit konnten wir zusätzliche Kosten vermeiden. Für uns war der Besuch des Burj Khalifa das perfekte Stopover-Programm. Auf über 450 Metern Höhe konnten wir uns nicht nur ein Bild von den Ausmaßen Dubais machen, sondern bekamen auch ein Gefühl dafür, wie viel Geld und architektonisches Know-How notwendig ist, um eine Großstadt wie Dubai aus dem Boden zu stampfen. Und das Mitten in der Wüste.

 
Burj Khalifa
Burj Khalifa


Burj Khalifa von unten


Blick von Burj Khalifa


Blick von Burj Khalifa 2


Blick von Burj Khalifa 3

Der Tokio Skytree

Ich muss sagen, Tokio hat uns sehr verwöhnt. Zum Beispiel mit einem grandiosen Blick auf den Tokyo Skytree von unserem Hotelfenster aus! Und so spazierten wir gleich am ersten Abend zum zweithöchsten Gebäude der Welt. Genauso wie in Dubai, war auch in Tokio nicht mit einer guten Fernsicht zu rechnen. Deshalb entschieden wir uns für einen abendlichen Besuch, in der Hoffnung auf einen bezaubernden Sonnenuntergang.

Die Fakten

Der Tokyo Skytree ist mit 634 Metern Höhe derzeit das zweithöchste Bauwerk und höchster Fernsehturm der Welt. Ähnlich wie in Dubai befindet sich am Fuße des Turms, der 2012 eröffnet wurde, ein großes Einkaufszentrum. Es gibt zwei Besucherplattformen, eine auf 350 Meter Höhe und eine auf 450 Meter. Natürlich dürfen ein Souvenir-Shop und ein Café-Restaurant nicht fehlen. Zu erwähnen ist auch, dass die Beleuchtung des Skytrees täglich wechselt. Manchmal erstrahlt er in Blau, an anderen Tagen in Gelb und manchmal, wenn man Glück hat, auch in mehreren Farben gleichzeitig.

Besucherinformationen

Sehr angenehm ist, dass man die Tickets für den Skytree nicht vorab buchen muss bzw. auch nicht kann. Besucher können zwischen Standardtickets und Fast-Track-Tickets wählen, welche internationalen Gästen vorbehalten sind. Als wir ankamen war es allerdings nicht notwendig, in das teurere Fast-Track-Ticket zu investieren. In japanischer Manier machte man uns sofort darauf aufmerksam, dass nicht mit einer langen Wartezeit zu rechenen sei und die Standard-Variante somit günstiger käme. Auf der ersten Aussichtsplattform in 350 Meter Höhe angekommen, entschieden wir uns spontan dafür aufzuzahlen und weiter hoch bis auf 450 Meter zu fahren.

Unser Fazit

Der höchste Fernsehturm der Welt ist nicht nur aus der Ferne betrachtet eine Schönheit, auch ein Besuch lohnt sich der Aussicht wegen. Auch wenn es rund um den Sonnenuntergang etwas voll wurde, war die Stimmung zur goldenen Stunde atemberaubend und der Ausblick über Tokio bei Nacht eine Sensation. Als sehr angenehm empfanden wir, dass man nichts vorab planen und buchen muss, sondern sich ganz spontan für einen Besuch entscheiden kann.


Tokyo Skytree
Blick von unserem Hotel auf den Tokyo Skytree


Tokyo Skytree von unten


Blick über Tokio


Sonnenuntergang über Tokio


Sonnenuntergang über Tokio Mädchen


Sonnenuntergang über Tokio 2


Tokio bei Nacht


Skytree bei Nacht

Ich plane noch mehr Beiträge über unseren Japan-Aufenthalt zu schreiben. Unter anderem möchte ich über Asakusa, unserem Besuch im Pokemon-Café, sowie über unsere Teilnahme am Internationalen Family Workcamp in Katsuyama, berichten. Was würde euch noch interessieren? Vielleicht Japan Reisetipps, speziell für Familien? Oder Dos and Don'ts? Lasst es mich einfach in den Kommentaren wissen...

Sonja Bruckner




Niederlande: Drei Tage in Giethoorn


Ruhe, Natur, grüne Wiesen, weisse Seerosen, blaues Wasser. Hin und wieder höre ich das Mähen eines Schafes, das Zirpen einer Grille oder das Rascheln der Kühe auf der Wiese. Ausserdem natürlich den «Flüstermotor» meines Bootes. Ich bin ganz alleine unterwegs, treffe über eine Stunde lang auf keine andere Menschenseele. Es ist warm und sonnig. Das ist Entspannung pur! Noch vor wenigen Wochen habe ich noch nie von diesem Ort in den Niederlanden gehört, nun bin ich begeistert und weiss: Ich werde wiederkommen. Der Ort, der mich so in seinen Bann gezogen hat, befindet sich in der niederländischen Provinz Overijssel und heisst Giethoorn. Er liegt etwa 45 Autominuten vom IJsselmeer entfernt. «Ein kleines Venedig», habe ich im Internet gelesen und dachte mir, dass sich die Reise dorthin bestimmt lohnt. Und tatsächlich: Die vielen Flüsse und Brücken erinnern mich stark an die Stadt in Norditalien, von der Grösse her sind die beiden Orte aber nicht zu vergleichen. Auch Giethoorn ist grösstenteils autofrei und ist bekannt für seine Wasserstrassen voller Boote, seine Spazier- und Fahrradwege sowie die jahrhundertealten Reetdachhäuser. Giethoorn grenzt an einen Teil des Nationalparks Weeribben-Wieden, eine Sumpflandschaft, die aus Moor- und Feuchtwiesen, Schilfgebieten, Sumpf- und Bruchwäldern besteht.

Mit dem Boot erkunde ich Giethoorn – es ist herrlich ruhig hier mitten im Naturschutzgebiet.

Ich habe Glück: Während der Tage, an denen ich in Giethoorn bin, haben die meisten Niederländer und Deutschen noch keine Sommerferien. Es ist deshalb überhaupt nicht überlaufen hier, es hat nur wenige Touristen und die Stimmung ist sehr gemütlich und romantisch. Klar, im «Zentrum» – wenn man das überhaupt sagen kann, denn Giethoorn ist mit seinen 2500 Einwohnern sehr klein – hat es andere Reisende, die ebenfalls mit dem Boot über die vielen Flüsse tuckern. Ich habe aber einen Teil entdeckt, bei dem ich mitten durch ein Naturschutzgebiet fahren kann und dabei wirklich alleine bin. Die Flüsterboote kann man in Giethoorn an jeder Ecke mieten. «Bootverhuur» heisst es dann jeweils.

Auf dem Wasser wird es nie langweilig 

Mit einer Geschwindigkeit von etwa zehn Kilometer pro Stunde bewege ich mich den ganzen Tag auf dem Wasser. Klingt nach einer langen Zeit, aber es lohnt sich auf jeden Fall und ich kann die Natur in vollen Zügen geniessen. Der Bootsvermieter hat mir schon gesagt: «Auf dem Wasser wird es nie langweilig!», und er hatte Recht.

Die ersten Stunden verbringe ich auf den verwinkelten Grachten mitten in einem Naturschutzgebiet und plötzlich befinde ich mich auf einem See, dem Bovenwijde, und sehe von überall her andere Boote kommen. Zwei kleine Inseln laden zu einer kurzen Pause ein und wer eine Erfrischung braucht, springt einfach in den See. Dafür muss man nicht einmal schwimmen können: Der See ist nur 80 Zentimeter tief, man könnte ihn also auch zu Fuss durchqueren. Natürlich lasse ich es mir nicht nehmen und nutze das kühle Nass als Erfrischung.

Nach dem ruhigen Naturschutzgebiet und dem viel befahrenen See geht es für mich weiter über einen Kanal durch das «Zentrum». Hier entsteht teilweise ein kleiner Bootsstau, denn durch die engen, verwinkelten Kanäle zu kurven, ist gar nicht so einfach – vor allem, wenn man das vorher noch nie gemacht hat. Die Boote können auch jederzeit am Ufer festgemacht werden. Das tue ich dann auch und erkunde Giethoorn noch ein wenig zu Fuss, bevor es wieder aufs Boot geht. Der Weg dem Fluss entlang ist sehr schmal, Fahrradfahrer und Fussgänger kommen nur knapp aneinander vorbei. Ausserdem sind die meisten der zahlreichen süssen Brücken nicht für die Besucher gedacht, sondern führen direkt zu Privatgrundstücken. Daran merkt man, das Giethoorn früher eben kaum Touristen angelockt hat, sondern ein «normales» Dorf war. Heute wird man als Tourist darauf aufmerksam gemacht, dass man die Einheimischen respektieren und die Häuser nicht fotografieren soll, es sei schliesslich kein Museumsdorf. Teilweise fällt das etwas schwer, denn die Häuser werden durch schmucke Gärten und farbenprächtige Blumen geschmückt, was gemeinsam mit den Brücken und dem Wasser perfekte Fotomotive ergibt.


Es geht unter zahlreichen Brücken hindurch.


Zwei Ausflüge in der Umgebung

Da Giethoorn selbst wirklich klein ist, und ich mehrere Tage hier verbringe, mache ich noch je einen Ausflug zu zwei anderen Orten. Der erste ist Blokzijl, eine Kleinstadt, die die Besucher mitten ins 17. Jahrhundert führt. Die frühere Festungsstadt wurde mehrfach erobert, zerstört und wieder aufgebaut und schliesslich wurde Blokzijl eine Handelsstadt. Schon als ich um die Kurve komme und einen ersten Blick auf den historischen Hafenbereich werfe, bin ich fasziniert von diesem Ort. Ich habe wirklich das Gefühl, hier ist die Zeit stehengeblieben. Unter anderem auch dank der prächtigen Kaufmannshäuser, die häufig mit Seilzug und einem Warenlager ausgestattet waren. Einen Eindruck der niederländischen Ingenieurskunst bekommt man, wenn man die vielen Zugbrücken sieht, die immer wieder hochgezogen werden, damit die Schiffe durchkommen. Ich spaziere durch die Kleinstadt, kehre zwischendurch in einem der süssen Kaffees ein und geniesse die ruhige und unaufgeregte Atmosphäre. Den zweiten Stopp mache ich im alten Fischerdorf Urk, das direkt am IJsselmeer liegt. Ich bestaune den Fischereihafen und die vielen alten Häuser. Eine der Sehenswürdigkeiten ist ausserdem der Leuchtturm. Bei meinem Spaziergang durch Urk halte ich kurz inne und kann zusehen, wie ein Schiff in einer Werft repariert wird. Ich mag die raue Stimmung hier und verweile noch ein bisschen, bis ich zurück nach Giethoorn fahre.

Der Hafen von Blokzijl       

Kanäle von Blokzijl

Urk und das IJsselmeer
Von Giethoorn kann ich mich dann nur schwer trennen. Ich habe mich wirklich in diesen kleinen Ort verliebt. Einen Ort, an dem in entspannen konnte, der hinter jeder Kurve wieder etwas Schönes zu bieten hatte und ein Ort, der mich einfach auf eine spezielle Art und Weise berührt hat.


Idyllisches Giethoorn

Wien: Zoo Schönbrunn - Besuch im ältesten Zoo der Welt!

Dass ich Zoos und vor allem Wildparks liebe, ist wohl nach all meinen Zoo-Berichten auf diesem Blog, kein Geheimnis mehr. Ich könnte stundenlang durch die Anlagen schlendern und fasziniert an den Gehegen stehen, um die Tiere zu beobachten. Aber Schande über mein Haupt: Ein Beitrag über den Tiergarten Schönbrunn hat es bislang noch nicht auf den Blog geschafft. Es ist nicht so, dass ich dem Wiener Zoo noch nie einen Besuch abgestattet hätte – ganz im Gegenteil! – jedoch hatte ich meist nur meine alte Digi-Cam oder mein Smartphone bei der Hand und diese Fotos wollte ich euch nicht präsentieren. Gestern war es dann aber soweit, denn der jährliche „Tag der Lotterien“ fand statt. Wer an diesem Tag mit einem Produkt der Österreichischen Lotterien kommt, erhält freien Eintritt. Der Erlös des Lotterien Tages kommt jedes Jahr einer anderen Sache zu Gute, dieses Jahr zum Beispiel der Neugestaltung des Badebeckens in der Flusspferde-Anlage. Diese naturnahe Wasserlandschaft wurde heuer rechtzeitig zur Badesaison eröffnet und ist mehr als doppelt so groß ist wie das alte Beton-Badebecken.


Tiergarten Schönbrunn - Der älteste Zoo der Welt

Der Zoo liegt im Schönbrunner Schlosspark und wurde 1752 von den Habsburgern gegründet. Somit ist der Tiergarten der älteste noch bestehende Zoo der Welt und wurde bereits vier Mal zum besten Zoo Europas gewählt. Auf einer Fläche von 17 Hektar bietet der Zoo einen Lebensraum für über 700 – zum Teil hochbedrohte – Tierarten. So zählt der Tiergarten Schönbrunn zu einen der wenigen Zoos der Welt, denen die Volksrepublik China im Rahmen eines Pandaschutzprojekts ein Pärchen dieser seltenen Tiere anvertraut hat und es nun auch schon zum 5x Nachwuchs gab. Aber auch sonst engagiert sich der Zoo Schönbrunn sehr für die Forschung und diverse Natur- und Artenschutzprojekte.


Mein Tag im Zoo Schönbrunn

Mein erster Weg führt mich ins Regenwaldhaus. Das großzügige Glashaus präsentiert einen Ausschnitt eines Berghanges im Regenwald Südostasiens. Während tropischen Klima herrscht, ziehen Nebelschwaden über den Holzsteg und ein aufziehendes Gewitter schickt sein mächtiges Grollen voraus. Auf etwa 1.000 Quadratmetern erlebt man hier nicht nur einer große Pflanzenvielfalt, sondern kann auch diverse Vogelarten, Schildkröten und Frösche beobachten. Leider war es sehr voll weswegen ich schnell wieder den Weg nach draußen gesucht habe und mich lieber den Robben und Pinguinen gewidmet habe. Besonders die Felsenpinguine mit ihrer lustigen „Haarpracht“ haben es mir angetan. Weiter ging es in die Eisbärenwelt, wo ich einen der weißen Bären beim Spielen beobachten konnte, ehe ich mich im Aquarien- und Terrarienhaus den Meeresbewohnern widmete. Bei der Eröffnung 1959 zählte es damals als modernstes Aquarienhaus der Welt, mittlerweile ist es etwas in die Jahre gekommen, wird allerdings laufend überarbeitet und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Trotzdem muss ich sagen, dass es nicht an die diversen Aquarienhäuser die ich in den letzten Jahren besucht habe (z.B. das Tropenaquarium im Tierpark Hagenbeck in Hamburg) rankommt. Deswegen – und weil es auch sehr voll war – war ich schneller draußen als ich drin war. Im angrenzenden Südamerika-Park konnte ich einen Blick auf eines meiner liebsten Zootiere erhaschen: Dem Wasserschwein! Auch Tapire, Seriemas und Nandus leben in der tierischen Wohngemeinschaft.


Nachdem ich auch noch dem Faultier und den Affen einen kurzen Besuch abgestattet hatte, ging’s vorbei an den Giraffen und den Elefanten Richtung Tirolerhof. Auf dem Weg rauf zum Tirolerhof geht’s vorbei an diversen Waldtieren, ehe man oben angekommen, bedrohte österreichische Nutztierrassen aus nächster Nähe beobachten kann. Über den Baumkronenweg bin ich dann zurück Richtung Ausgang geschlendert, aber nicht ohne mir noch ein leckeres Eisgreißler-Eis gegönnt zu haben. Kurz habe ich dann noch überlegt dem Schönbrunner Irrgarten mal wieder einen Besuch abzustatten, ließ es dann aber doch sein. Der Ausflug in den Tiergarten Schönbrunn war eine nette Abwechslung, wobei ich ganz ehrlich sagen muss, dass ich nicht noch mal am Lotterien Tag hingehen würde, da der Park einfach viel zu voll und unruhig ist. Teilweise musste ich 10 Minuten warten, ehe ich an ein Gehege und ein Tier erspähen konnte.